Kapitel 1

Mutationen sind der Schlüssel zur Evolution, so die Worte eines Mannes, welcher seiner Zeit voraus zu sein schien. Auch wenn man diesen Worten zu seiner Zeit keine große Beachtung schenkte, so trat dies ein, was niemand für möglich gehalten hätte. All die Fiktionen und Geschichten über Menschen, die Dinge vollbringen konnten, welche der menschlichen Natur und allen uns bekannten Regeln der Physik widerstrebten.
Ende des 21. Jahrhunderts, nach endlosen Diskussionen, musste sich die Regierung der vereinten Erdkontinente eingestehen, dass sich bereits ein kleiner Teil der Menschheit im Laufe der letzten hundert Jahre verändert hatte. Weitere Veränderungen waren nicht abzusehen und das was seither nur die Parapsychologie beschäftigte und im Dunkeln vor sich dahin schlummerte, trat nun ins Licht der Allgemeinheit. Lange hielt man das Auftreten von übermenschlichen Fähigkeiten für eine Laune der Natur. Keiner wollte sich eingestehen, dass es sich hierbei um einen evolutionären Schritt handelte. Mehr und mehr kamen Kinder zur Welt, welche eine besondere Gabe ihr Eigen nennen konnten. Schon vor vielen Jahrhunderten kamen Wesen zur Welt ? menschliche Absurditäten ? die für eine ebensolche Laune Mutter-Naturs gehalten wurden. Menschen, die mit einer Art Behinderung zur Welt kamen, wurden von allen verspottet und verachtet oder einfach nur bemitleidet. Viele von ihnen lebten auch nicht lange genug, sie waren Spielzeuge der Medizin und Medien. Bereits schon damals waren dies, Testläufe der Evolution und nur die Vorhut dessen, was noch kommen mochte. Man kann nur vermuten, wie viele der uns bekannten Haifische ertrunken waren, bevor sie tatsächlich ihres Elementes Herr wurden. Ein wenig absurd der Gedanke, aber dennoch Realität. Sie, die Missbildungen in der Geschichte der Medizin, könnte man also als die Vorhut einer neuen, verbesserten Generation von Menschen bezeichnen. Vielleicht war die Zeit damals noch nicht reif genug. Irgendwann wurde sie es allerdings.

Für manche waren diese ?besonderen? Fähigkeiten ein Fluch, doch für die meisten brachte es gegenüber den ?gewöhnlichen? Menschen einen großen Vorteil ein. Telepathie zum Beispiel war eine solche Gabe, wenn man von einem Vorteil sprechen mochte. Obgleich es weitaus schlimmere Fähigkeiten gab, waren doch stets die Gedanken immer frei. Wie konnten sie das jedoch noch sein, wenn jemand im Kopf eines anderen spazieren ging. Die ?Mutanten? waren jedoch nur eine Minderheit! Die Frage, welche alle zu beschäftigen schien, war, wie lange noch. Wie sollte die Regierung mit dieser Tatsache und der offensichtlichen Gefahr umgehen? Es waren schließlich in gewisser Weise noch immer Menschen.
Zu viele, die eine solche Gabe besaßen, waren nicht fähig diese unter Kontrolle zu halten. Diese Realität und ein gesunder Selbsterhaltungstrieb zwangen die United Earth Continents zu Beginn des 23. Jahrhunderts ein Milliarden schweres Kontrollsystem ins Leben zu rufen, nicht ferner auch aus dem Grund, sich dem gesamten Problem ?Mutant? zu entledigen. Dieses System wurde nach einer kurzen, jedoch erfolgsversprechenden Einführungsphase, auf der ganzen Welt eingesetzt. Sobald nun ein minimaler Anstieg an parakinetischen Ereignissen registriert wurde, alarmierte das System ein Sonderkommando namens Special Psi Force. Die SPF, wie sie auch abgekürzt wurde, war auf dem gesamten Erdball aktiv und konnte in Sekundenschnelle an jedem beliebigen Ort sein.
Dieses ausgeklügelte Kontrollsystem hätte der Bevölkerung die Angst nehmen sollen, doch es versetzte sie noch mehr in Aufruhen. Bei jedem nur erdenklichen Einsatz der SPF waren auch immer die Medien zugegen. So kam es, dass die abendlichen Nachrichtensendungen von Mutantenübergriffen auf ?wehrlose? Menschen, geprägt waren. Letztendlich waren es die Medien, die den Mutanten zum Luzifer der Neuzeit machten und die Menschheit mehr denn je gegen sie aufhetzte. Auch wenn es die ?gewöhnlichen? Menschen waren, die sich gegenüber, den größtenteils friedliebenden Mutanten, wie Teufel verhielten.
Der wohl bekannteste und erst offiziell verzeichnete, kriminell geprägte Mutant, der für seine Schandtaten bezahlen sollte, war Gregory Grobblin. Er verschaffte sich mit seiner Fähigkeit, durch Wände gehen zu können, Zutritt in die Weltbank der UEC. Diese Raubtat ging durch die Presse der ganzen Welt und dieser Fall wäre wohl nichts Besonderes gewesen, wenn er nicht, unbeachtet des Kontrollsystems, seinen Einmann-Coup, hätte durchziehen können und beinahe damit durchgekommen wäre. Da sich die Justiz zu diesem Zeitpunkt noch uneinig war, welches Strafmaß hierfür angemessen wäre, ahndete man es wie einen gewöhnlichen Raub. Diese Entscheidung hatte schließlich schwere Ausschreitungen und Protestmärsche auf der ganzen Welt zur Folge.
Daraufhin wurde dieser Fall erneut aufgerollt und vor Gericht gebracht. Die ganze Welt war anwesend und verfolgte die Gerichtsverhandlung vor den TV-Geräten.
Valery Sharp war für NAN live Vorort. Menschenmassen tummelten sich vor dem Gerichtsgebäude und forderten mit selbst bemalten Plakaten für eine härtere Bestrafung. Konzentriert studierte sie ihre Notizen, als der Kameramann ihr Handzeichen gab. Nur wenige Augenblicke blieben ihr noch, bis dass ihr Gesicht auf der ganzen Welt über die Mattscheibe flimmern sollte.
Dann war es soweit. Valery stellte sich in Pose und ihr eben noch angestrengter Gesichtsausdruck verwandelte sich in sich die alles beliebte Star-Reporterin.
»Valery Sharp für NAN. Ich stehe hier vor dem Weltgerichtshof der United Earth Continents, wo in wenigen Minuten der Fall Grobblin in eine neue Runde gehen wird. Die ganze Welt erwartet ein hartes Urteil, doch die Folgen würden unsere bisweilen guten Verhältnisse zur Gemeinschaft der Mutanten stark schädigen. Die strengeren Auflagen würden andere, längst vergangene Fälle ebenfalls wieder aufrollen und vor Gericht stellen. Mutanten sind nicht unsere Feinde. Sie sind nicht viel anders, als wir es sind. Was immer auch geschehen mag, wird unter umständen einen Krieg zwischen uns und der Mutantengesellschaft entfachen ?«
Der Kameramann wurde unruhig, da der über seinen Kopfhörer von der Produktion bereits schon mehrmals darüber informiert wurde, dass die Verhandlung begonnen habe. Der versuchte dies Valery durch Handzeichen verständlich zu machen, doch diese ließ sich nur nach einigen Ermahnungen dazu bewegen einen Schluss zu finden.
»Wie ich so eben von der Regie erfahren habe, hat die Verhandlung eben begonnen. Schalten wir also in den Gerichtshof der UEC.«
Als der Kameramann die Anweisung bekam, dass er nun Off-Air wäre, setzte er sein Headset ab und blickte Valery scharf an. »Wenn du deinen Job verlieren möchtest, bitte! Aber lass meinen Arsch bitte aus dem Spiel. Ich habe drei Kinder, eine Frau und wir kommen so schon kaum über die Runden.«
»Reg' dich ab Lars! Die bekommen noch früh genug ihren Fraß vorgeworfen.« , entgegnete sie nüchtern.

