Ein Königreich für eine gute Waffe

© EINsamer wANDERER

»Dies ist das in eine andere Dimension verfrachtete Rʼlyeh-City. Die Zivilisation wie wir sie kennen ist zusammen gebrochen. Doch in der dunkelsten Stunde erhebt sich ein Held, um alles wieder ins Lot zu bringen. Und der Name dieses Helden ist Steven die heiße Latino-Amazone.« Steven hielt einen kurzen Moment in ihrer heroischen Pose auf dem Hochhausdach inne um die Rede auf sich wirken zu lassen. »Nee!«, sagte sie. »Klingt Kacke, genau wie Alejandra. Vielleicht sollte ich den normalen Namen ganz vergessen und nur noch meinen Superheldennamen benutzen. Everywalker! Nein, das klingt auch wie ein Haufen Scheiße. Ich meine, ich kann auf allem Laufen. Wasser, Beton, kann an Wänden entlanglaufen solange ich Bock habe. Da bietet sich irgendwie nicht viel an. Wenn wenigstens meine schwarzen Augen jetzt noch irgendwie Laserstrahlen oder so etwas abfeuern könnten. Das wär’s.«

    Steven holte ihr Fernglas aus dem Rucksack raus. »Aber zuvor brauche ich unbedingt einige Sachen, um eine Basis zu errichten. Ein Ort, ein paar Leute und etwas Anbaufläche für die Landwirtschaft. Was haben wir denn heute so alles im Angebot... Ein paar Mutanten die am Wasserspeicher Gymnastik treiben. Und der eine sagt zum anderen: „Schaut mich an! Ich bin der größte Kletterer aller Zeiten.“ Und der andere antwortet: „Aber du hast trotzdem einen fetten Hintern.“« Steven kicherte kurz vor sich hin. Ihr machte das Leben hier viel mehr Spaß als früher. Früher hieß es immer nur, dass man mit seiner Zukunft etwas anfangen sollte und blah, blah, blah. Dabei wollte sie immer nur Spaß haben. Hier konnte sie rumballern, ein heißes Gerät sein, Sachen kaputtmachen, klauen. Es stand ihr frei zu leben, wie sie wollte. Eine Superheldin bereit die kaputte Welt zu retten. Schließlich stieß ihr etwas ins Auge. Ein paar Mutanten jagten ein schmächtiges Kind zu einem Gastank. Es war Zeit für Heldentaten!

    Steven sprang vom Dach. Normalerweise würde dieser Stunt ihr großen Schaden zufügen, doch dieser Körper sah nicht nur Hammer aus, er hatte auch hammermäßige Sachen drauf. Sie sprang von Dach zu Dach, grindete und flog durch die Luft wie ein Vogel, um zu dem Kind zu kommen. Wie der heftigste Stuntman konnte sie Kunststücke mit ihren Körper vorführen, die den Gesetzen der Schwerkraft den Stinkefinger zeigten. Körperlich konnte sie zwar nicht so viel austeilen, war dafür jedoch um einiges agiler. So war es ein leichtes in der Luft mit ihrer Knarre, die sie auf den Namen Dirty Harriett taufte, auf die Gegner zu schießen. Doch leider hieß ein neuer Körper nicht gleichzeitig auch, dass sie über Zielfertigkeiten verfügte. So war der Rückstoß heftiger als gedacht und sie verfehlte den Kopf des Mutanten um einen Meter. Blöderweise richtete dadurch die Meute bestehend aus drei Gegnern nun ihre Aufmerksamkeit auf die Latina.

    »Ups. H-hey. Was geht ab! Ich wollte euch nicht großartig stören...« Steven griff an die Eisenstange die sie an ihrem Rucksack befestigt hatte. »Hier habt ihr ihn! Den Eisenstangen-Bumerang des sicheren Verderbens!« Sie warf die Stange und diese flog über die Köpfe der Mutanten hinweg. »Okay, wir halten fest: Es war ´ne ziemlich blöde Idee meine einzige Nahkampfwaffe nach euch zu werfen. Also muss ich euch doch erschießen.«

    Während Steven mit den Dirty Harriett zielte, löste sie ausversehen einen Schuss aus. Als sie auf die nun langsam auf sie zukommenden Mutanten zielte, machte keiner Anstalten schneller zu laufen. Vermutlich sahen sie die Latina nicht als Überlebensfähig an. Doch als sie versehentlich schoss prallte die Kugel von einer Regenrinne ab und hielt genau auf ein Ventil des Gastanks zu, traf ein Rädchen, welches darauf begann sich wie verrückt zu drehen. Ein lautes Zischen war zu hören und dann kam es zu einer Explosion. Dieser unwahrscheinliche Zufall bestärkte die verblendete Steven darin, dass sie zur Superheldin geboren war, wieso sollte sonst etwas so unmögliches passieren. Aus dem Rauch der Explosion und den verkohlten Mutantenkadavern schälte sich das Kind heraus. Doch es war kein Kind. Es war der Kopf eines alten Mannes auf einen geschrumpften und verjüngten Körper, wodurch er wie ein Kind aussah.

    »Professor Jenkins?!«

    »Verzeihung, kennen wir uns?«

    »Ich bin’s! Steven! Sie wissen schon, der Typ dem sie immer sagen, er soll während ihrer Vorlesung nicht so laut schnarchen.«

    »Ich sagte dir, wenn du schlafen willst sollst du Penner dich verpissen...« Erst jetzt realisierte er die Situation. »Steven bist du das?! Du siehst so...«

    Die Latina nickte mit einem breiten Grinsen. »Ich weiß.«

    »sexy aus.«

    »Ja, ich weiß. Da fällt mir gerade ein, haben Sie vielleicht ein paar meiner Kumpels gesehen? Dillon? Sheldon?«

    »Was mit Dillon passiert ist, weiß ich nicht. Aber Sheldon habe ich glaube ich erst vor kurzem gesehen.«

    »Im Ernst?! Wie geht’s ihm? Ist er jetzt auch ´ne Frau? Ihn habe ich immer am meisten gemocht.«

    »Er ist ein Mutant.«

    »Zum Glück mag ich Dillon mehr. Aber sagen Sie mir erst einmal, was Sie hier machen.«

    »Ich bin weggelaufen.«

    »Ah ja, ich verstehe. Also ich und meine Schwester – Sie kennen Cheryl – wir wollen eine neue Gesellschaft aufbauen. Können Sie uns da helfen? Oh, sehen Sie mal! Einer der Mutanten hatte eine Axt als Arm. Die nehme ich doch gleich mal mit. Scheiß auf die Brechstange. Sie ist im Angesicht des Feindes geflohen. Also um zurück zum Thema zu kommen. Können Sie uns bei diesem Wiederaufbau-Dingsda helfen?«

    
The End


© EINsamer wANDERER


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Beschreibung des Autors zu "Ein Königreich für eine gute Waffe"

Dies ist die Zukunft von R´lyeh-City, allerdings ist es eine alternative Zukunft, was mir persönlich wichtig war, da die Geschichten ja auf der Arkham-Spirit-Show basieren und ich mir das Ende nicht vorschreiben wollte. Aber ich wollte wissen wie die Zukunft der Stadt aussieht, deshalb ist es eine alternative Zukunft.

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