Seit unsere Agentur im Dorf geschlossen wurde und ich jeden Tag 43 Kilometer zum Großraum-Büro in die nächste Stadt fahren muss, bin ich mit meinen Kräften am Ende. Die teilweise neuen Kollegen sind unfreundlich und verbreiten eine unglaubliche Hektik. Das Arbeitsaufkommen ist mehr geworden, da durch die Zentralisierung einige Arbeitsplätze wegfielen, denn die Arbeit fiel ja nicht weg. Vorher bin ich knapp 10 Minuten mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Jetzt brauche ich eine dreiviertel Stunde – wenn ich nicht in die Rush Hour komme.
Um mich ein wenig zu erholen und mal abzuschalten entschließe ich mich nach der Arbeit spontan übers Wochenende wegzufahren. Ich habe keine Lust mir kurzfristig ein Hotelzimmer zu buchen, also schnappe ich mir mein Zelt, das ich noch von früheren Ausflügen mit der Clique habe, den Schlafsack und eine Decke. In eine Sporttasche packe ich ein paar Klamotten, einen Bikini, Waschzeug , Handtücher und zwei Bücher. Es ist Anfang September und noch schön warm, so kann ich mich noch ein bisschen bräunen und vielleicht schwimmen gehen.
Ich schalte den Anrufbeantworter an, packe das Handy aus meiner Handtasche und lege es neben das Telefon, nehme meine Sachen und gehe zum Auto. Ich packe alles ein und nach eineinhalbstündiger Fahrt komme ich am Campingplatz in Ehlersdorf an. Die nette Dame an der Rezeption weist mir einen Weg entlang zur Zeltwiese. Dort darf ich mein Zelt aufbauen, wo ich möchte. Die Wiese ist von Hecken umzäunt und ein wenig verwinkelt. Es stehen vereinzelte Zelte auf der Wiese, es ist aber noch reichlich Platz vorhanden, so dass ich die freie Wahl habe. Ich freue mich über die Ruhe und die Idylle dieses Campingplatzes und baue mein Zelt in einer ruhigen Ecke auf, den Eingang Richtung Hecke weisend. Danach breite ich die Decke und den Schlafsack im Zelt aus, stelle meine Tasche mit den Klamotten hinein und fahre das Auto auf den Parkplatz.
Auf dem Rückweg erkunde ich erstmal den Campingplatz. Es sind viele ältere Paare, und Familien mit Kindern da. Die wohnen allerdings in Wohnwagen. Teilweise in Luxusausführungen, teilweise in den typischen kleinen ovalen Modellen. Die meisten haben ein Vorzelt davor und einen Tisch sowie einige Gartenstühle. Richtig gemütlich eben. Bei meinem Rundgang komme ich auch an den Waschräumen vorbei. Links für Männer, rechts für Frauen. Das Wasch-Haus sieht neu und gepflegt aus. Die Tür steht auf. Es ist komplett weiß gefliest und die Fliesen glänzen schön sauber.
Eine kleine Gaststätte und einen Kiosk gibt es auch auf dem Campingplatz, da werde ich später vielleicht noch etwas essen. Jetzt bin ich zu geschafft. Auf dem Weg zurück zur Zeltwiese begegnen mir einige Leute, alle scheinen gut gelaunt und zufrieden und sehr mit sich und ihren Lieben beschäftigt. Auf der Zeltwiese begutachte ich meine direkten Nachbarn. Die meisten Zelte sind verlassen. Es ist kurz nach fünf, da sind die Camper wohl alle noch unterwegs. Wahrscheinlich schwimmen oder minigolfen. Die Anwesenden sind alles Jugendliche, so etwa zwischen vierzehn und sechzehn Jahre alt. Ich hoffe die rauben mir abends nicht die Nerven. Momentan sitzen sie auf Decken zusammen und spielen Karten. Zwischendurch höre ich sie laut lachen, aber sie sitzen am anderen Ende der Wiese, so dass ich an meinem Zelt kaum davon gestört werde. Die Zelte in meiner Nähe gehören auch zu ihnen, das weiß ich, weil ab und zu mal jemand aufsteht um etwas aus dem Zelt zu holen.