Den Vorsitz hatte der Präsident der vereinten Erdkontinente Damian Epog, der am Kopf der Runde saß. Unmittelbar neben ihm saß ein hagerer kleiner Mann, dessen Uniform unzählige Auszeichnungen schmückten. General of the United Earth Continents George Fuller war sowohl ein enger Freund des Präsidenten, also auch dessen militärischer Berater. Obwohl Fuller um einige Jahre älter war, als Epog, verstanden sie sich hervorragend und waren sich in nahezu allen Belangten einig.
Die Vertreter aller fünf Kontinente waren anwesend, wobei Eurasien und Amerika durch jeweils zwei Verantwortliche vertreten waren. Richard Wagner für den europäischen Teil und Jen Con-Riu für den asiatischen Bereich Eurasiens. Hingegen waren Roger Probe und Amanda Santina für die nördlichen und südlichen Hälften Amerikas verantwortlich.
Abdallah Zawo vertrat den afrikanischen Kontinent, Rita Stamnos den Antarktischen, welcher die geringste Einwohnerzahl aufwies und zu guter Letzt, Orito Wagasan die Botschafterin Ozeaniens.
Der prunkvolle Saal war hell erleuchtet und an den Wänden, passend zur Sitzordnung der Vertreter der Kontinente, hingen deren Flaggen. Es war ein warmer Ort, an dem man für gewöhnlich, Wohlbehagen empfand, so ging es jedenfalls Damian Epog. Er war stets gerne hier, doch heute plagte ihn sein Gewissen. Epog wusste, dass wie immer das Urteil ausfallen möchte, es um das Schicksal von Millionen ging, auch wenn man annehmen wollte, dass er nur um den Fall Grobblin zu gehen schien. Gregory Grobblin war nicht zugegen. Zu groß war die Gefahr, dass er sich zum wiederholten Mal seine Fähigkeiten zunutze machen könnte und entflieht. Er saß in einem, eigens für ihn entworfenen Laserkäfig und verfolgte alles Gesprochene über acht Monitore.
Damian strich sich verzweifelt durchs Gesicht, während die Botschafter in wilde, ungezügelte Diskussionen verfielen. General Fuller schien der Einzige zu sein, den das Ganze zu amüsieren schien. Das reinste verbale Schlachtfeld.
Präsident Epog wusste, dass es Zeit war, einzugreifen.
»Meine Damen, meine Herren! Bitte beruhigen sie sich!!«, woraufhin sofort Stille einkehrte.
»Jeder von uns ist dich der Lage wohl bewusst und man sollte dies nicht unterschätzen. Ich gebe es ungern zu, doch wir sind an einem Punkt angekommen, an dem uns dieses Problem aus den Händen zu gleiten droht.«
Epogs Ansprache fand bei einigen Botschaftern Zustimmung, wobei der Rest nicht ganz seiner Meinung war.
»Wir müssen eine Entscheidung treffen und hier geht es nicht nur um Gregory Grobblin, sondern um alle Mutanten. Sie sind eine Gefahr für die Allgemeinheit und jeder von ihnen muss sich dieser Tatsache bewusst werden.«
Orito Wagasan meldete sich zu Wort. Ihre Gesichtszüge verrieten, dass sie eine derjenigen war, welche nicht den rabiaten Plänen des Präsidenten beipflichtete. »Ich wurde zum Botschafter meines Kontinentes gewählt, um diese zu schützen und die nur erdenklich beste Entscheidung für mein Volk zu treffen. Ich würde ihnen in den Rücken fallen, wenn ich ihrem Plan zustimmen würde. Bei allem Respekt Mister President, wissen sie ganz genau, dass man nicht so einfach schwarz von weiß unterscheiden kann, gut von böse.«
Wieder entstand ein tumultartiges Streitgespräch der pro und contra Fraktionen.
»Bitte beruhigen sie sich! Ich bin ebenfalls vom Volk gewählt worden, weil sie mir vertrauten und der Meinung waren ich könnte sie leiten und beschützen. Doch so einfach ist dies nicht! Selbstverständlich sehe ich nicht nur schwarz und weiß, denn das würde die Sache für mich, für uns alle vereinfachen. Keiner von uns kann sagen, ob ein Mensch oder Mutant potenziell zu einer Straftat fähig ist und dies beschäftigt die Justiz nicht erst seit gestern. Dennoch müssen wir Richtlinien verfügen, an die sich alle zu halten haben, ohne Ausnahme!«
»Mein Kollege Roger Probe und ich pflichten ihnen bei, El Presidente. Wir haben uns bereits im Vorfeld über diese Situation unterhalten und sind uns einig, dass diese Kreaturen ohne Ausnahme Straftäter sind und hinter Schloss und Riegel gehören.«
Erneut wurden Stimmen laut.
»Das habe ich so nicht gesagt! Nicht jeder Mensch ist zu etwas Bösem fähig, welches einem anderem schaden zufügen könnte. Keiner kann sich von einer Schuld freisprechen, auch wir nicht. Es ist unabhängig, ob nun dieser Mensch eine besondere Gabe besitzt oder nicht.«
»Das sind keine Menschen mehr!!«, warf Amanda Santina, Botschafterin Antarktikas ein.
Damian Epog sah verblüfft die ältere Dame an, die seither für Weise und couragiert galt. »Interessante Ansicht Botschafterin Santina. Ich hatte sie für Umsichtiger gehalten. Wie dem auch sei ? das Sicherheitsprogramm der Special Psi Force ist nun mehr seit Längerem im Einsatz, dank General Fuller und seinen Untergebenen. Nun ist es Zeit einen Schritt nach vorn zu gehen. Bitte General Fuller!«, sagte Damian Epog und wandte sich dem General zu.
»Danke Mister President!«
Fuller erhob sich von seinem Platz und steuerte den riesigen Monitor an, der hinter ihm an der Wand das Wappen der vereinten Erdkontinente zeigte. Durch einen Knopfdruck eines Presenters, den er in seiner Hand hielt, erschien die Weltkarte.
»Wir haben inzwischen zwanzig Stützpunkte der SPF, auf der ganzen Welt verteilt, eingerichtet, von wo aus die illegalen Zugriffe paranormaler Fähigkeiten überwacht werden. Start der Operation, welcher wir den Namen ?ALPHA X?, angelehnt an das veränderte X-Chromosom der Mutantengenetik, gegeben haben, wird morgen Abend, um 20.00 Weltzeit sein. Zu diesem Zeitpunkt wird auf dem gesamten Globus in allen Nachrichtensendern eine Mitteilung ausgestrahlt werden. Deren Inhalt wird eine Warnung enthalten. Diese wird in Kurzform lauten, dass ALLE Menschen die eine paranormale Fähigkeit besitzen, diese bei ihrer zuständigen Behörde melden müssen. Sollte dies nicht geschehen, so werden diese strafrechtlich verfolgt werden. Zudem sollten die Nutzungen der Fähigkeiten ebenfalls unterbunden werden, andererseits ereilt sie dasselbe Schicksal.«
Präsident Damian Epog sah in die Gesichter seiner Botschafter und sah in denen der Gegner ein kaltes Grauen. Er empfand ähnlich wie sie und musste sich eingestehen, dass dies über kurz oder lang einen Krieg auslösen würde, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. So lange Jahre Frieden und Einigkeit, zerplatzen in diesem Moment, wie eine Seifenblase. Er hatte es kommen sehen, es war alles nur eine Frage der Zeit.
General Fuller sprach unterdessen weiter. »Die SPF entwickelte zusammen mit OASIS Genetic Corporate eine hypokinetische Schlafkapsel. Welche den Namen EXILE erhielt. In einer solchen Kapsel werden die Gesetzesbrecher auf ewig aus dem Verkehr gezogen oder solange in einen Winterschlaf gelegt, bis es eine Heilung gibt. Gregory Grobblin wird das Privileg haben der erste Mutant zu sein, der diese Strafe antreten darf und weitere, werden ihm folgen.«
Selbst einige der Befürworter schienen nun ein wenig erschrocken zu sein. Abdallah Zawo, der dieser Sache immer ein wenig zwiespältig gegenüberstand, meldete sich zu Wort.
»Sind das nicht Unmengen von Kosten, die da auf uns zukommen?« Fuller schmunzelte. »Nun lassen sie es mich mal so ausdrücken, die ersten hundert stehen bereits bereit und weitere tausend werden in den nächsten Wochen vom Band laufen. Zu ihrer aller Beruhigung, die Kosten, welche eine dieser hypo-cryokinetischen Kapsel verschlingt, könnten wir einen Mutanten noch nicht einmal ein Jahr versorgen. Eine langfristige Investition also!!« Der General lachte, doch dieser Witz stieß den anderen säuerlich auf.


Die Nachrichtensprecherin verkündete die Entscheidung des Rates der UEC verhalten. Anschließend wurde ein Werbevideo abgespielt, welches dieses Projekt für gut hieß und für eine sichere Zukunft der Menschheit warb. Valery Sharp schaltete den Monitor ab, der sogleich in der Zimmerdecke verschwand. Ihr stiegen die Tränen in die Augen. Er hatte es einfach nicht verdient, sagte sie sich immer wieder im Stillen. Mit zitternden Händen betrachtete sie das Bild eines blonden Mannes, der das Lächeln eines Engels hatte. Jeder der Johnny kennenlernen durfte, erkannte in ihm seine Güte und Geduld. Wo fand man auf dieser unsozialen Welt denn noch solch charakterlichen Stärken, wie er sie einst besaß? Er wollte sie heiraten. Noch immer zierte der Verlobungsring ihren linken Ringfinger. Die Welt schien damals perfekt zu sein. Sie hatte einen wundervollen Job, eine atemberaubende Wohnung am Strand und die Liebe ihres Lebens. Ihren Job hatte sie noch immer und auch die Wohnung war ihr geblieben. Doch was nützte es einem, das wohl berühmteste Gesicht der Welt zu sein. Abend für Abend vor einem Millionen Publikum, über die neusten Geschehnisse zu berichten, um letztendlich alleine in einem luxuriösen Strandhaus zu sitzen und den alten, besseren Zeiten nachzutrauern.
Valery war der bekannteste, beliebteste und wohl auch kritisierteste Charakter, welcher je über die Mattscheibe flimmern durfte. Die Männer unter uns sprach sie durch ihr exzellentes Aussehen an und die Frauen bewunderten sie für ihre Schlagfertigkeit. Wer Valery kannte, der wusste, dass sie eine sehr starke und zähe Person war, die sich nichts so schnell einschüchtern ließ und wer sie zum Gegner hatte, hatte nur wenige Freuden im Leben.
Dennoch war sie auch fähig zu trauern, insbesondere an Momenten wie diesen, wenn das Feuer im Kamin vor sich hin knisterte und sie mit einem Glas Bordeaux gemütlich auf ihrem cremefarbenen Sofa saß. Johnny fehlte ihr an solchen Abenden mehr als sonst.
Der Kommunikator riss sie aus ihren Gedanken. Sie wischte sich noch schnell die Tränen aus dem Gesicht und bediente einen Schalter, der vor ihr auf dem Wohnzimmertisch eingelassen war. Kurzerhand fuhr ein Monitor wieder von der Decke herab und blieb knapp oberhalb der Kaminöffnung zum stehen. Kaum in dieser Position angekommen, erkannte Valery ihren Produktionsleiter Danny Wahlberg, der nicht nur ihr Chef, sonder zugleich auch ein sehr enger Freund von ihr war. Seine Gesichtszüge verrieten, dass er wusste, was sie eben getan hatte. Wie oft hatte er sie in dieser Situation angetroffen und wie oft sah er es als seine Pflicht an, sie wieder aufzumuntern. Doch heute war nicht der richtige Zeitpunkt dafür und er wusste, dass es ihr auch nicht recht war, wenn er sie nicht ab und an etwas ihrer Trauer überließ.
»Guten Abend Valery!«, sagte er konzentriert, um sich nichts anmerken zu lassen.
Valery stellte ihr Glas beiseite und wischte sich die nur noch kaum sichtbaren Tränenreste aus ihrem Gesicht.
»Hallo Danny.« grüßte sie emotionslos zurück, ohne auf den Monitor zu blicken. »Was gibt es?!«
»Ich habe in einer Stunde ein Interview mit dem Verantwortlichen des ?Exile?-Projektes arrangieren können.«
Valery sah überrascht zum Monitor auf. »Du hast es tatsächlich geschafft?!«
Danny sah alles andere als begeistert aus, im Gegensatz zu Val. Er achtete immer darauf, dass möglichst keine heiklen Themen behandelt wurden, die den Ruf des Senders schädigen konnten. Sie jedoch schreckte vor keinem Thema zurück. Vor allem nicht, was ihr eigenes Interesse weckte. Schließlich unterstand dieses Projekt der Regierung und sich mit dem Staat anzulegen, war immer schlecht.
»Willst du diese Sache wirklich durchziehen?«
Valery dachte nicht im Traum daran, so nah vor dem Ziel aufzugeben. Die Öffentlichkeit hatte ein Recht auf die Wahrheit und ohne auf die Frage direkt zu antworten, sprang sie von ihrem Sofa auf.
»Ich bin in einer halben Stunde im Sender!« und beendete das Gespräch mit einem Knopfdruck.

