Ein neuer Tag brach an.
Fröhliches Vogelgezwitscher. Die Bäume folgten dem Rhythmus des Winds.
Und für einen kurzen Augenblick, könnte man annehmen, war alles in Ordnung. Doch wir wissen wie die Realität wirklich aussah, leider.
Jane erwachte mit einem schrecken, sass schnell auf und suchte Verwirrt die nähere Umgebung ab um sich zu Orientieren. Sie benötigte einen kurzen Augenblick um zu realisieren wo sie war. Woher die leichten Ziehenden Schmerzen kamen oder was gestern überhaupt passiert ist.

Sie hatte nur noch das Feuer und Schmerzen in Erinnerung. Alles was sich danach ereignete war weg.
Sie bemerkte einen Schwarzen Baumwollschal der von ihr runterfiel als sie sich aufrichtete. ‘’Wo kommst du den her? ’’ Murmelte Jane vor sich hin bevor sie mit den Schultern zuckte und sich den Schal umwarf.
Der Passte gut zu ihren schwarzen Haaren und stahlblauen Augen.

‘’Ahh... scheisse’’ Ein schmerz schoss durch Ihr Bein und sie sah zu ihrem eingebundenen Knöchel. Ein klein wenig Blut war noch ausgetreten doch der Verband hatte gute Arbeit geleistet es aufzufangen. Sie rieb vorsichtig dran. Sie lächelte und senkte ihren Kopf ‘’Oh Matt... du verrückter Spinner’’. Da fiel ihr ein, wo war er eigentlich? Sie Realisierte erst jetzt das er nirgends zu sehen war. Das Gewehr, die Kanne alles weg. Jane stand langsam auf und hinkte hinüber zum umgekippten Baum um sich zu setzten.
‘’Matt! ’’ Rief sie und suchte mit ihren Augen das Komplette, ihr ersichtliche Gebiet ab. Nichts und Niemand. Alles Mögliche schoss ihr durch den Kopf. Hatte er sie doch nur Benutzt um aus der Stadt zu kommen? Wie kommt sie klar mit ihrer Verletzung? Mit den Messern muss sie auf den Nahkampf zählen. Irgendwelche Erfahrungen mit Schusswaffen besass sie nicht. Sie steigerte sich hinein und fasste sich mit beiden Händen an den Kopf und fluchte. ‘’Aaargh ich kann es nicht fassen! Matt du mieser stinkiger...’’

‘’Soll ich später wiederkommen? ’’ Plötzlich tauchte Matt hinter ihr auf. Jane schrie vor Schreck auf und fiel vom Baumstamm auf den Boden. ‘’Wo kommst du denn Her!? Erschrick mich gefälligst nicht so! ’’ Befahl sie ihm.
‘’Ganz ruhig ich bin nur kurz Jagen, wir sollten den Tag mit einem Positiven Erlebnis Starten und etwas essen. ’’ Jane schaute ihn finster an. Wenn man dem blick eine Farbe zuordnen würde dann wäre es definitiv ein Dunkles, sattes leck-mich-am-arsch- Schwarz.

Sein blick wanderte für einen kurzen Moment an ihren verletzten Knöchel als er wieder ans Lagerfeuer sass. Er zog einen Mundwinkel nach oben und entlud die Beiden Wildkaninchen von seiner Schulter. Er legte seine Weste und das Gewehr auf dem Boden und Zückte ein Improvisiertes Messer aus dem Hosenbund. Auf Primitiver weise selber gebaut. Die Klinge, ein Stein den er erst zurecht geklopft hatte und im Anschluss unten am Fluss auf einem zweiten Stein zurechtgeschliffen. Der griff war aus Holz zurechtgeschnitzt und festgebunden mit Fasern, hergestellt aus der Flora die im Wald zu finden ist. Jane staunte nicht schlecht.
Er begann damit die Kaninchen zu häuten und zu zerlegen, das Ziel war es so viel Fleisch wie möglich zu verwerten.
Jane war wieder in einem dieser Momente gefangen. Gefesselt von seinem anblickt wie er aus jeder Situation etwas absolut Unglaubliches Zaubert. Matt war absolut Fokussiert, das kam Jane recht. So konnte sie ihn heimlich studieren.
‘’Danke... ’’ Jane wurde leicht rot. ‘’Wenn du nicht gewes… ‘’ Matt fuhr dazwischen ‘’Du musst das nicht tun... ich weiss das es dir schwerfällt. ’’ Er schaute zu ihr und lächelte. ‘’Ist gern geschehen. ‘’ fügte er hinzu und widmete sich wieder seiner Aufgabe.

