Die Nacht ist still. Den steinigen Waldweg entlang, immer tiefer hinein, liegt um die letzte Biegung, ein abgeschiedener Weiher. In dem fahlen Mondlicht wirkt die Oberfläche glatt und tintendunkel. Rundherum ragen hochgewachsen tiefschwarze Schatten. Nur für einen schmalen Pfad weichen sie zur Seite, den nur findet, wer ihn kennt. Ihre dicht belaubten Zweige reichen in den besternten Himmel. Subtil funkelt er.
Über dem feuchten Gras am Ufer riecht es nach Tannennadeln, Kräutern und grünem Laub. Bewegungen schwimmen durch die kühle Luft zwischen den Bäumen, langsam wie ein Strom Mitternachtshonig, eine sachte Brise.
Kaltes silberweiß, welches durch das Geäst scheint, trifft das klare Wasser und ein einzelner Tropfen fällt hinab, wie eine schimmernde Träne der bleichen Schönheit. Ein Glucksen in der Stille, kaum hörbar.
Wellige Haare umrahmen ihr sanftes Antlitz und gleiten über ihre bloßen weißen Schultern, als sie sich über den See beugt und einen Windhauch pustet. Darauf entstehen kleine Strudel, die über die spiegelgleiche Fläche huschen wie verspielte Kreisel und sie verwirren. Glitzernde Schlieren durchziehen ihn.
Sie lächelt leise. Ihr blasses rundes Gesicht, das keine Regung zeigt, verbirgt die tiefste Empfindung von Glück, gepaart mit der unendlichen Traurigkeit. Eine fremdartige Präsenz voller Güte und Weisheit strahlt hell über die weite schlafende Landschaft.
Schließlich, fliegt sie in die Ferne, wenn dunkle weiße Wolken sich vor den Mond schieben.
Am Weiher ist es still. Gerüche hängen über dem taufeuchten Gras und Bewegungen schweben durch die Lüfte. Die Zweige wiegen sich langsam in aufkommendem Wind.


© Robert Lier.scripts


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Beschreibung des Autors zu "Mondlicht Sonate"

überarbeitete Version, ursprünglicher Titel „der kleine Teich“

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Kommentare zu "Mondlicht Sonate"

Re: Mondlicht Sonate

Autor: humbalun   Datum: 01.07.2026 18:06 Uhr

Kommentar: Hallo

Ich bin meistens vorsichtig mit
Geschichten. Das ist meistens
verlorene Zeit. Der Gefühls wie
Erotikkram. Geschichten
sollten den Leser fesseln. Und
wieder die Augen öffnen. Und Dir gelingt das. Zur Zeit sind die Leute
in der Natur. Da gibt es wenig
Kommentare. Bis dann! MfG Klaus

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