Es ist zwar noch früh, aber ich bin müde und beschließe mich ein wenig hinzulegen. Schließlich habe ich schon einen harten Arbeitstag hinter mir. Ich lege mich, angezogen wie ich bin, auf meinen Schlafsack und schlafe auch sofort ein.
Als ich wieder aufwache ist es schon dunkel. Nach einem kurzen Moment des Sammelns weiß ich wieder wo ich bin. Ich höre die Jugendlichen leise reden und lachen, ich sehe jedoch nichts. Gar nichts. Es ist stockfinster. An eine Taschenlampe habe ich natürlich nicht gedacht. Ich krame nach meinem Handy um wenigstens ein bisschen Licht zu haben. Dann fällt es mir ein: das Handy liegt ja zuhause neben dem Telefon.
Ich öffne den Reißverschluss der Zelttür und krabble rückwärts aus dem Zelt. Der Ausgang der Zeltwiese ist mit kleinen Lichtern abgesteckt. Ich nehme meine Handtasche und bewege mich auf den Ausgang zu. Ich muss mir noch etwas zu essen besorgen. Das letzte was ich heute gegessen habe war das Brötchen in der Frühstückspause. Und jetzt muss es schon 23 Uhr, oder auch später, sein, so dunkel und still wie es – bis auf die Jugendlichen – ist. Mit diesen Gedanken im Kopf und der Handtasche unterm Arm komme ich dem Ausgang immer näher, bis ich auf einmal - zack- auf den Boden gerissen werde. Ich liege im Gras, sehe nichts und mein Herz rast. Sssssssssssssst, höre ich einen Zelt-Reißverschluss aufgehen und gucke in einen gleißenden Lichtkegel. „Hast du dich verletzt? Ist alles okay? Warte, ich helfe dir hoch!“ „Danke, geht schon. Aber nimm mir die Lampe aus dem Gesicht!“. Beim Aufstehen merke ich, dass ich über eine Zeltschnur gestolpert bin. Über seine Zeltschnur! Ich bin mir sicher, dass dieses Zelt da bei meinem Rundgang am Nachmittag noch nicht stand.
Ein junger Mann steht neben mir und ich sehe sein besorgtes Gesicht im Schein der Taschenlampe. „Tut dir wirklich nichts weh?“ „Nein, ist nichts passiert. Ich wollt nur noch eben was essen gehen. Kannst du mir sagen, wie spät es ist?“ Der junge Mann lacht „Es ist fast drei, hier kriegst du wohl jetzt nichts mehr. Wenn du möchtest kannst du ein paar Bifis von mir haben.“ Oh, hab ich denn so lange geschlafen? Es hält mir auffordernd seine Zelttür auf und ich gehe hinein. Es liegen dort ein Schlafsack auf einer Luftmatratze und eine braune Decke. Ein großer Rucksack steht am Kopfende. Ein Touch-Licht ist in der Netz-Seitentasche des Rucksacks und spendet Licht. Als der junge Mann mir ins Zelt folgt kann ich ihn zum ersten Mal richtig sehen. Weil er recht groß ist muss er sich tief bücken um ins Zelt zu gelangen. Er hat blondes, kinnlanges glattes Haar, dunkle Augen und ein hübsches, ebenmäßiges Gesicht. Er trägt schwarze Boxershorts und ein olivfarbenes T-Shirt. Meine kurze Unbehaglichkeit bei einem fremden Mann im Zelt zu sitzen verfliegt sofort. Er setzt sich mir gegenüber auf die Decke und stellt sich vor. „ Ich bin Leon, wie heißt du denn?“ sagt er, während er in seinem Rucksack wühlt und dadurch das Licht zum flackern bringt. „Eva.“ Der hübsche, große Mann, den ich auch Ende Zwanzig schätze, reicht mir lächelnd eine handvoll Bifis. Seine Haare sind ein wenig zerzaust und eine Strähne hängt ihm ins Gesicht. „Die dürften reichen bis zum Frühstück.