»New Angeles News mit den Special Breaking News am 16. Mai 2219. Live im Studio für sie, Miss NAN ? Valery Sharp.«
Als Valery auf dem Bildschirm des Aufnahmeleiters erschien, zeigte er die Frau in all ihrer Schönheit, wie man es von ihr gewohnt war und die Kamera log nicht. Die brünette Valery trug ein aufreizend rotes Kleid, mit einem weit ausgeschnittenen Dekolleté, welches ihren Brustansatz prunkvoll zur Schau stellte.
»Guten Abend meine Damen und Herren. Wie sie sicherlich erfahren haben, wurden gestern weitere 500 Mutanten festgenommen und sollen bereits heute Abend ins ewige Exil genommen werden. Auch wenn es viele Befürworter dieser Maßnahmen gibt, so gibt es auch einige Verfechter, zum Beispiel Familien und Angehörige der Betroffenen. Unter diesen besagten 500 Mutanten befinden sich, laut streng geheimen Quellen, mindestens 100 Minderjährige und Kinder. Da es nach wie vor ein umstrittenes Thema ist, habe ich mir hierfür General George Fuller, den Sicherheitsbeauftragten der United Earth Continents eingeladen.«
Die Kamera erweiterte die Bildperspektive. Neben Valery Sharp war nun Fuller zu sehen, dessen Gesichtsausdruck kalt und emotionslos erschien.
Jedoch spürte Valery, dass er ihr nicht gerne gegenübersaß. Wer tat das schon zu einem derart brisanten Thema.
»Guten Abend Miss Sharp.«
»Guten Abend General Fuller. Kommen wir gleich auf den Punkt, denn wenn sie mich kennen, dann wissen sie, dass ich nicht gerne um den heißen Brei herumrede. Wie rechtfertigen sie die unmenschlichen Maßnahmen, vor allem was die Behandlung Minderjähriger angeht?«
Schweißperlen standen Fuller auf der Stirn. Ob dies nun an dem brütend heißen Scheinwerferlicht lag oder an Valery, war konnte man nur vermuten. Dennoch antwortete der General direkt und ohne lange zu zögern.
»Die Mutanten sind die gefährlichsten Feinde der Menschheit. Um sich vor ihren übermenschlichen Fähigkeiten zu schützen, entschied der UEC-Präsident Damian Epog, alle Mutanten, die sich ihre Fähigkeit zunutze machen, festnehmen zu lassen und zu verbannen. Hier sollte man weder zwischen Geschlechtern, noch dem Alter der Bestien unterscheiden.«
Valery rieb sich innerlich die Hände, da sie auf eine derart aggressive Position Fullers hoffte.
»In einer Welt voller Vorurteile und Hass gegenüber allem, was ihnen fremd ist, neigt die Menschheit dazu, Dinge zu verurteilen, welche sie nicht versteht. Ist dem nicht so?«
»Sollte dies eine Frage sein, Miss Sharp? Wenn ja, so habe ich sie leider nicht verstanden.«
Valery schmunzelte und nickte zustimmend.
»Das überrascht mich nicht! Dennoch ist es so, dass sie diesen Menschen ihr Recht zum freien Leben verweigern und somit verstoßen sie gegen den ersten Paragrafen im Grundgesetzbuch, welches nach wie vor von Bedeutung ist. Dies besagt, ich zitiere: ?Die Würde des Menschen ist unantastbar?.«
General Fuller schmunzelte nun ebenfalls.
»Sie glauben doch nicht, dass diese Wesen auch nur einen Funken an Rechten besitzen?! Diese Kreaturen sind keineswegs mehr menschlich, es sind Missbildungen der Evolution, die wir stoppen müssen. Und außerdem sollten sie sich nicht all zu überlegen fühlen.«
»Oh nein! Gegen einen Mann ihres Ranges, wie könnte ich da etwas ausrichten? Sicherlich mussten sie sehr viele Menschenopfer bringen, um all diese Titel und Orden zu erlangen.« Valery erhob ihre Stimme noch mehr, sie zischte gerade zu, wie eine Schlange die langsam ihr Opfer zu erdrosseln drohte. »Waren nicht sie es, der Damian Epog dazu riet, diese Maßnahmen zu ergreifen?! Waren nicht sie es, welcher die Special Psi Force ins Leben rief, um Jagd auf Mutanten zu machen?! Waren es nicht sie, der großen Einfluss auf das Strafmaß hatte und wer dafür in Frage kam?! Kinder, Frauen, die mit Mutanten schwanger waren ... alte Menschen, die bereits Jahre lang mit ihrer Mutation lebten und nie jemand etwas zuleide taten?! Sie widern mich an! Was wenn alle Mutanten beseitigt sind? Auf wen werden sie dann Jagd machen? Auf Frauen, die sich nicht an das Geburtenkontrollgesetz halten werden oder wie es einst unsere Vorfahren machten und gleichgeschlechtliche Liebe verbieten?!«
General Fuller erhob sich erbost von seinem Sessel »Halten sie den Mund! Es ist genug!! Sie haben ja keine Ahnung von dem was sie da reden!«, wurde aber von Valery wieder in seinen Sitz hineingestoßen.
»Nein! Jetzt halten sie den Mund und ich habe sehr wohl eine Ahnung!!« Valery wendete sich der Kamera zu. »Ich bin durch meine geheimen Quellen an Informationen gekommen, welche sie, liebe Zuschauer, erschüttern werden! Die Regierung setzte Androiden ein, die das Vertrauen der Mutantengesellschaft zu gewinnen, um sie dann letztendlich in eine Falle zu locken. Sie haben selbst die Frechheit, Mutanten in ihrer Spezialeinheit zu beschäftigen und diese wie eine Waffe gegen ihresgleichen zu verwenden. Dies ist meiner Meinung nach mit der Situation gleichzusetzen, eine Waffe gegen sein eigenes Kind zu erheben.« Valery drehte sich wieder zum General um, der wie versteinert, vollkommen fassungslos, Miss Sharp ansah. »Was versprechen sie sich davon? Einen weiteren goldenen Orden?!«
Nach diesem letzten Satz brannten George Fuller sämtliche Sicherungen durch. Schreiend und tobend erhob er sich von seinem Sessel. »Diese Frau erzählt Lügen! Sie sind wahnsinnig, das grenzt an Volksverhetzung. Nehmt sie diese Frau fest!!«
Auf den Befehl von General Fuller stürmten ein halbes Dutzend Uniformierte vor die noch laufende Kamera und versuchten Valery Sharp zu überwältigen, die sich mit Leibeskräften gegen die Verhaftung zur Wehr setzten wollte. Danny ihr Produzent stürmte ebenfalls heran, um Val zur Hilfe zu eilen, doch er wurde kurzerhand mit einem harten Schlag auf den Kopf von einem Uniformierten zu Boden gestreckt.
Als die Soldaten die Frau im Griff hatten, trat Fuller an die aufgebrachte Valery Sharp heran.
»Sie waren mir schon lange ein Dorn im Auge, Miss Sharp und mit dieser überaus dämlichen Aktion haben sie sich direkt in meine Arme gespielt. Sie halten sich für intelligenter, als sie tatsächlich sind. Ich weiß, warum sie das taten und ich verspreche ihnen, dass sie einen Platz neben ihrem Geliebten Johnny Templer bekommen werden.«
Angewidert von seinen Worten, spuckte sie Fuller ins Gesicht. Sein Triumph ließ ihn lächelnd über diese Tat hinwegsehen. Er hatte das erreicht, was er wollte. Valery Sharp sollte keine weitere Gefahr darstellen und er statuierte an ihr ein Exempel.


