Am nächsten Morgen...



Noch bevor das Licht der Sonne die Dunkelheit der Nacht vertireb wurde Rick durch ein nur leises Klopfen geweckt.
Obwohl es noch so früh am Morgen war und die Stadt noch schlief stand er langsam aus dem weichen Bett auf.
Nach dem ersten Schritt in Richtung Tür verging auf einmal jegliche Müdigkeit und er öffnete langsam und ohne auch nur ein Wort die Tür.
Doch als er in die emotionslose Maske vor sich schaute entglitten ihm sofort die ersten Worte: „Dalein!“ sprach er mit lauter, überraschter Stimme. „Schnell komm rein!“
Sein Gast trat langsam ein und schloss die Tür hinter sich.
„Setz dich erst einmal und dann erzähl mir wo du so lange warst. Oder besser, was du die ganze Zeit in der wir uns nicht gesehen haben gemacht hast. Du siehst nämlich ziemlich ramponiert aus.“ Schoss es aus Rick heraus während er seinem Gegenüber einen Platz an dem kleinen Esstisch aus dunklen Holz anbot.
Sie setzten sich und Dalein begann mit tiefer Stimme zu sprechen: „Ich war außerhalb der Stadt. Das Experiment was sie mit mir durchgeführt hatten hat begonnen seine Nebenwirkungen auf meine Psyche zu zeigen. Ich habe versucht durch eine zeitweilige Isolation den Kopf frei zu bekommen um meinen Kopf frei für mein Ziel machen zu können.“
„Und was ist dein Ziel?“ fragte Rick mit besorgten Unterton.
„Der Fall des Systems und der Tod des Anführers.“ antwortete Dalein.
„Du bist verrückt!“ schoss es aus Rick. „Du kannst nichts gegen ihn ausrichten. Überall sind seine Anhänger die sich als Politiker und Polizisten ausgeben, oder es nicht nötig haben hinter einer anderen Identität zu verstecken.“
„Du siehst doch was er mit den Leuten macht. Ihm ist egal was er tun muss um an der Macht zu bleiben. Sogar Kinder würde er einfach so töten lassen.“ kam mit lauter Stimme unter der Maske hervor. „Oder muss ich dich zuerst daran erinnern was er aus Unschuldigen macht.“
Dalein sah auf den alten Holzboden zu seinen Füßen, zog die Kapuze herunter und lockerte die Bänder an seinem Hinterkopf die die Maske hielten.
Sein schwarzes Haar wand sich in alle Richtungen als die Bänder über sie glitten.
Langsam nahm er die Maske ab und Stille ergriff den Moment.
Daleins Vergangenheit offenbarte sich Rick anhand der vielen Narben und Verbrennungen die das Gesicht seines Freundes zierten.
Es verursachte Schmerzen in ihm als der seinen Freund nach so langer Zeit wieder ohne Maske ansehen musste.
Er wusste wie er vor 12 Jahren noch ausgesehen hatte doch die Erinnerungen an dieses Gesicht verblassten mit der Zeit die verging und mit dem Anblick was nun noch davon übrig war.
Diesen Anblick würde Rick nie richtig ertragen können egal wie oft er sich ihm noch zeigen würde.
„Sieh mich an und sag mir was er aus dem unschuldigen Kind vor 12 Jahren gemacht hat. Du bist die einzige noch lebende Person die mich noch kennt, die weis welches Gesicht unter dieser Maske versteckt ist und wie es einst ausgesehen hatte. Die weis was ich durchleben musste und welche mich verändernden Entscheidungen ich getroffen habe. Das illegale Testversuch zur Verbesserung des Menschen an dem ich mich freiwillig als Testperson gemeldet hatte weil mein Körper zu schwach war etwas zu bewirken, die Misshandlung durch die korrupte Polizei, die Ermordung meiner Eltern und den Verlust meines Armes welcher nun durch ein jämmerliches Stück Metall ersetzt wurde. Ich sehe dass es dir Schmerzen bereitet mich so anzusehen, aber jetzt musst du dir endlich bewusst werden dass es an der Zeit ist dieses System zu stürzen! Mein erster Schritt dazu ist getan aber was wirst du dazu beitragen alter Freund.“
Er setzte seine Maske wieder auf um Rick nicht länger damit zu quälen.
Seine Identität wurde wieder zusammengefügt wie durch ein verlorenes Teil.