“ „Danke! Entschuldige, dass ich dich aus dem Schlaf gerissen habe.“ Sage ich, während ich die Bifis nehme und mich aufrichten will. „Du scheinst ja schon ausgeschlafen zu haben. Und ich bin jetzt auch wieder hellwach. Also kannst du auch noch ein wenig bleiben.“ Naja, immerhin habe ich den armen Kerl um den Schlaf gebracht. Und ich bin ausgeschlafen, da hat er recht. Ich bleibe also sitzen, packe eine Bifi aus und wir unterhalten uns. Ich erzähle ihm von meiner Arbeit, dem Stress und der kleinen Auszeit, die ich mir hier nehmen möchte. Er erzählt, dass er heute um kurz nach 20 Uhr angekommen ist und gerade eben noch jemanden an der Rezeption erwischen konnte, um noch auf den Campingplatz zu gelangen. Er ist mit dem Motorrad da und morgen - also heute - Abend kommt sein Kumpel, mit dem er dann nach Österreich zu einem Bikertreffen fährt. Während wir erzählen esse ich alle sechs Bifis. Als ich merke dass ich alle aufgegessen habe ist mir das unangenehm. Sie waren aber lecker und ich bin jetzt satt, also ist das auch egal. „ Kannst du mir deine Taschenlampe leihen? Ich will kurz zum Waschraum.“ „Du musst nicht alleine gehen, ich komme mit.“ Sagt er, als würde auf dem gut behüteten Campingplatz eine Gefahr drohen. Da er so nett ist möchte ich aber seine ritterliche Hilfsbereitschaft nicht ablehnen und stimme zu. Als er die Zelttür öffnet sehe ich, dass es schon fast hell ist. Es muss schon etwa 5 Uhr sein. So lange haben wir also gequatscht.
Leon lässt die Taschenlampe im Zelt. Er geht raus und reicht mir die Hand. Ich nehme sie und stehe schwungvoll auf. Er hat große, weiche Hände, passend zum Rest des Körpers. Wir gehen zu meinem Zelt, damit ich meine Waschsachen holen kann. Dann machen wir uns auf den Weg Richtung Waschraum. Während wir gehen hakt Leon mich unter und lächelt verschmitzt „ Ich will nur auf Nummer sicher gehen.“ Keine Menschenseele ist unterwegs. Ein, zwei Leute hören wir husten, das ist aber auch alles. Vor dem Waschraum hält Leon an. „Lass dich da drin bloß nicht klauen, du gefallenes Mädchen!“ Der Spruch war blöd, aber er steht vor mir, guckt mich mit seinen braunen Augen an, die Strähne hängt ihm wieder ins Gesicht. Er sieht toll aus. „Nicht, wenn du auf mich aufpasst!“ Sage ich entschlossen, nehme seine Hand und ziehe ihn mit in den Waschraum. Leon guckt zuerst etwas erschrocken, dann folgt er mir in die Duschkabine. Ich lasse meine Kulturtasche fallen und spüre im gleichen Moment seine Hände. Er umarmt mich und sieht mir tief in die Augen. Wir küssen uns. Lange und leidenschaftlich. Er küsst klasse, sehr hingebungsvoll. Während ich die heißen Küsse genieße fallen mir die Bifis wieder ein. Wieder ist es mir unangenehm. Aber er hat sie mir gegeben, jetzt muss er auch damit leben, dass ich nach Bifi schmecke. Der Gedanke verschwindet ganz schnell wieder, als Leon seine Zunge an meinem Hals entlang gleiten lässt. Ich lege den Kopf in den Nacken und genieße seine Liebkosungen, ich merke wie es mich erregt. Er drückt mich an die Wand und fährt mit den Händen unter mein Top. Ich fühle seine Hände auf meinem Bauch und dann auf meinen Brüsten. Er schaut mir dabei immer