Zwischen Buchrücken und Leidenschaft

Florians Augen wanderten über die üppigen Kurven der Frau, die den Laden mit fester, aber sanfter Hand führte. Frau Poensgen, die 61-jährige Filialleiterin, hatte eine Figur, die einen Heiligen sündigen ließe. Ihre Kleider umschmeichelten ihre üppige Figur auf eine Weise, die sein junges Blut in Wallung brachte. Ihre üppigen Brüste drohten aus dem gestärkten weißen Stoff herauszufallen, und ihr runder, praller Hintern sah aus, als wollte er berührt werden. Sie war eine Vision reifer Schönheit, wie von den Göttern selbst gemalt.

Frau Poensgen hatte etwas ganz Besonderes an sich, ein gewisses Etwas, das Florian anzog wie eine Motte das Licht. Ihr strenger Blick konnte selbst den hartnäckigsten Kunden zu einer Entschuldigung bewegen, und wenn sie ihn ansah, hatte er das Gefühl, seine Knie würden nachgeben. Die Art, wie sie sprach, mit sanfter, aber bestimmter Stimme, brachte ihn dazu, alles stehen und liegen zu lassen und zu tun, was sie von ihm verlangte. Ein süßer Schauer lief ihm jedes Mal über den Rücken, wenn sie in ihrer dominanten Manier Begriffe wie 'Pünktlichkeit' oder 'Disziplin' in den Mund nahm. Und oh, diese Hände - stark und doch sanft, mit Fingern, die über die Seiten der Bücher tanzten, als wären sie die Haut eines Liebhabers. Oft ertappte er sich dabei, wie er in Tagträume versank, in denen diese Hände über seinen eigenen Körper strichen und jeden Zentimeter seines jugendlichen Fleisches erforschten.

Die Buchhandlung war ein ruhiger Ort, erfüllt vom Geruch alten Papiers und dem leisen Rascheln umgeblätterter Seiten. Es war ein Ort, an dem das Flüstern schwerer zu wiegen schien als das Schreien und Geheimnisse gut aufgehoben waren. Die Nachmittagssonne tauchte die Holzdielen in ein warmes Licht und Staubpartikel tanzten in den Lichtstrahlen, die durch die großen Fenster hereinfielen. Florian konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Luft von einem elektrischen Strom durchflossen wurde, der sich noch verstärkte, als Frau Poensgen auf ihn zukam.

Er versuchte, das Flattern in seinem Magen zu ignorieren, als sie näher kam und ihre Hüften mit einer Anmut schwangen, die ihr Alter Lügen strafte. Sie war eine Naturgewalt, ein Sturm, vor dem er sich fürchtete und von dem er sich gleichzeitig sehnlichst mitgerissen zu werden wünschte. Die Spannung war greifbar, so dicht, dass man sie mit einem Messer hätte durchschneiden können, als sie sich über den Tresen beugte und ihm einen perfekten Blick auf ihr üppiges Dekolleté gönnte . Er schluckte schwer, sein Blick verweilte einen Moment zu lange, bevor er wieder zu ihrem Gesicht zurückkehrte, in der Hoffnung, sie hätte es nicht bemerkt. Aber sie hatte! Und das süffisante Lächeln, das um ihre Mundwinkel spielte, sagte ihm, dass sie sich ihrer Wirkung auf ihn nur allzu bewusst war.


© Slobodan Matic


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Kommentare zu "Zwischen Buchrücken und Leidenschaft"

Re: Zwischen Buchrücken und Leidenschaft

Autor: Ebenerdisch   Datum: 06.10.2025 0:36 Uhr

Kommentar: Schöne, mitreißende Geschichte. Mir ist die Verwendung des Wortes 'üppig' im ersten Absatz ein Zacken zu üppig ;)
Freue mich Weiteres von deiner Hand zu lesen.
BG

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