Rick nahm einen tiefen Atemzug bevor er seine Meinung zurückgab: „Ja du hast Recht das System ist korrupt und wahrscheinlich sogar noch schlimmer als wir es schon wissen. Aber wir haben nicht die Mittel und was könnten du und ich schon ausrichten“ seine Stimme verstummte fast. „Wir können nichts ausrichten.“
„Mein Wille ist da. Ich lasse mich nicht länger verängstigen wie ich es mein halbes Leben getan habe!“ sprach Dalein zu seinem Gegenüber. „Mein erster Schritt ist getan und ich werde nicht mehr umkehren! Meine Eltern, meine Kindheit und mein Gesicht wurde mir genommen. Ich werde nicht mehr einfach zusehen wie das System sich nimmt was es will und Hilflose und Unschuldige ermordet.“
Bedrückt und nachdenklich gab Rick seine Meinung preis: „Ich kann nichts ausrichten, nichts im Kampf gegen das System beitragen aber ich kann meinem Freund unterstützen. Mein Haus steht immer offen für dich und was auch immer du brauchst ich werde versuchen es dir zu besorgen.“
Ein für Rick unsichtbares Lächeln erschien unter der Maske Daleins.
Das erste Lächeln nach so vielen Jahren der Angst und der Verzweiflung.
„So wie du damals als Kind für mich da warst bist du es auch heute noch alter Freund.“ sprach Dalein
Er stand auf zog seine Jacke hoch und offenabarte die kugelsichere Weste unter ihr in der eine einzelne Kugel steckte welche das Licht der alten Lampe an der Decke des Raumes glänzend reflektierte.
„Und schon bitte ich dich um etwas. Hast du noch welche?“ fragte er als der sie auf den Tisch legte.
Rick griff unter den Tisch an dem ein kleines Kästchen angebaut war scheinbar unsichtbar für Unwissende. Er öffnete es und zog ein kleines Päckchen voller Munition heraus, legte es auf den Tisch und schob es auf die andere Tischseite bevor er sich gemütlich in den Stuhl zurücklehnte ohne ein Wort zu sagen.
„Danke Rick ich komme bald wieder wenn mein Plan aufgeht.“ sagte Dalein seinem Freund zum Abschied zu als er die Packung ,die klein genug war dass sie in seine Hosentasche passte, eingesteckt hatte und aus der Tür hinein in den kalten Herbstmorgen verschwand.
„Auf Wiedersehen alter Freund“ sprach Rick ihm noch zu bevor die Tür seines kleinen alten Hauses geschlossen wurde und der kalte Windzug der durch sie gekommen war mit einem mal verschwand.
In der Mitte der Stadt hatten sich die Anführer des Systems ein riesiges Gebäude errichten lassen welches zu gut für einen Angriff gesichert war.
Deshalb hatte Dalein in der Zeit in der er außerhalb der Stadt war einen Plan ausgeklügelt der mit hoher Wahrscheinlichkeit von Erfolg gekrönt werden würde.
Wenn er das Gebäude observieren würde und einen der höher Gestellten entführen würde könnte er an alle Informationen gelangen welche er für seine nächsten Schritte brauchen würde.
Dicht an den Mauer der Häuser gehalten ,um so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf den sich schnell füllenden Straßen zu erlangen trugen ihn seine Schritte näher ins Stadtinnere.
Als der nach einigen Minuten das Hauptgebäude ineinigen Metern Entfernung sehen konnte waren die Straßen schon überfüllt.
Es wurde Zeit einen ungesehen Platz zu finden wo er Sicht auf den Haupteingang haben würde.
Es erwies sich als schwer denn gedacht denn er stand auf dem riesigen offenen Stadtplatz wo es wenig ungesehene Plätze in der Menschenmasse gab.
Dennoch konnte er den gewünschten Platz bei einem verlassen Haus auf der Treppe vor der Tür finden wo er durch die Mauern des Hauses von Blicken geschützt wurde.
Er hatte eine einigermaßen gute Sicht auf den Haupteingang des Systemgebäudes und bei der ganzen Ablenkung auf dem Platz durch Geschäfte und Arbeit würde Dalein auch nicht auffallen.
Nun hieß es warten bis er ein geeignetes Ziel entdecken würde.


© Daniel Koch


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Beschreibung des Autors zu "Feeling Mask Act Two: Friend"

Der zweite Akt ist fertig.
Hoffe er gefällt euch.

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