wieder tief in die Augen. Er drückt sein Becken gegen meines und ich kann spüren, dass auch er sehr erregt ist. Ich merke wie Leon das Top hochschiebt und es mir über den Kopf zieht. Anschließend umfasst er meine Hüfte und streift den Chiffon-Rock nach unten ab. Gegenseitig ziehen wir uns auch die restliche Kleidung aus. Ich bin wie elektrisiert von seinen Blicken, seinen großen Händen und dem Lächeln. Er zeigt keinerlei Unsicherheit. Nackt, wie wir dastehen, streichelt er meinen Körper, hebt mich dann hoch und drückt mich erneut an die Wand. Erst jetzt, durch meine Nacktheit, fühle ich die kalten Fliesen, die mich kurz aufschreien lassen. Leon grinst breit. Ich halte mich an der Duschstange fest und schlinge meine Beine um Leons Hüften. Ich fühle wie er seinen Schwanz mit der Hand führt und dann in mich gleitet. Er hat, passend zu seinem Körperbau, einen schönen großen Schwanz. Immer wieder stößt Leon hart zu und krallt dabei seine Hände in meinen Arsch. Er geht nicht gerade zimperlich mit mir um. Seine rüde Art zu ficken macht mich nur noch geiler. Weder er noch ich kann das Stöhnen gänzlich unterdrücken. Mann kann die rhythmischen Sexgeräusche nicht überhören. Zum Glück sind wir noch die einzigen im Waschraum. Wir sind beide schweißnass. Ich merke wie ich ihm beim zustoßen aus den Händen gleite. Ich halte mich mit aller Kraft an der Duschstange fest und erwidere seine Stoßbewegungen. Er krallt sich noch mehr in meinem Arsch fest um mich halten zu können. Immer wieder stößt er seinen großen, harten Schwanz in mich. Ich halte es nicht mehr aus, ich komme bei einem kräftigen Stoß und stöhne laut auf. Leon sieht mich mit festem Blick an und stößt weiter und noch härter zu, während mein Körper bebt. Dann kommt auch er.
Langsam und erschöpft lässt er mich hinunter gleiten, bis ich wieder stehe. „Du siehst gefickt aus!“. Sagt Leon und drückt auf den Duschknopf. Warmes Wasser prasselt auf uns nieder. Leon umarmt mich und wir küssen uns wieder. Wir duschen uns ausgiebig. Danach müssen wir feststellen, dass all unsere Klamotten nass geworden sind. Sie lagen ja verteilt in der Duschkabine rum. Wir wringen alles aus. Leon zieht seine nassen Shorts an, ich wickle mir das Duschhandtuch um und so gehen wir zurück zur Zeltwiese. Einige Leute kommen uns entgegen und grüßen freundlich, beachten uns aber sonst nicht weiter. Leon zieht sich im Zelt trockene Shorts und ein körperbetontes, wieder olivfarbenes, T-Shirt an. Unsere nassen Sachen hängt er über seine Zeltschnüre. Ich gehe in mein Zelt und lege das nasse Handtuch ab, welches er dann ebenfalls aufhängt. Er folgt mir ins Zelt, legt sich neben mich und zieht mich dann zu sich. Ich liege in seinen starken Armen und er streichelt mir mit der Hand über den Bauch und die Brüste. Ganz zärtlich. Ich kann kaum fassen, dass ich mit der gleichen Person gerade wilden, harten Sex hatte. Nackt wie ich bin schlafe ich zufrieden unter seinen streichelnden Händen ein.


© @FrauMitteDreissig


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Beschreibung des Autors zu "Auszeit"

Erotische Kurzgeschichte. Kritik erwünscht.




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