Dunkle Blutstropfen auf kalten Steinfliesen
gequälte Schreie hallen von den hohen kahlen Wänden wieder
die Grausamkeit der Tode lässt das kalt
Ihr Geheimbund steht für Schrecken und Teufel
Das ehemalige Gotteshaus ist entweiht und besudelt
Die Wände schmutzig grau
dies ist keine Kirche mehr
es ist der Tempel der Verdammten
Kopfüber an verrosteten Eisenketten
hängt das Subjekt des schwarzen Rituals der Dämonen
der nackte kurvige Körper eines Mädchens

Triefend vor Schweiß und blutbefleckt
die wirren Haare voller Staub
Tränenspuren im erschöpften Gesicht
wimmert es leise vor sich hin
Unter ihr auf dem Boden ist der Kreis
das Pentagram des Teufels eingeritzt
Blutlachen auf zersprungenem Stein
Die untere Zacke deutet auf den Altar
die Rechte auf ihre Brüste

Sie zittert am ganzen Leib
die Brüder des Todes stehen um den Bannkreis
Manch lüsterne Augen saugen
sich gierig an diesem Anblick fest
Manch verächtlicher Mund verzieht sich zu grausamem Grinsen
Der Vollstrecker steht im Kreis
eine lederne Peitsche in der Hand
sowie der hohe Bruder am höchsten Punkt des Kreises steht
Der fünften Sternspitze des Geistes
gewandet in eine lange schwarze Robe,
dunkler als der übrige Kreis

Er rezitiert eine lange komplizierte Litanei
die Brüder raunen zustimmend mit und
als die vermummten Gestalten schließlich verstummen,
holt der Vollstrecker weit aus
und gellende Schreie erfüllen
erneut das dunkle Schiff
Wie Wellen durchdringen sie alles
und die Tode schöpfen ihre Kraft aus ihnen
mancher legt den Kopf nach vorne um alles
in sein erstarrtes Herz aufzunehmen

Nur dämmriges Licht fällt durch die hohen Buntglasfenster,
die nur noch dunkle Farben zeigen
auf denen noch die schmerzvollen Szenen
der Folter eines gutgläubigen Trottels zu sehen sind
Der Vollstrecker windet die Eisenketten um den Körper der Frau
auf perverse Weise um ihre Brüste und zwischen
ihren Beinen hindurch
anschließend nimmt er sie vom Haken
und kettet sie auf den steinernen Altar
Die Brüder nehmen wieder ihre Positionen ein
bis auf drei
welche die Jungfrau nun brutal vergewaltigen
Dann wird sie erneut gefoltert
während der Rest einen groben Sprechgesang anstimmt,
der dem Mädchen ein Schauer über den Körper jagt
sie vibrieren in der Luft,
welche vor Energie schwingt

Nach unendlich langem Leiden und Schmerzen,
naht das Ende der Zeremonie und der hohe Bruder tritt vor
zieht einen silbernen Dolch aus den Falten seiner Robe,
hält das verzierte Messer vor sich
und schlitzt dann seinen Unterarm auf
sodass dunkles Blut in eine Schale fließt
die ein anderer Bruder ihm hält,
herumgereicht wird die Gabe
jeder mischt etwas von seinem Blut hinzu
und es ward unter dem dunklen Mond geweiht
dann tut er sich an dem Mädchen gütlich

Das schwache Licht schwindet
die schwarze Messe wird nur noch
vom Licht flackernder Kerzen erhellt
Die Brüder geben die Schale herum und
jeder trinkt etwas um den Bund zu besiegeln
Ein kalter Lufthauch zieht durch die Kirche
ein Frösteln läuft durch die Reihen
denn selbst die Tode fürchten sich vor ihr
An der die Stirnseite der Kirche öffnet sich das Portal und
in dunklen Schatten geht, die Tochter der Nacht
in weichen fließenden Schritten
die Stufen zum Altar hinunter
in langem schwarzem Kleid und Mantel
einer schweren langen Silberkette
an denen ein Smaragd, ein Klunker
zwischen ihren Brüsten baumelt

Wirkt ihre Haut so weiß wie Schnee
ihr Gesicht, wie das einer Puppe
umrahmen dunkle wilde Locken
Wie die Teufelin ihr durchdringender und stechender Blick
stahlgrauer Augen sich auf die Tode richtet
und selbst sie, die in Grausamkeit wandeln
weichen vor der Macht zurück, die sie ausstrahlt
Ihre Aura drückt das Bewusstsein der Tode an die Wand
und die Nacht breitet sich aus

„Wie könnt ihr es wagen mein Haus so zu besudeln?“
fragt sie mit gebieterischer und doch trügerisch sanfter Stimme
Die Tode weichen noch weiter zurück
die Gesichter von den Kapuzen verborgen
sehen sie mit unergründlichem Blick
aber auch achtsam zu ihr auf
„Göttin“
sagt der hohe Bruder, in Ehrerbietung
aber er denkt auch, das sie nur eine Frau ist
Da hebt sie beide Arme in den langen weiten Ärmeln
Der Grüne Edelstein an ihrer Brust glüht auf
und ein rauschender Windstoß fährt durch den Tempel
Den Brüdern reißt es die Kapuzen von den Köpfen
Sie knien vor ihr nieder


