Eine geisterhafte Stille liegt über dem dunklen Gelände einer alten Kirmes. Der Lärm, das Geschrei der Leute, die Rufe der Ansager, das alles ist schon lange verstummt. Hier ist niemand. Spät in der Nacht schälen sich die Umrisse demolierter Aufbauten nur langsam aus der Finsternis, wenn du darauf zugehst.
Ich umrunde den Platz. Er scheint keinen Anfang und kein Ende zu haben. Der Geruch von Fettigem und Süßem haftet noch in den Ecken der Wagen, deren Lack halb abgeblättert ist. Dieser Ort hat eine eigentümliche Anziehungskraft denke ich, während ich zwischen den verrosteten Gerippen mancher Fahrgeschäfte hindurch wandere. Das wenige blasse Mondlicht lässt sie noch scharfkantiger wirken. Sogleich stelle ich mir blutige Fleischfetzen vor, welche darüber hängen. Das ist keine Absicht, und wenig schön, dennoch kommen solche ungefragten Bilder mir manchmal. In Gedanken versunken, gelange ich ins Herz der Anlage.
Da, in der Mitte, dreht sich ein altertümliches, kleines Karussell, als wäre es vergessen worden. Die kelchförmigen Lampen flackern, jede dritte ist zerbrochen. Das Gold der Stangen ist stumpf. Leise und verzerrt klingt ein unschönes Tönen aus seinem Innern, das an vergangene Jahrmärkte erinnert. Die vergilbten Plastikrösser haben Dellen und an der Kutsche fehlt ein Rad. Ein Flügel des Löwen ist abgebrochen. Und keiner hat sich noch die Mühe gemacht, die vielen Abdrücke klebriger Hände von den Haltegriffen abzuwischen. Ein grimmig blickender Wassermann starrt ins Leere.
Das schwache Licht das von dem kleinen Karussell ausgeht, spiegelt sich kaum in den Reihen staubiger Glühbirnen, welche sich über die verfallenen Buden ringsherum ziehen. Ein Spuk erschafft dieses Traumbild. Hinter dem muffigen Vorhang. Niemand hat es je gesehen. Und doch dreht es sich, langsam, mit verschwommen schiefem Gedudel um sich selbst, und immer weiter.
Das tiefe Denken
deines Herzens
streichelt sanft
die Aura
meiner
geschundenen
Seele,
bettet sie
seelenweich
in den
Kreislauf
deiner Gedanken
und
trägt sie
behutsam
durch
die [ ... ]
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