Obwohl sich Jane geschworen hatte nie wieder eine persönliche Beziehung zu jemandem aufzubauen, war die Faszination und Neugier grösser. Daher gab sie sich einen Ruck und nahm allen Mut zusammen. ‘’Wie kommt es, dass du eine solch Überlebenskunst besitzt Matt? Ich meine, wie du ständig Improvisierst und einen kühlen Kopf bewahrst erscheint mir schleierhaft. ‘’
Matt hoffte solche Gespräche zu vermeiden. Es war ihm stets unangenehm über seine Vergangenheit zu Reden. Er vertraute Jane jedoch, trotz der kurzen Zeitspanne die sie miteinander verbrachten. Auch er musste seinen ganzen Mut zusammennehmen und seufzte laut.

‘’ Wo fange ich an… ‘’ Seine Stimmlage änderte auf einen ruhigen, tiefen Ton. ‘’ Die Kanadische Regierung hat viel Zeit und Geld investiert mir das Töten und Überleben beizubringen. Ich war Soldat. Eine Schachfigur. ’’ Jane lehnte sich ein wenig vor. Sie hatte es irgendwie geahnt.

‘’ Ich hatte 12 Jahre meines Lebens damit verbracht Dinge zu tun über die ich nie Reden durfte. ‘’ Er lächelte ‘’ Du würdest dich wundern, wenn du wüsstest wie Korrupt dieses Land im Inneren wirklich ist.’’ Er schweifte ab ohne es zu bemerken. ‘’ Mein Letzter Job war ungefär eine Woche bevor die ganze Scheisse hier angefangen hat.’’
Er schnitt mit dem Messer ein bisschen härter und hastiger. ‘’ Wir mussten den Transport eines neuen ‘Impfstoffes gegen Malaria’ der von Biotenix entwickelt wurde, sichern. Das ich nicht lache, das war irgendein Biologischer Kampfstoff. Beim Beladen habe ich den Eierköpfen zugehört. ’’ Er wurde sorgloser mit dem Fleisch und liess einiges zurück. ‘’ Wir wurden, ohne es zu wissen, zu den Reitern der Apokalypse. Zwei Tage nach dem Transport starben alle die den Transport begleitet hatten. Wahrscheinlich wollten sie Schwachstellen Elimieren. Ich konnte untertauchen und entkommen. Was ein paar Tage später folgte wissen wir alle. ’’

Er tat ihr leid, sie wusste genau was es bedeutete benutzt und im Stich gelassen zu werden. ‘’ Matt das war nicht dein Fehler. ’’ sagte sie sanft und erinnerte sich gleichzeitig an seinen Anfall von gestern. ‘’Was sind das für Blaue Kanülen die du bei dir Trägst? ’’ Jane konnte die Antwort bereits erahnen.

‘’Der Grund warum ich vor den Dämonen weglaufe. Das ist das mittel was uns alle in dieses Stöhnende pack verwandelt. Es enthält im Gegenzug auch das Gegenmittel, zumindest benötigt man es um es Herzustellen. ’’
Ein Kaninchen war fertig und lag auf den Steinen neben dem Feuer um zu garen.

