Die Wissenschaft ist eine der größten Bedrohungen der Menschheit. Wer kennt sie nicht die schillernden Warnungen der Popkultur in Form des verrückten Wissenschaftlers. Diese Geschichte hat zwar etwas derartiges nicht zu bieten, aber ein Nerd der sich für ein verkanntes Genie hält kommt dem schon ziemlich nahe. Zumindest wenn wir dabei berücksichtigen, dass er einen seltsamen Laser baute, dessen Sinn und Zweck er nicht zur Gänze verstand. Seine Funktion war ihm theoretisch bekannt, doch die damit verbundenen Konsequenzen konnte er in seiner Kurzsicht nicht absehen. Zumindest in diesem Punkt war er vielen Wissenschaftlern gleich. Aber was war nun das Motiv hinter dieser schwachsinnigen Tat? Diese war leicht in seiner Überheblichkeit und Naivität zu finden, da er dachte, dass nur in einer anderen Dimension sich jemand von seinem Verstand befinden konnte. Andernorts in diesem Universum konnte es ein selbsternanntes Genie wie ihn nicht geben, zumindest seiner eigenen Ansicht nach. Das war allerdings eine Selbstlüge, da er eigentlich nur zu faul war, um mal vor die Tür zu gehen und neue Leute kennenzulernen. Ironischer weise befand sich gleich im Haus gegenüber seine Seelenverwandte mit der er für immer glücklich werden würde, sollte er sie auch nur treffen. Doch dies wusste er natürlich nicht.

    »Der Spalt! Er öffnet sich! Heureka, würde ich sagen, wenn dieses Wort nicht so verdammt uncool wäre«, sprach Rhys über den tosenden Lärm hinweg, den das entstandene Portal verursachte.

    Seltsam geformte Kreaturen entstiegen dem Loch. Jede von ihnen war eine unvorstellbare Gestalt, die unsere Gesetze des Universums verhöhnten. Scheinbar musste der junge Rhys erst durch eine Zwischendimension bohren, ehe er sein anderes Selbst erreichen konnte. Den Geschöpfen schien die neue Umgebung nicht sonderlich zu gefallen, denn sie flohen, so schnell sie konnten aus dem Keller.

    »I- ... glaube ... -schafft!«, drang eine verzerrte Stimme aus dem Portal.

    »Ich glaube, ich habe es geschafft!«, rief Rhys euphorisch gen Himmel.

    Einer Eingebung folgend schritt er auf das Portal zu und griff hindurch, eine zierliche Hand streckte sich ihm in gleicherweise entgegen. Als sie sich berührten durchflutete Rhys das Gefühl dass dies der Beginn von etwas besonderem war. Doch so schnell das Gefühl gekommen war, wurde es verdrängt von der Verwunderung als er in das Portal zu einen lilafarbenen Raum gezogen wurde. Seinem Gegenüber schien es ähnlich zu gehen, denn auch dieses schien in eine andere Welt gezogen worden zu sein. Nun sah Rhys ihn, sein neuer bester Freund. Es gab keinen Zweifel, dass sie perfekt miteinander Kompatibel waren.

    »Whoa!«,

    »Whoa!«,

    sagten beide synchron.

    »Hi, ich bin Rhys«,

    »Hi, ich bin Reese«,

    stellten sie sich einander vor.

    »Natürlich, ich weiß wer du bist.«

    »Natürlich, ich weiß wer du bist.«

    Beide begannen nun sich gegenseitig zu umkreisen und dabei zu mustern.

    Rhys fiel erst jetzt auf, dass es sich bei Reese um ein Mädchen handelte. Sie trug, mit Ausnahme des Laborkittels, dieselben Klamotten wie er, nur waren die Töne dunkler und von ihr ging eine düstere Ausstrahlung aus, wie sie nur von einem Psychopathen stammen konnte. Ihre Augen strahlten Kälte und Grausamkeit aus.

    »Cool, du bist genauso düster, unheimlich und gleichzeitig mysteriös drauf wie ich.«

    »Das Kompliment kann ich nur zurückgeben. Deine Kleidung ist zwar bunter als meine, doch damit drückst du aus, wie wichtig dir es ist Spaß zu haben. Diese gutmütigen Augen voller Gnade und Freundlichkeit kenne ich sonst nur von mir selbst.«

    »Eigentlich müssten wir-«, begann Rhys.

    »uns gut verstehen?«, endete Reese.

    »Hey, das wollte ich sagen!«

    »Hey, das wollte ich sagen!«

    »Was habt ihr beiden Vollpfosten getan!«

    »Wer war das, Rhys?«

    »Keine Ahnung, Reese, aber ich glaube es kam von dieser merkwürdig schwebenden Skulptur dort drüben.«

    »Ich bin keine verdammte Statue, ihr Hirnwichser!«, schrie das seltsame Ding, welches wie eine kugelförmige Pyramide aussah, auch wenn dies ein Widerspruch in sich war. »Ihr Madenintellekt-Versteher! Wie kann ich auch erwarten, dass dreidimensionale Wesen die Probleme von jemanden verstehen, der aus der sechsten Dimension kommt. Also rede ich gaaaaaaanz langsam. Hier! Ort wo böse Leute weggesperrt werden! Ihr! Macht Bumm-Bumm! Ort putt-putt! Nun böse Leute frei!« Die Gestalt seufzte. »Ach, was erwarte ich! Ich sehʼ es an euren dümmlichen Oberflächen, ihr versteht gar nichts. Und dabei ist das Gefängnis doch erst letzte Woche fertiggestellt worden. Habt ihr überhaupt eine Ahnung wie sich das auf meine Karriere auswirkt? Ganz zu schweigen von meiner Kreditwürdigkeit. Ich habe alles in dieses Ding gesteckt. Ein Strafvollzug zwischen zwei Dimensionen, um interdimensionale Verbrecher zu rehabilitieren. Wer konnte auch ahnen, dass zwei primitive Erdlinge mit ihrer phänomenalen Unwissenheit die Wände einreißen würden.«

    »Denkst du was ich denke, Reese?«

    »Selbstverständlich, Rhys.«

    »Adventure-Time!«

    »Adventure-Time!«

    »Was?! Habt ihr Zwillinge mir überhaupt zugehört?!«

    »Keine Sorge, du Wesen einer sechsten Dimension!«

    »Wir helfen dir!«

    »Immerhin war es auch in gewisser Weise unsere Schuld.«

    »Und wer möchte schon so etwas wie eine interdimensionale Verbrecherjagd verpassen wollen?«

    »Das heißt, ihr wollt mir helfen?«

    »Natürlich!«

    »Aber sichi!«

    »Es könnte gefährlich werden«, wand die runde Pyramide ein.

    »Ich fürchte mich nicht.«

    »Ich bin die Furcht selbst.«

    »Whoa, Reese, dieser Spruch war voll cool!«

    »Ich weiß. Vielen Dank.«

    »Nun gut, da ihr scheinbar nichts besseres zu tun habt, könnt ihr mir genauso gut helfen. Meine Spezies hat keine Namen, aber es wäre vermutlich von Vorteil einen zu haben, da ihr Wilden sonst durchdrehen würdet. Also, nennt mich einfach Peter.«

    »Warum Peter?«

    »Warum nicht? Er ist genauso gut wie jeder andere Name. Und nun lasst uns gehen.«

    Damit öffnete das mächtige Wesen Peter ein weiteres Portal und das Abenteuer begann...

     

    The End


© EINsamer wANDERER

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Beschreibung des Autors zu "Über Realitäten hinweg"

Der Beginn einer seltsamen Reise.

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