Kapitel 2

Christian öffnete schlagartig seine Augen. Nur sehr verschwommen nahm er das Licht war, welches durch die gelatineartige und bläuliche Masse drang, welche auf engstem Raum seinen Körper umgab. Mehr von seinem Instinkt, als von seinem wachen und hellen Verstand, geleitet, schlug er von der Panik getrieben um sich. Nach einiger Zeit beruhigte er sich wieder und besann sich seiner Lage. Erst jetzt spürte er einen Schlauch, der durch seinen Mund und in den Rachenraum, bis in seine Luftröhre führte. Ein Brechreiz überkam ihn, doch er musste sich beherrschen, dem Drang zu widerstehen, sich den Schlauch aus seinem Rachen zu reißen. Er begriff schnell, dass dieser schließlich für die Versorgung des überlebenswichtigen Sauerstoffes zuständig war. Bei jedem einzelnen Atemzug wurde es ihm bewusster, dass die Luft, die er atmete, nicht für ewig hielt und nach einiger Zeit hatte er das Gefühl, dass immer weniger in seiner Lunge ankam. Chris lag damit nicht vollkommen falsch und das Atmen viel ihm, nach einer gewissen Zeitspanne, die er stillliegend und nachdenkend verbrachte immer schwerer. Seine trockene Kehle schien sich von Minute zu Minute weiter zu zuschnüren und erneut drohte ihn eine weitere Panikattacke zu übermannen.
Er musste sich konzentrieren, ruhig bleiben und er versuchte sich, zu erinnern. Der Raum, der ihm zur Verfügung stand, war nicht sehr viel, da er ein relativ hochgewachsener und durchtrainierter Mann war. Er tastete das Gefäß, welches ihn umgab ab. Wenn es Licht durchdringen ließ, so überlegte er, so musste es Glas sein oder wenigstens ein glasähnliches Gefäß. Dann erinnerte er sich allmählich. Er war in einem EXILE, dem Mutantengefängnis, und auch wenn er nicht verstand, wie er sein Bewusstsein wieder erlangen konnte, so wollte er nur alles erdenklich tun, um dieser Kapsel zu entfliehen. Mit einigen gezielten Fußtritten, schlug er gegen das durchsichtige Material und bei jedem Tritt, den er ausführte, schwand nicht nur seine Hoffnung, sondern Neige sich auch die verfügbare Luft dem Ende zu.
Er hatte nicht mitgezählt, aber nach sehr langer Zeit und immer kraftloseren Versuchen sich auf diese Art zu befreien, vernahmen seine Ohren ein dumpfes Knacken. Angetrieben von diesem Geräusch und einem unsagbaren Verlangen, wie der seine Lunge mit unverbrauchter Luft zu füllen, hörte er dieses Geräusch immer häufiger und deutlicher. Chris hielt bereits die Luft an, um sich die noch wenig existierende Luft einzuteilen, sodass er nicht nur gegen sein Gefängnis ankämpfte, sondern auch gegen die Besinnungslosigkeit, welche durch den Sauerstoffmangel immer wahrscheinlicher wurde. Ein letzter Stoß und alles, was Christian noch vernahm, war, dass er mit einem lauten Krachen durch die Außenhaut des EXILE brach.
Als er wieder erwachte, lag er auf einem kalten Betonboden. Sein nackter Körper war noch mit Resten des bläulichen Schleimes bedeckt. Bei dem Sturz aus dem EXILE, hatte er sich wohl den Atemschlauch aus dem Rachen gerissen, was eine leichte Verletzung mit sich führte, da er beim Husten Blut spucken musste. Auch wenn ihm das Atmen noch immer sehr schwer fiel, so war es dennoch eine Wohltat zu spüren, wie sich langsam wieder seine Lunge mit Luft füllte. Seine Augen machten ihm auch noch ein wenig Probleme, dennoch sah er genug, um zu erkennen, dass er sich in einer Art Lagerhalle zu befinden schien. Er sichtete sich auf und sah sich um. Hinter ihm an der Wand erstreckte sich ein Regal bis unter die Hallendecke, in der unzählige hypo-cryokinetischen Kapseln lagen. Schnell wurde im bewusst, dass er großes Glück hatte, denn sein EXILE schien aus irgendeinem Grund aus einer der unteren Ebenen herausgerutscht zu sein und stand in einem 45°-Winkel gegen das Regal gelehnt da. Er hatte auch einige Schnittwunden davon getragen, was wohl beim Herausfallen passiert sein musste, als er auf das gesplitterte Glas fiel. Doch auch hier hatte er Glück im Unglück, denn die wenigen Wunden schienen nicht all zu tief zu sein,
Als er gerade dabei war, sich von dieser seltsamen Substanz zu befreien, machte sich ein kleines Tier, durch ein wimmerndes Geräusch auf sich aufmerksam. Es saß nur wenige Meter von Christian entfernt auf dem Boden und beobachtete ihn aufmerksam. Chris erinnerte es an eine Art Eichhörnchen, jedoch fehlte ihm der Eichhörnchentypische buschige Schwanz. Das Tierchen sah sehr possierlich aus, dachte sich Chris und er streckte seine Hand nach ihm aus. Es schnüffelte aus der Ferne nach seiner Hand und machte kleine trapsende Schritte auf ihn zu. Chris imitierte seine Geräusche, wodurch, davon war Christian in diesem Moment überzeugt, er sein Vertrauen erlangte. Etwa drei Metern vor ihm stoppte das Geschöpf und schnüffelte weiter in seine Richtung, als es auf einmal, mit einem unnatürlich aufgerissenen Maul und grässlichen Pfeifgeräuschen zum Sprung ansetzte. Christian blickte erschrocken und starr auf das heranfliegende Tierchen, das nun nicht mehr all zu possierlich aussah. Kurz bevor das eichhörnchenähnliche Wesen seine Rasiermesser scharfen Zähnen in Christians Fleisch bohren wollte, erklang ein kurzes zischendes Geräusch. Das Wesen fiel wie ein Stein vor ihm zu Boden. Verwundert blickte sich Chris um. Dieses Geräusch hatte er aus irgendeiner Richtung vernommen, dies glaubte er zumindest. Vielleicht war diese Reaktion von dem Wesen auch eine Taktik und es stellte sich nur Tod. Er kniete sich nieder und stieß es vorsichtig mit seinem linken Zeigefinger an. Es war kalt und steif wie ein Eisblock.
»Na, da hast du ja noch mal Glück gehabt!«, sagte eine männliche Stimme.
Christian richtete sich wieder auf und blickte in die dunkle Ecke, aus der er die Stimme vernahm. Nur schemenhaft konnte er die Silhouette einer Person erkennen.
»Wer ist da!«
Aus dem Schatten trat ein blonder junger Mann, welcher noch muskulöser war als er. Er trug nur eine kurze zerrissene Hose und kaputte, verblichene Schuhe. Ein seltsamer Kleidungsstil dachte sich Chris und für das 22. Jahrhundert äußerst ärmlich. Sein erster Gedanke war, dass es sich um einen der Diebe, die einem in einer Hintergasse auflauerten, handeln musste.
»Ich habe nichts für dich. Geh weg!«
Damit log Chris nicht, denn er trug schließlich keinen fetzen Stoff am Leib. Ganz zu schweigen von Wertsachen. Der Schönling reagierte auf diese Aussage hin zunächst nur mit einem Grinsen und sah sich den nackten Christian von oben bis unten musternd an.
»Das ist wohl nicht zu übersehen. Was könnte ich von dir schon wollen. Ich stehe auch nicht auf Jungs, da musst du dir also auch keine Gedanken machen! Es sieht wohl eher so aus, als hättest du Hilfe von mir nötig!«
Christian blickte an sich herab. Die Tatsache, dass er nackt war, wurde ihm bereits schon vorher bewusst, dennoch war es ihm nun etwas peinlich und er versuchte unauffällig, seinen Intimbereich ein wenig zu bedecken.
Dem jungen Mann entging dieser armselige Versuch nicht. Er grinste nur und warf Christian eine ebensolch verschlissene und abgetragene Hose, wie er sie trug vor die Füße.
»Damit wirst du mehr Glück haben! Ich habe leider nichts anderes ? also musst du dich damit begnügen, bis wir was Kleidsameres finden.«
Chris griff nach der Hose und zog sie sich rasch über. Ihm war es in diesem Moment sonderlich egal, dass er noch ein wenig von diesem bläulichen Schleim auf seiner Haut trug. Nackt wollte er keines Falls auf die Straße.
»Danke! Aber was meinst du damit, hast du keine Zahlungseinheiten, womit du dir andere Kleidung kaufen kannst?«
Der junge Mann machte sich an der Kapsel zu schaffen, in der Chris gelegen hatte. Mit einem Ruck riss er einen Gegenstand aus dem Innenleben des EXILE.
»Soll diese Frage ein Witz sein? Aber ?« er stockte und drehte sich zu Chris um »Oh! Du kannst ja gar keine Ahnung haben.«
»Von was habe ich keine Ahnung? Was meinst du?«

