Wenn ich mitten in der Nacht noch einmal zum selben Ort gehe, über den schlafend toten Platz, hindurch zwischen den verfallenen Aufbauten, zeigt sich mir ein grauenhafter Anblick, der das ursprünglich friedliche Bild beiseite wischt. Wolken beißenden Qualms schlagen mir entgegen, als ich mich zum Zentrum des Platzes vorwage. Die Plastikrösser des alten Karussells stehen in Flammen. Es stinkt nach Öl, als sie auf die Hydraulik im Fahrgestell übergreifen. Rasch und ungehindert breitet sich das Feuer aus, springt von einer Bude zur nächsten. Stützverstrebungen und Ziergirlanden stürzen zu Boden. Es erscheint mir sehr laut und prasselnd vor der Stille, ein entsetzliches Feuerwerk.
Jetzt lichterloh brennend, dreht sich das kleine Karussell dennoch weiter in der Dunkelheit, und spielt eine Melodie, undeutlich leise und schief.
Aus einer zerrissenen dicken Stromleitung kann ich fünf Enden aus Kupfer sehen, die langsam und rauchend verglühen, bis sie erloschen sind.
Die Luft hängt schwer,
ein dichter Mantel über Raum und Sein,
Lavendel, Patschuli, Bier – ein Duft, der Schichten trägt,
der sich in Körper mischt, in jede Pore [ ... ]
Ich sitze im Bett! Trinke Tee. Und finde
keine Idee. Ich sehe mich im Zimmer
um. Sehe den Tisch. Mit Tabletten und
Kram. Die Thermoskanne. Den Rollstuhl.
Das Sofa. Den Sessel. Die Lampe. [ ... ]
Sie wollte…,
Sie konnte …,
Sie durfte …,
Und sie wollte immer wieder!
Doch sie konnte nicht!
Durfte sie nicht?
Nein, sie konnte nicht!
Wollte sie nicht?
Doch sie [ ... ]
Ja, ich projiziere.
Ich projiziere auf Menschen,
Die so sind,
Wie ich gerne wäre.
Dann denke ich,
Dass ich so sein würde,
Wenn ich Teil ihres Lebens sein könnte.
Aber was würde das [ ... ]