‘’Was finden wir im Süden ?’’ Jane strich sich durch ihr Haar und Atmete tief durch.
‘’Es gibt Orte auf der Welt die nicht betroffen sind. Im Süden gibt es einen Evakuierungspunkt, ein Flughafen. Wenn wir Glück haben gibt es reisende die uns auf Helikopter oder Flugzeuge mit nach Europa nehmen. Da ist noch einiges Heil. Ich kenne in Schweden jemand, der hat bei Biotenix gearbeitet, er weiss das Gegenmittel herzustellen. ‘’

Jane nickte leicht. Ihr wurde bewusst, dass Matt kein gewöhnlicher Mensch war. Er hatte eine Aufgabe die er sich selber Aufbürdete um einen unterschied auszumachen. Ihm gefiel die Welt nicht, und er war wahrscheinlich der einzige der etwas daran ändern konnte und wollte.
Matt atmete Erleichtert aus, das loszuwerden tat gut und minderte den Druck ein wenig.

‘’ Ich bleibe bei dir, ich will zwar nichts von der alten Welt wissen aber so zu leben ist noch beschissener. ‘’ Matt nickte ‘’ Danke, ich kann jede Hilfe benötigen. Oh und äh.. danke fürs zuhören Jane.’’ Sie schaute in eine andere Richtung um Augenkontakt mit Matt zu vermeiden.
Das zweite Kaninchen war inzwischen auch soweit und lag am Feuer. ‘’ Was macht dein Knöchel?’’ Matt stand auf um nach der Verletzung zu sehen. ‘’Taub, aber soweit sind die schmerzen fast weg. ‘’ sie schaute Matt zu wie er den verband löste. Er entfernte die Bartflechte und packte den Verband wieder darauf. Die wunde war Noch sehr dunkel, und benötigte einige Wochen um komplett zu verheilen. Nichts desto trotz, die wunde schien sauber und gesund. Glück im Unglück. Während Matt mit dem Verband hantierte fing Jane an zu kichern. ‘’So kenne ich dich ja gar nicht. ‘’ Matt war überrascht, und sah zu ihr hoch. ‘’ Ich musste gerade an den Moment denke als du dein Gewehr in meine Richtung gehalten hast um die Bärenfall aufzuschiessen. Ich kam mir wie ein Verdammtes Pferd vor das sich ein Bein gebrochen hatte und auf den Gnadenschuss wartet. ‘’ sagte Jane und konnte ihr Lachen nicht mehr zurückhalten. Sie steckte dabei Matt an. Beide Genossen es ein wenig Auflockerung zu erleben, den selben Humor schienen sie ja zu haben.

Nach dem Essen, löschte Matt das Feuer und half ihr zurück zum Fahrzeug, Er liess sie auf den Rücksitz einsteigen. So konnte sie sich ein wenig hinlegen, wenn sie einen Schmerzschub bekam.
‘’Hör mal, wir machen einen kleinen Abstecher in ein kleines Städtchen das auf dem Weg liegt. Ich möchte mich nach Medizin umsehen. ‘’ Jane nickte nur und fummelte an Matt’s Gewehr herum.

Er startete den Wagen und fuhr los, sie hatten einen langen Weg vor sich. Matt schaute auf die Uhr. Diese zeigte 8:32. Das versprach ein Langer Tag zu werden. Zumindest waren es Noch ein paar Stunden Autofahrt durch den Wald. Das kleine Städtchen kam gleich danach.

Fortsetzung Folgt...


© Sarkario


0 Lesern gefällt dieser Text.

Diesen Text als PDF downloaden



Kommentare zu "Jane --- Kapitel 5 - Offenbarungen"

Es sind noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben zu "Jane --- Kapitel 5 - Offenbarungen"

Möchten Sie dem Autor einen Kommentar hinterlassen? Dann Loggen Sie sich ein oder Registrieren Sie sich in unserem Netzwerk.