Er lächelte und machte sich daran den Timer, der an der Kapsel montiert war, zu demontieren.
»Zahlungseinheiten sind vollkommen belanglos geworden, aber das werde ich dir später alles in Ruhe erklären ? Die anderen werden dich sicherlich auch gerne kennenlernen.« Er warf einen kurzen Blick auf die Namensplakette am Timer. »Christian Lee Mender!«
»Welche anderen? Wovon redest du da? Hey Mann! Ich danke dir für die Hose, aber ich muss nun nach Hause.«
»Fantastisch!«, sagte der Unbekannte triumphierend, als er den Timer in seinen Händen hielt. »Vollkommen intakt!«
Er ging auf Chris zu. »Komm lass uns gehen!«
Chris verlor langsam den Geduldsfaden. Womöglich war dieser Typ ein Mitglied einer Untergrundbewegung und dachte er hätte ihn soeben, durch das überreichen der Hose als neues Mitglied angeworben.
»Nein! Ich gehe nirgendwo mit dir hin! Ich weiß noch nicht einmal, wie du heißt und ?«
Der große Blonde unterbrach Chris, »Mein Name ist Kevin Duncan Zaard«, holte mit dem Timer in seiner Hand aus und verfrachtete ihn mit einem Schlag zu Boden.
Es wurde sogleich Dunkel um Christian, als er auf dem harten und kalten Beton aufschlug. Das Letzte, was er hörte, war die Stimme des Fremden, dessen Name Kevin war. »Verdammt! Schon wieder ein Timer geschrotet!! C-Brain wird mich umbringen!«

Das Licht der Welt erblickte er im Jahre 2200, in New Berlyn und seine Eltern gaben ihm den Namen Christian Lee. Die Neugründung von New Berlyn entstand aus der ehemaligen Megametropole Stuttgart, eine der wenigen Großstädte, die von den Wassermassen verschont blieben, neben Munich. Nach dem angestiegenen Wasserpegel um etwa 150 Meter versank der Norden Deutschlands im Meer. Hamburg, Bremen, Alt-Berlin, sogar die Metropolen Nordrhein Westfalens wurden von der See verschlungen. Ebenso wie die Niederlande und der Norden Frankreichs, samt Paris.
Die Menders waren nicht wohlhabend, dennoch erging es dem kleinen Christian Lee nie wirklich schlecht. Sein Vater Henry Mender, ein normaler Arbeiter in einer Hightech Raffinerie auf dem Mond, war kaum zu Hause. Wenn er aber da war, da schien es so, als gäbe es nichts Schöneres für den kleinen Jungen, die Zeit mit seinem Vater zu verbringen. Seine Mutter Amy Mender arbeitete halbtags in einem der unzähligen Einkaufszentren, in denen sich Chris für sein Leben gerne aufhielt. Mit funkelnden Augen betrachtete er die Ware in den Schaufenstern, auch wenn er wusste, dass es immer ein Traum bleiben würde, eines dieser sündhaft teuren Spielzeuge zu besitzen.
Er war nie ein Kind von Traurigkeit und wusste bereits in jungen Jahren sich seine Zeit zu vertreiben. Auch wenn er bereits als Kind ein Engelsgesicht hatte, so konnte er damit nur die Menschen, die ihn nicht kannten, täuschen. Unschuldig war er jedenfalls niemals und dies wusste keiner besser als seine Mutter, die so einige Schabernacke erdulden musste. Christian Lee durfte 10 Jahre alt gewesen sein, als seine Mutter die Hiobsbotschaft vom Tod ihres Mannes übermittelt bekam. Trotz der strengen Sicherheitsvorkehrungen war ein Unglück in den Mienenschächten geschehen und neben Henry Mender kamen fünf weitere Männer ums Leben. Dies bedeutete einen Wendepunkt im Leben des Jungen. Hilflos musste sie mit ansehen, wie ihr Sohn mehr und mehr auf die schiefe Bahn geriet. Im Alter von 12 Jahren schloss er sich einer kleinen Clique an und verkehrte mit den hiesigen Kleindealern New Berlyns. Nex war der Stoff aus dem Träume gemacht waren. Sie war zur damaligen Zeit wohl die härteste Designerdroge auf dem Markt und vermochte nicht nur den Sinnen einen Streich zu spielen. Christians Clique wurde in den folgenden vier Jahren zu einer richtigen kleinen Untergrundgang und sie waren in ihrem Viertel berühmt berüchtigt und wurden ebenso gefürchtet. Auch wenn Nex als Droge keine bleibenden körperlichen Langzeitschäden verursachte, so brachte sie, sie im Rausch, in manch prekäre Lage.
Kurz vor seinem 16. Lebensjahr wurde er Zeuge eines Mordes. Wieder einmal im Delirium, beschlossen die Jungs der RexNex ein Ding zu drehen. Zugegeben, RexNex war ein recht einfallsloser Name für eine Gang, doch sie ließ alleine beim Erwähnen so manchem Bewohner die Nackenhaare zu berge stehen. Seine Clique wollte in dieser Nacht eine Tankstelle um die Tageseinnahmen erleichtern. Sascha war immer schon der Temperamentvolle aus der Verbindung und auf Nex war er nahezu unberechenbar.
Es regnete in Strömen, als die fünf Jungs den kleinen Tankstellenshop betraten und sie gaben sich auch nicht wirklich viel Mühe unbemerkt zu bleiben. Laut grölend und nass bis auf die Haut zogen sie durch die Gänge. Sie fühlten sich dominierend, keiner konnte ihnen vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen hätten. Auch der Tankstellenwart stieß bei ihnen auf taube Ohren. Je mehr sie sich durch ihn provoziert fühlten, desto mehr Regale wurden abgeräumt oder gar umgestoßen.
Der Wart wurde langsam unruhig und Chris, den alle in der Clique nur Spark nannten, bemerkte, dass er seine Hände verdächtig unter die Theke streckte.
Sascha, der es liebte seine Mitmenschen zu drangsalieren und ihnen Schmerzen zu zufügen, trat vor den Mann, sah ihn an und lachte.
»Na, du kleines Würstchen! Scheinst neu hier zu sein. Ich habe dich in diesem Laden noch nie gesehen.«
Der Wart wirkte ängstlich und zitterte am ganzen Leib. Noch immer hatte er seine Hände unter der Theke versteckt.
»Verlassen sie das Geschäft! Auf der Stelle oder ?«
»Oder was??«, fauchte Sascha und packte ihn am Kragen. Daraufhin zog der Mann eine Plasmapumpgun unter dem Ladentisch hervor und feuerte einen Schuss ab.
Er verfehlte Sascha und traf Lenny, der direkt hinter ihm stand, an der Schulter. Der Schuss zerfetzte seinen kompletten Oberarm und trennte ihn vom Rest des Körpers ab. Der Wart war wie versteinert, so auch der Rest der Clique. Die Freunde, bespritzt vom Blut ihres Kameraden realisieren allmählich, was geschehen war. Stark blutend und wimmernd lag der kleine dunkelhaarige Latino auf dem Boden, rings um ihn herum eine riesige Blutlache.
»Das Schwein wollte Lenny töten!!«
Sascha zog sein Lasermesser und sprang hinter die Theke. Er kannte kein Erbarmen. Vom Blutrausch besessen, stach er immer und immer wieder auf den Mann ein. Das Blut spritzte an die Wand, über die Theke hinweg und traf schließlich auch seine Cliquenmitglieder, die nicht den Mumm hatten den Kameraden von seiner Tat abzuhalten. Es war das reinste Blutbad. Viel konnten die Jungs von dem, was Sascha hinter der Theke, mit dem Wart anstellte nicht sehen, bis er sich aufrichtete, über und über beschmiert mit dem Blut seines Opfers und laut lachend, dessen abgetrennten Kopf in die Luft hielt. Für Chris war dies zu viel, er übergab sich und brach in seinem Erbrochenen zusammen.