„Nun, es ist immer das Selbe“
ihre Stimme langsam und tödlich wie eine Schlange
„wenn ihr keinen Babysitter habt,“
sie deutet mit einem Wink auf das Ritual
„- stellt ihr irgendeinen Unfug an.
Und hättest du deinen Gedanken besser für dich behalten“
wendet sie sich zum hohen Bruder
ihre Stimme ist ganz sanft und leise
doch umso mehr Gefahr
und Macht liegen darin, als sie die Tode mit ihrem gruseligen
seltsam ruhigen Blick durchbohrt
Sie hebt langsam die Hand
und ihre Lippen formen nur ein Wort
als unsichtbare Energie die Männer erfasst
und ihre Hände fahren an ihre Hälse
und sie würgen, die Augen verdrehen sich nach hinten
und fallen mit erstickten Schreien im Todeskrampf zu Boden
zuckende Körper, aus denen sie ihr Bewusstsein quetscht

Leblos liegen die Dummen am Boden
und der Blick der Hewykkamarva,
die auch als Tochter der Dunkelheit bekannt ist
wird weicher, als sie auf das Mädchen,
welches an den Altar gekettet ist blickt
Rasch schwebt sie hinüber und
betrachtet sie eingehend
Beim Anblick ihres Leiden
ziehen sich ihre Augenbrauen zornig zusammen
und ihre Augen blitzen

Sturm kommt auf im hohlen Raum und zieht
stauchend der Länge nach wie durch einen Flur,
weht ihre Haare zurück und reißt an ihrem Kleid
Einzelne Blätter tanzen wild durch die Luft
und der grüne Kristall glüht noch heller
Ihr starres weißes Antlitz wie Marmor
lässt sie Blitze aus ihrer Hand fahren
donnernd die Ketten sprengen
mit dem gewaltigen Sturm spielend,
senkt sie die Hände herab
Schlagartig flaut der Wind ab
und es wird totenstill

Sanft streicht sie über den Körper der Verwundeten
und heilt ihre Wunden,
die sich wie von Geisterhand schließen
nimmt sich ihrer an wie eine Mutter
„Es ist vorbei mein Kind, nun musst du nicht mehr Leiden“
ihre Stimme ist voller Traurigkeit und Bedauern
Das Mädchen sieht sie mit furchtsamem und schwachem Blick an
sie war dem Tod knapp entronnen
„Ich werde dich zu mir nehmen und dich heilen
als meine erste wahre Schwester der Nacht
werde ich dir Stärke und Kraft verleihen“
ein Hoffnungsschimmer glimmt in den müden Augen

„Komm mit mir“
sagt sie sanft und mit einer Handbewegung
verschwinden die Ketten und das Blut
Dann streichelt sie ihr sanft durchs Haar
und es wird zu einem hellen silbrigen weiß und ihre Augen
nehmen die Farbe von Schiefer an
und sie heilt ihr Herz
und es wird
ein funkelnder Kristall aus Eis
Die Kälte nimmt alle Schmerzen davon
und lässt sie Ruhe finden
„Nun kannst du dein neues Leben beginnen“

Und behutsam nimmt sie das Mädchen in ihre Arme
es lehnt erschöpft den Kopf an ihre Brust
und geht mit ihr zum Portal
schwebend in eine andere Welt

Die Nacht ist mit uns
denn nur wir Frauen
sind die wahren Kinder der Nacht

Dunkles Ritual

© sp


© S.J.B.


13 Lesern gefällt dieser Text.



Unregistrierter Besucher


Unregistrierter Besucher

Unregistrierter Besucher

Unregistrierter Besucher
Unregistrierter Besucher

Unregistrierter Besucher


Beschreibung des Autors zu "Dunkles Ritual"

Falls jemandem dieser Text anstößig oder unangemessen vorkommt so bitte ich um Verzeihung, aber dies ist lediglich Fiktion, daher sollte es ok sein
Mir war es ein Vergnügen die dunkelsten Seiten mancher Abgründe des Menschen darzustellen.
Selena

Diesen Text als PDF downloaden



Weitere Fantasiegeschichten

Jastanys Furcht

Das Wesen aus einer anderen Welt - Teil 4.

Ein Schauspiel

Elvira und die Baumfee!

Geschichtsunterricht in (nicht allzu) ferner Zukunft 3



Kommentare zu "Dunkles Ritual"

Es sind noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben zu "Dunkles Ritual"

Möchten Sie dem Autor einen Kommentar hinterlassen? Dann Loggen Sie sich ein oder Registrieren Sie sich in unserem Netzwerk.