Dieses Ereignis war noch mehrere Tage nach der Tat auf allen TV-Stationen rund um den Globus zu sehen. Durch das Überwachungssystem, das alles aufgezeichnet hatte, konnte sich die Bevölkerung anhand des freigegebenen Videomaterials, von der Bluttat selbst ein Bild machen. Die darauf folgende Gerichtsverhandlung wurde im Hauptgerichtshof der UEC in Washington D. C. abgehalten. Sascha, der zur Tat bereits volljährig war, wurde zu zwanzig Jahren Haft und einer anschließenden psychologischen Betreuung von weiteren fünf Jahren verurteilt. Christian und die anderen Jungs bekamen fünfzehn Jahre auf Bewährung, da sie tatenlos alles mit angesehen hatten. Dank eines psychologischen Gutachtens und dem Einfluss von Nex waren sie nur knapp einer Haft entkommen, da der Schockzustand, laut des Gutachtens ein Handeln unmöglich gemacht hätte. Eine Drogenentziehung stand ihnen allen bevor, dies war die Grundbedingung der Bewährungsauflage. Die Clique zerbrach und alle gingen getrennte Wege. Nex und andere Designerdrogen, die später auf dem Markt erschienen, waren für Christian nie wieder ein Thema. Andere aus der Gruppe taten sich da, wie Christian von anderen erfuhr, schwerer. Die zwei anderen Jungs wurden, wenn die Informationen wirklich der Tatsache entsprachen, Jahre danach wegen Drogenbesitzes für fünfzehn Jahre inhaftiert. Christian blieb ein Rebell, auch ohne seine Clique oder irgendwelchen Drogen.
Von seinem 16. bis hin zu seinem 25. Lebensjahr verlief alles vollkommen unspektakulär. Er machte seinen Schulabschluss, wenn er auch kein Musterschüler war, und begann verschiedene Jobs anzunehmen. Die widerlichste aller Arbeiten, die er ausführen musste, war als Kanalisationsreiniger für die Stadtwerke New Berlyns und da gab es eine ganze Menge Scheiße zu schaufeln, mit einer Einwohnerzahl von 25 Millionen Menschen. Irgendwann erhielt Chris die Chance in einem der ?hochmodernen? Einkaufszentren, als Wachmann zu arbeiten. Es war kein besonders aufregender Job, aber für die damaligen Verhältnisse verdiente er als 25. Jähriger mehr als andere in seinem Alter. Außerdem war die alte Liebe zu diesem Ort noch immer nicht erloschen. Doch manchmal fragte er sich, wofür dieses hochmoderne Shoppingcenter Wachmänner benötigte. Man konnte noch nicht mal etwas im Warenkorb verschwinden lassen, ohne dass es das automatisierte Sicherheitssystem registrierte. Sie waren, so dachte er stets, nur zum Wohlgefühl der Passanten dort. So hatten sein Partner Joel Guerrero, ein gut beleibter, dennoch lustiger Latino und er immer genug Zeit, sich über Gott und die Welt zu unterhalten. Er verstand ihn und seine Vergangenheit, da Joel eine Ähnliche hinter sich hatte, wie er. Auch Joel hatte in jungen Jahren seine Probleme mit Drogen und er musste auch dafür ein paar Jahre einsitzen.
An jenem Morgen, der alles ihm bekannte verändern sollte, schien alles normal und gewöhnlich zu sein. Die gleichen vergnügten Menschen. Das übliche Gerede und dieselben vom Kaufrausch besessenen Gesichter. Eigentlich war sein Job einer der Langweiligsten auf dieser hoch technologisierten Welt. Dies dachte Christian sich zumindest immer und auch hier stimmte ihm Joel zu.
Joel und Chris befanden sich in der Haupthalle, deren Glaskuppel fast 40 Meter in die Luft ragte. Christian biss gerade genüsslich in seinen Burger, als Schreie aus einem der vielen abzweigenden Gänge drangen.
Joel sprang auf und zog seine Schalldruckwaffe. Christian erinnerte sich an seine Trainingsstunden, warf den Burger im hohen Bogen weg und tat es seinem Partner gleich.
Das Geschrei kam immer näher, doch war es nicht zu orten, da das Glasgewölbe es ständig und unkontrolliert widerhallen lies. Die beiden Wachmänner waren verwirrt und achteten wie Schießhunde darauf, wo sich in der Menschenmenge etwas Ungewöhnliches tat. Als Christian, von einem der inzwischen ebenfalls aufgebrachten Passanten, hinterrücks niedergestoßen wurde, stütze er zu Boden und seine Waffe schlitterte über den Marmorboden hinfort. Verzweifelt suchte Chris den Boden nach seiner Schalldruckwaffe ab, die angesichts des spiegelglatten Marmors, einige Meter entfernt liegen konnte. Wenigstens wusste er, in welcher Richtung er suchen musste.
Joel hatte den Störenfried in der Zwischenzeit ausmachen können und entschloss sich unbeachtet seines Partners die Verfolgung aufzunehmen. Chris war weiter bemüht, seine Waffe wieder zu finden. Er fühlte sich wie ein blutiger Anfänger und war nur darauf bedacht, seinen Partner nicht im Stich zu lassen.
Joel war dem Flüchtenden dicht auf den Fersen. Es waren zur Beruhigung von Joel nur wenige Passanten in dem Teil des Zentrums unterwegs, in den der Verdächtige flüchtete und so ergab sich auch sehr schnell eine freie Schussbahn für den Wachmann.
»Keine Bewegung! Bleiben sie stehen ...«, sagte Joel schwer atmend und feuerte unmittelbar nach seiner Warnung einen Schuss ab. Der Schalldruck aus der Waffe riss den Störenfried zu Boden. Wie in Zeitlupe nahm Joel wahr, wie dem Jungen eine alte Waffe aus der Hand fiel und nur einen guten halben Meter vor dem Verfolgten laut zu Boden fiel. Beim Aufprall löste sich ein Schuss aus der Waffe des Jungen. Dies hörte auch Christian nur noch wenige Meter vom Ort des Geschehens entfernt war. So schnell war er noch nie in seinem gesamten Leben gelaufen. Links und rechts huschten die Ladengeschäfte nur so an ihm vorbei vorüber. Er hatte nur seinen Partner und Freund im Kopf. Joel lag röchelnd am Boden und hielt sich mit seiner blutverschmierten Hand die linke Brust. »Der Penner hat eine Schusswaffe aus dem 21. Jahrhundert.« stammelte er leise vor sich hin. Christian erblickte die Waffe mit Kugelmagazin, auf dem Boden neben dem Jungen, der langsam wieder zu sich kam. Christian zog seine Schalldruckwaffe, nachdem er sich seinem Partner abgewandt hatte. Er stand zu weit entfernt, als dass er sich die Waffe mit dem Kugelmagazin hätte einfach schnappen können. Langsam und sicheren Schrittes näherte er sich dem Jungen, der seine Besinnung wieder erlagt hatte und nach der Waffe greifen wollte.
»Waffe weg!!!« schrie Chris ihn an, doch er reagierte nicht und streckte Christian den Lauf entgegen, dann sah er den blutüberströmten Wachmann am Boden liegen. Der Junge fing an zu zittern, wobei er jedoch die Mündung nicht von seinem, im Gegenüber abwandte. Christian konnte die Angst in seinen Augen sehen. Die Pupillen waren stark geweitet, was auch das Resultat von Drogenmissbrauch sein konnte.
»Das wollte ich nicht! Oh Scheiße!! Ich wollte doch nur was zum Essen, damit meine Familie nicht verhungert!«
»Okay! Alles ist okay! Lass die Waffe fallen und alles wird wieder gut!« versuchte Chris ihn zu beruhigen, obwohl er ihn am liebsten einfach umgelegt hätte.
»Keinen Schritt näher, Mann! Sonst knalle ich dich auch ab!«
»In Ordnung! Ich bleibe ihr stehen ? Alles wird wieder gut!«
»Nein Mann! Nichts wird wieder gut, ich bin ein Mörder! Sieh nur was ich angestellt habe!!«
Immer mehr und mehr geriet, der gerade mal 17-jährige aus der Fassung und Chris versuchte trotz der Warnung des Jungen noch ein paar Schritte näher an ihn heranzukommen und er wiederholte seinen Befehl, dass er die Waffe hinlegen sollte. Er hätte schießen können, aber die Gefahr war zu groß, dass der junge Mann einen der Schaulustigen, die sich inzwischen etwas abgelegener versammelt hatten, zu treffen. Der Junge reagierte jedoch noch immer nicht und richtete seine Waffe nach wie vor zitternd auf Chris. »Fuck You! Ihr Scheiß Bullen habt meine Familie kaputtgemacht. Krepier!«
»Warte, ich bin kein B ?« doch, bevor Chris widersprechen konnte, feuerte der Junge erneut einen Schuss ab. Chris verspürte sogleich einen starken Schmerz in seinem rechten Oberarm, wodurch er reflexartig seine Waffe fallen ließ.
Der junge Mann versuchte erneut zu fliehen. Vom Schmerz der Schusswunde verlor Christian die Fassung. Nun war ihm alles egal ? dieser kleine Dreckskerl hatte seinen Partner getötet und ihn ebenfalls angeschossen. Er wollte ihn ebenso sterben sehen. Ob sich Chris in diesem Moment nicht im Klaren darüber war, dass er keine Waffe mehr in den Händen hielt oder sein Unterbewusstsein bereits wusste was er imstande war zu tun, streckte er seine Hand aus, als ob er noch immer sein Schalldruckgerät darin halten würde und zielte in Richtung des Flüchtenden, der bereits einen großen Vorsprung erzielt hatte. Aufgrund der hohen Distanz wäre der Schalldruck nahezu wirkungslos gewesen und wahrscheinlich nur verpufft, doch was aus Christians Hand drang, sollte sein Ziel nahezu ungehindert finden. Kleine, einzelne Energiestränge traten nach und nach an die Oberfläche, bis diese, seine geballte Faust vollständig einhüllten. Voller Anspannung schien Chris, wie in Trance den richtigen Moment abzupassen. In seinem Kopf spielten sich unendlich viele Trainingsszenarien ab, die er innerhalb seiner Ausbildung durchlaufen musste. So wie er den Abzug seiner imaginären Schalldruckwaffe bedienten wollte, bündelten sich die kleinen Blitze urplötzlich zu einer großen Energiekugel, welche dann in Sekundenschnelle aus seiner geschlossenen Hand schoss. Der Junge, der sich bereits in Sicherheit wog, warf einen kurzen Blick zurück und sah das Unheil heran rasen. Er hielt schützend seine Arme vor sein Gesicht.
Doch der Energiestrahl traf nicht den jungen Mann, sondern schlug stattdessen in eines der umliegenden Schaufenster ein, was eine unbändige Kettenreaktion hervorrief. Das ?bruchsichere? Glas der Ladengeschäfte, die sich rund um den Jungen befanden, zersprang mit der Wucht einer Z5-Bombe. Tausende von Glassplitter durchbohrten dessen Körper und führten dazu, dass dieser mit weit aufgerissenen Augen, ohne einen Mucks zu Boden ging. Er war auf der stelle Tod und einigen unbeteiligten Passanten erging es ähnlich. Andere erlitten schwere bis minderschwere Schnittverletzungen. Wer noch fähig war den Schmerz zum Ausdruck zu bringen, auch wenn es nur der Schock war, die Unmengen an Blut zu sehen, der tat es. Es bot sich ein Bild des Schreckens.
Christian sah sich um und versuchte die Sache zu realisieren. Er fragte sich immer wieder, was diese Schaufenster zum Zerbersten gebracht hatte. Dann sah er seine Schalldruckwaffe am Boden liegen und wie noch immer kleine Energiestränge von den einen zu den anderen Fingern übersprangen. Nun eilten noch mehr Schaulustige herbei. Einige kümmerten sich sofort um die Verletzten, andere wehklagten in voller Trauer um die Toten oder standen einfach nur da und beobachteten starr die Ausmaße dieser Katastrophe. Christian spürte, nachdem sich sein Adrenalinspiegel langsam wieder senkte, erneut diesen stechenden Schmerz in seiner Schulter. »Was ist geschehen?« fragten sich die Passanten gegenseitig, als ein kleines verrunzeltes Großmütterchen aus der Menge trat und mit dem Finger auf den verwirrten Christian Lee zeigte. »Der da! Diese Ausgeburt der Hölle hat sie alle getötet. Er wird uns alle ins Verderben schicken!« Die Augen der Menge verharrten für einen Moment der Stille auf Chris. Abscheu, Zorn, Ärger, sogar Ekel überkam sie.
Christian war derart mit sich selbst beschäftigt, dass er nicht bemerkte, wie die Menge, welche inzwischen einen Kreis um ihn bildet hatte, gegen ihn hetzte. Seine Gedanken schienen sich fern ab der Realität zu befinden, dass er weder die aufgebrachten Passanten, noch die herannahenden Sirenen der SPF vernahm. Immer wieder hörte er Joels letzte Worte in seinen Gedanken widerhallen, wie eine Endlosschleife, dann sah er erneut seine Hand an. Was war nur mit ihm geschehen? Was hatte er getan? Nahezu unscheinbar vernahm er eine Stimme. Langsam verdeutlichten sich die Worte, dessen Sinn er erst nach einigen Wiederholungen verstand. »Hände hoch, du Freak! Los mach' schon!!!«
Gut zwei Dutzend uniformierte Agenten der Special Psi Force umringten ihn mit gezogenen Waffen., während nahezu doppelt so viele sich um die Verwundeten und Schaulustigen kümmerten. Christians Kinn berührte seine Brust, während er in dieser Position verharrend, apathisch zu Boden blicke. William Scott der leitende Agent in dieser Einheit versuchte der Lage, Herr zu werden. Noch nie im Laufe seiner Karriere hatte er so etwas miterlebt und er hatte schon einige Einsätze gegen Mutanten geführt. Es war kaum vorstellbar, dass dies nur ein Mann vollbringen konnte.
»Sir!«, sprach ihm ein Soldat an, während er sich weiter umblickte. »Wir haben jetzt alle aus dem Gefahrenbereich entfernt.«
»Gut!«, sagte er. »Bleiben sie bei den verletzten, bis das sanitäre Einsatzkommando eingetroffen ist.«
»Ja Sir!«, woraufhin der Soldat verschwand.
Noch immer stand Christian wie angewurzelt ohne eine Bewegung zu machen da, umringt von den Soldaten der SPF, zu denen nun auch Agent Scott stieß.
»Wie ist dein Name, Junge?!«, fragte er Christian, doch dieser antwortete nicht.
Scott dachte nicht im Traum daran, sich dieser tickenden Zeitbombe auch nur einen weiteren Zentimeter zu nähern. Er ahnte, welch immense Kraft in diesem Mutanten steckte. Die einzige Möglichkeit ihn unschädlich zu machen, war ihn zu betäuben. So befahl er einem seiner Soldaten über Funk, welcher hinter Christian positioniert stand, einen Schuss auf ihn abzufeuern. Ein Betäubungsgeschoss traf Chris ins rechte Schulterblatt, doch der reagierte nicht. Noch nicht mal ein Zucken konnte man ihm entlocken, als ob man Schließübungen an einem leblosen Dummy vornehmen würde. Ein weiterer Schuss traf ihn ins Bein und erst mit diesem Treffer begann sich der ?Mutant? zu regen, doch leider nicht so, wie es sich Agent Scott erhofft hatte. Mehr und mehr stieg erneut das Adrenalin in Christian Lee an und die Energiestränge wanderten von seinen Händen die Arme hinauf. Die kleinen Blitze verteilten sich sehr schnell auf dem ganzen Köper, ließen sogar die kleinen Behälter der Betäubungsspritzen explodieren. Eine dritte Spritze wurde abgefeuert ? Chris riss die Arme und seinen Kopf nach oben in den Himmel aus Glas. Ein tiefer dumpfer, beinahe unmenschlicher Schrei entfloh seinem Mund, gefolgt von Energieblitzen, die unkontrolliert aus Augenhöhlen, Mund und den übrigen Gliedmaßen durch den Raum geschleudert wurden.
Teile des Glasdaches lösten sich und drohten die in Panik herumrennenden Soldaten zu verletzen oder gar zu durchbohren, wenn der nächste Schuss ihn nicht zu Strecke bringen sollte. Die Soldaten der Special Psi Force suchten geschützte Plätze auf, wo die herabfallenden Teile ihnen nichts anhaben konnten.
Christian gab einen Energiestoß ab, der die Vorangehenden bei Weitem übertraf und den Glashimmel vollends zum Einsturz brachte. Obwohl Chris ohne Schutz mitten im Gang stand, traf ihn nicht ein Splitter, da jedes heran fliegende Stück durch einen Energiestrahl abgewehrt wurde. Das wohl größte Stück aus der Glaskuppel raste in die Tiefe. Agent Scott hatte aufgrund des Augenkontaktes, den er mit dem Mutanten halten wollte, einen nicht all zu geschützten Platz ausgewählt. Scott gab das Zeichen für einen weiteren Schuss, welcher einen ?normalen? Menschen wahrscheinlich getötet hätte, doch dieser Befehl sollte der Letzte gewesen sein, den er in seinem Leben gegeben hatte. Kaum hatte er den Befehl gegeben, blickte er, wegen eines seltsamen Geräusches nach oben und sah seinem Tod entgegen. Das große spitze Stück des Glashimmels durchbohrte gnadenlos seinen Schädel. Dennoch wurde der Befehl ausgeführt. Ein gezielter Schuss traf Chris zwischen die Schulterblätter, mitten in dessen Wirbelsäule, woraufhin dieser zusammensackte. Christian Lee Mender wurde dem Scharfrichter vorgeführt. Seine Strafe sollte angesichts dessen, was vorgefallen war glimpflich ausfallen, zur Ernüchterung aller Betroffenen und der Hinterbliebenen, die sich eine grausamere Bestrafung wünschten.
Für den 50-fachen Mord, die 250-fache schwere und 100-fache minderschwere Körperverletzung, lautete die Strafe das ?Exil?.


Kapitel 3

Dunkelheit beherrschte den Raum, als Christian erwachte. Aus dem Nebenraum vernahm er Stimmen. Sie lachten und schienen fröhlich zu sein. Wo war er? Nichts wünschte er sich mehr, als in seinem Zweizimmer-Appartement am Stadtrand von New Berlyn zu sein und das dieser weiche Gegenstand, auf dem er lag die Matratze seines Bettes wäre. Wenn doch alles nur ein böser Traum sein könnte und er jeden Augenblick von dem automatischen Weckdienst dazu aufgefordert werden würde aufzustehen. Eine heiße Dusche, einen herrlich duftenden Kaffee und anschließend zur Arbeit. Doch ohne zu sehen, wo er war, wusste Christian ganz genau, dass er eben nicht in seinem Bett lag oder sich gar in seiner Wohnung befand.
Angespannt versuchte er der Dunkelheit zu trotzen und er konnte tatsächlich eine kleine Lichtquelle ausmachen. Nur schwach, flackernd drang ein wenig Helligkeit in den Raum. Doch schien es keine einfache Zimmertür zu sein, welche der Lichtkranz nur schemenhaft vermuten ließ. Es war, so vermutete Chris, ein dicht gewobenes Tuch, da es von Luftzügen bewegt wurde und das flackernde Licht könnte von einem Feuer stammen. Alles andere, was sich im Raum befand, blieb ihm jedoch weiterhin verborgen, zu Dunkel war es, als dass er überhaupt seine eigene Hand vor Augen hätte sehen können. Auch wenn sein Sehsinn ihm in diesem Moment keine große Hilfe war, so war sein Gehör wacher denn je. Er vernahm Schritte, welche langsam auf den Raum zubewegten. Er tastete neben sich den Boden ab, um einen brauchbaren Gegenstand zur Verteidigung zu finden. Schließlich wusste er nicht wer oder was da jeden Augenblick durch den Eingang kommen konnte. Christian griff etwas Metallisches und ohne den Gegenstand näher zu inspizieren, krabbelte er auf allen Vieren auf den Lichtkranz zu und erhob sich, nach dem er die Wand, neben dem Eingang erreicht hatte.
Immer näher schienen die Schritte zu kommen! Erst jetzt, als er sich wieder auf seinen eigenen Beinen befand, musste er sich, aufgrund pochender Schmerzen im Schläfenbereich seines Kopfes, an den Schlag erinnern, den ihm der große muskulöse Blonde verpasst hatte. Chris konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Die Schritte stoppten. Es war da! Christians Puls raste und alles, woran er nun denken konnte, war, »die bekommen mich nicht!« Er war bereit zu kämpfen, kämpfen bis zu seinem Tod.
Der Vorhang wurde beiseite geschoben, der Raum erhellte sich augenblicklich. Christian war geblendet von dem grellen, plötzlichen Licht, doch er zögerte nicht lange und Griff die Person am Hals und zog sie an sich heran. Den metallischen Gegenstand drückte er an die Kehle seines Opfers.
»Schrei nicht oder du musst sterben!«, flüsterte Chris ins Ohr der Person, während er seine Hand auf ihren Mund presste. Vollkommen überraschend vernahm Chris auf diesen Satz hin ein Kichern. Verwundert nahm er seine Hand vom Mund seiner Geisel.

»Willst du mir die Kehle auslöffeln? Ich habe zwar wenig Erfahrung mit solchen Dingen, aber ich könnte mir denken, dass das eine Weile dauern würde.«, sagte eine weibliche Stimme ebenfalls flüsternd, vergnügt.
»Außerdem wärest du vorher Asche, mein Lieber!!«
Wie aus dem Nichts entfachte sich ein Feuer, welches Chris noch mehr blendete, als dass das den Raum zuvor nur spärlich erhellte. Christian ließ augenblicklich von dem Mädchen ab, und als sich seine Augen an die Helligkeit gewöhnten, erblickte er ein junges blondes Mädchen, die in beiden Handflächen, welche sie zu Schalen geformt hatte, hell lodernde Flammen. »Ich will dir nicht wehtun, dies liegt nicht in meiner Natur!«
Sie schleuderte die eine Flamme in eine Ecke des Raumes und die andere in die Gegenüberliegende und entzündete so, die dort hängenden Fackeln. Chris zuckte zusammen, da eine der Flammen haarscharf an seinem Kopf vorbei flog, wobei er auch den metallischen Gegenstand fallen ließ, bei dem es sich tatsächlich um einen Löffel handelte.
Das Mädchen drehte sich zu Christian um und steckte ihm ihre Hand entgegen. »Mein Name ist Danielle!«, sagte sie vergnügt. Er wich zurück und sah sich ihre Hand genauer an. Schließlich befand sich eben noch eine Flamme darin und er wollte sicherstellen, dass er sich nicht verbrennen würde. »Ist schon okay! Ich kann es kontrollieren. Du musst Christian Lee Mender sein.«
Danielle war noch sehr jung. Sie hatte blondes schulterlanges Haar und trug ein Trägerkleid aus einer Art Leinenstoff, das ihr nur knapp über den Ansatz ihres Oberschenkels reichte und sie hatte strahlend blaue Augen.
Die Unterbringung war gar nicht so schlecht wie erwartet und wie ein Gefängnis sah es auch nicht aus. Im Gegenteil, es war den Umständen entsprechend gemütlich. Die Wände waren trocken und sauber. Von einer Untergrundbewegung hatte Christian Schlimmeres erwartet.
Chris nahm ihren Handgruß an »Ja, das ist richtig!«
»Mein Bruder Kevin hat mir von dir erzählt! Er hat nicht untertrieben, siehst richtig süß aus!«
Das Kompliment überhörte Chris. Viel mehr brachte ihn der Name seines Entführers in Rage. »Kevin?! Wo ist dieser Mistkerl! Der hat mir mit diesem Ding die Beute meines Lebens verpasst.«
Danielles Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich. Wie von einer Tarantel gestochen stürmte sie aus dem Zimmer. Chris folgte ihr in einen größeren Raum, der, aus dem das Licht in das Zimmer getreten war. Die Wände des Raumes waren anders. Sie waren mit einem metallartigen Material überzogen und sah man in die spiegelglatte Oberfläche, hatte man das Gefühl in eine andere Welt zu blicken. Chris hatte damals von dieser neuen evolutionären neuen Technik einen Bericht im Fernsehen gesehen, aber es noch nie selbst erleben dürfen. Es war atemberaubend und er schien alles um sich herum zu vergessen, auch die anderen Personen schienen vollkommen nebensächlich zu sein. So stand er unmittelbar an einer dieser Wände und blickte in diese unwirkliche, dennoch fantastische Welt. Die Personen im Raum sahen ihn nur verwundert an.
»Alles in Ordnung, Chris?!«, fragte Danielle ihn.
Langsam kam er dank Danielle wieder in die Realität zurück und er fragte sich im Stillen, wie diese Outsider nur an eine so neue und eigentlich noch in der Entwicklung befindliche Technologie kamen. Vielleicht waren sie mehr als nur gewöhnliche Diebe und stahlen wertvolle Technologien?!
»Gefällt dir, was du da siehst?«, fragte ihn eine kindliche Stimme. Er wandte sich der Richtung zu, aus dem er die Stimme vernahm, und erblickte einen etwa 10 Jahre alten Jungen, der vor einem Haufen Elektroschrott saß. »Die Erfinder nannten sie VirtuWall, sie sollten die Menschen vom eintönigen und langweiligen Alltag ablenken.«, klärte der Junge ihn auf. »Eigentlich war sie einst für U-Bahnhöfe entwickelt worden. Später installierte man sie auch in Bunker wie diesen hier, da die immer häufiger auftretenden Umweltkatastrophen sehr viele Menschen dazu zwang den Großteil ihrer Zeit darin zu verbringen und diese Technik sie trösten und ablenken sollte. Jeder sieht, was er sehen möchte.«
Christian wusste nicht, worüber er mehr erstaunt sein sollte. Darüber er für einen Jungen seines Alters ein solches Wissen und über einen unglaublichen Wortschatz verfügte oder der Tatsache, dass er sich überhaupt inmitten dieser Meute befand.
»Ihr nehmt auch Kinder in eurer Gang auf?«
Kevin, der am Feuer saß, verzog sein Gesicht und deutete abwertend auf Chris. »Den Scheiß mit der Gang gibt der schon die ganze Zeit von sich.«
»Und deswegen musstest du ihn mit dem Timer niederschlagen? Du sagtest mir, du hättest ihn bewusstlos gefunden.« Danielle sah ihren Bruder erwartungsvoll an.
»Ja war er ja auch ... Später, also danach und auch davor!«
»Dich kann man nicht alleine losschicken. Das war jetzt bereits der fünfte Timer, den du zur Strecke gebracht hast.«, sagte der Junge und stand auf. Chris betrachtete den Jungen, während er sich auf ihn zu bewegte. Er hatte rötliches Haar und funkelnde rehbraune Augen. Er hatte im Gegensatz zu den anderen ein wenig mehr an. Ein nahezu unbeschädigtes, jedoch etwas verschmutztes weißes T-Shirt bekleidete seinen kindlichen Oberkörper und eine beige kurze Hose.
»Man nennt mich C-Brain und ich bin auch kein kleiner Junge ? sondern ?« Kevin unterbrach C-Brains Vorstellung »Er ist ein Androide ? ein künstliches Wesen! Geschaffen von Menschen Hand.« Danielle versetzte Kevin einen Klaps auf den Hinterkopf, dafür das er den Androiden unterbrochen hatte.
C-Brain verdrehte die Augen. »Wie Kevin bereits sagte. Ich wurde von Menschen erschaffen.« Die Mimiken und Gestiken ließen tatsächlich vermuten, dass er ein wahrhaftiges menschliches Wesen war. Chris hatte etwas Derartiges noch nie gesehen. Die Androiden, die er kannte, waren eher mit laufenden Mülltonnen vergleichbar, und wenn man mit ihnen sprach, schien es so als würde man sich mit einer Parkuhr unterhalten. Jedenfalls wäre dies wahrscheinlich eine intellektuellere Konversation gewesen, als sich mit den wandernden Schaltkreisen zu unterhalten. Für Chris war es unfassbar, dass C-Brain ein Androide sein sollte. Vorsichtig streckte er die Hand aus und betastete das Gesicht des Roboters. Sie war ebenso weich wie die eines Kindes und ließ Chris noch mehr an dem Zweifeln, was er ihm erzählte.
»Du glaubst mir nicht?«, daraufhin knöpfte der kleine Junge seine Hose auf. Chris wurde nervös und versuchte ihn verbal zu hindern. »Nein! Lass nur, ich habe keine Lust mir das Ding eines kleinen Jungens anzusehen.«
Doch C-Brain ließ sich nicht abbringen und streifte die Hose runter. Chris wendete seinen Blick ab. »Schau schon hin!«, forderte Danielle ihn auf und Chris riskierte einen Blick. Was er zu sehen bekam, war nahezu unglaublich. Da war nichts! Dieses Geschöpf, das vor ihm stand, war geschlechtslos. Noch nicht einmal andeutungsweise war dort etwas zuerkennen, wie eine Plastikpuppe.
C-Brain war sehr intelligent und wählte stets die richtigen Worte. Man konnte ihn als eine Krönung der Androidentechnik bezeichnen und vielleicht war er menschlicher als so mancher Mensch. Irrationales Denken und Handeln schien ihm vollkommen fremd zu sein. Alles war logisch und wohl kalkuliert. Seine künstlichen Synapsen waren, wie auch beim Menschen von Gefühlen und Eindrücken belastet, doch wusste er, damit stets umzugehen und diese immer in seine Handlungen sinnvoll zu verwerten.
»Okay!« sagte Chris. »Aber warum haben sie dich wie ein Kind aussehen lassen?«
...


© 2007 Marc Belera


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Beschreibung des Autors zu "EXILE Das Mutanten Exil"

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ruft die Regierung der United Earth Continents nach einer steigenden Kriminalitätsrate von Mutanten ein Milliarden schweres Kontrollsystem ins Leben. General of UEC George Fueller sieht in der Aufspürung von kriminellen Mutanten allerdings einen weiteren Nutzen, den, die Welt von all diesen Missgeburten zu befreien. President Damian Epog stimmt dem äußerst fraglichen Projekt: EXILE zu, nachdem er durch den Druck der Öffentlichkeit in Zugzwang gerät.
Christian Lee Mender wusste nichts von seiner Gabe und muss jedoch nach einem Vorfall am eigenen Leib erfahren, welches Schicksal den ?Andersartigen? bevorsteht. Aus irgendeinem Grund versagt die Frostkapsel und Christian taut auf. Er erwacht schließlich in einer ihm fremden Welt und trifft dort auf weitere Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Sehr schnell bemerken sie, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und die unbarmherzige Welt fordert ein Opfer nach dem anderen. Wird Chris überleben, um herauszufinden was tatsächlich vor sich geht?




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