Sie stand an einem dieser runden, hohen Tische, wo man sich zur Veranstaltungspause zum Netzwerken trifft. Man musste sich nur geschickt umdrehen, konnte den eigenen, langweiligen Tisch verlassen und landete im nächsten, unverfänglichen Gespräch.
An ihrem Tisch schien es jedoch nicht langweilig zu sein. Mehrere Männer standen um sie herum. Es war unschwer zu erkennen, dass sie alle an ihren Lippen hingen.
Auch ich hätte mich insgeheim gern dazu gesellt und gehört, was eine der erfolgreichsten Strafverteidigerinnen des Landes bei einer Tagung wie dieser an Anekdoten auf Lager hätte. In diesen Reigen an "Fanboys" wollte ich mich allerdings nicht einordnen und mich schon gar nicht mit den Gockeln in Sachen Eloquenz und Maßanzug zu messen. In meinem Durchschnitts-Anzug kam ich mir außerdem underdressed vor.
Egal. Ich würde ja ohnehin noch die nächsten Stunden genug von Paragraphen, Fallbeispielen und Juristerei hören. Außerdem: als groß angekündigte Hauptrednerin würde ich auch von ihr noch genügend Fachwissen aufsaugen können.
Ihr Vortrag war längst beendet und selbst die hartgesottensten Networker hatten die Stehtischchen dem Reinigungspersonal überlassen, als ich sie in der Nische der Hotelbar entdeckte. In ihrem weinroten Einteiler und den goldenen Sandaletten war sie kaum zu übersehen. Wenn ich sie jetzt nicht anspreche, würde ich es spätestens morgen bereuen:
“Pardon”, setzte ich an, “ich war heute im Publikum und Sie hatten bestimmt einen langen Tag. Darf ich Ihnen trotzdem Gesellschaft leisten?”
“Na dann wissen Sie ja, wer ich bin. Und mit wem habe ich das Vergnügen?”
“Entschuldigung. Natürlich. Doktor Tom St.., Ach, ‘Tom’ würd mir völlig reichen.”
“Anne. Aber das ist Ihnen ja nicht neu. Setzen Sie sich doch, Tom”, schmunzelte sie und deutete auf den Stuhl vis a vis. An ihrem Handgelenk lag eine zarte Kette – mehr Schmuck brauchte sie nicht.
Ich kam der Frage des Kellners zuvor und wir orderten zwei Gläser Rosé. Selten, dass eine Frau Rosé bevorzugt.
Jetzt, wo ich ihr gegenüber saß, wusste er gar nicht mehr so recht, worüber ich eigentlich genau mit ihr sprechen wollte. Klar, sie war eine Koryphäe auf ihrem Fachgebiet und ihre Publikationen über Prozessführung, die Auslegung mancher juristischer Grauzonen und nicht zuletzt ihre bissigen, aber cleveren Seitenhiebe gegen so manchen Richter amüsierten mich und forderten mich auch juristisch heraus.
“Vorm Schlafengehen lese ich gern Ihre Publikationen”, platzte ich heraus.
“Wow. Das ist das schlimmste Kompliment, das ich heute gehört hab. Und es waren wirklich schlechte dabei”, lachte sie laut auf.
“Gott, Nein, so war das nicht gemeint”. Ich spürte die Schamesröte vom Hemd den Hals hinauf kriechen und war um Schadensbegrenzung bemüht: ”Ich lese die Artikel vorm Schlafengehen, weil ich da die nötige Ruhe finde, und weil Ihre Fälle spannender als jeder Krimi sind. Ich schätze sie sehr…. Die Publikationen. Sie natürlich auch. Sie bringen mich ja ganz durcheinander. Wie peinlich.”
“Schon okay, ich hab mir schon gedacht, dass sie Ihren Kindern andere Gute-Nacht-Geschichten vorlesen”.
“Nein. Also Kinder gibt es keine. Mutter auch nicht.”, ergänzte ich. Ich konnte Smalltalk schon von forschendem Interesse unterscheiden: Ihre Kinder-Anspielung ließ in der Situation wahrlich wenig Auslegungsspielraum. Ich fühlte zugegebenermaßen geschmeichelt, dass sie in Sachen Beziehungsstatus so direkt auf Tuchfühlung ging.
“Na dann, auf die Wahlfreiheit der Gute-Nacht-Geschichten!”. Sie hob das Glas und prostete mir zu. Humor hatte sie, diese Frau.
Wir plauderten, diskutierten, lachten über den einen oder anderen Berufskollegen und mit jeder Stunde und jedem Glas Rosé wurde das Gespräch vertrauter. Das “Sie” war bald passee. Zum Glück passierten auch ihr – wohl nicht zuletzt den Gläsern geschuldet, lustige Versprecher und wir waren in Sachen Peinlichkeiten bald quitt. Dann verschluckte sie sich am Knabbergebäck und nur meinem heldenhaften Einsatz war es zu verdanken, dass sie nicht erstickte.
“Hast was gut, Tom”, scherzte sie und ich wollte das Gefühl nicht loswerden, dass sie ihre “Schuld” heute noch begleichen würde.
“Du hast doch nichts dagegen, wenn ich diese goldenen Biester endlich los werde”, kicherte sie, und streifte sich die Schuhe von den Fesseln. Ihre Füße wirken fast jugendlich, obwohl sie knapp 10 Jahre älter sein musste als ich.
“Wohl kaum ein Mann würde dich davon abhalten, irgendetwas auszuziehen”, konterte ich. Sie wusste wahrscheinlich längst, dass sie diese Wirkung auf Männer hatte. Dieses Sich-fühlen-wie-ein-pubertierender-Schuljunge. Ich war angetrunken und angeturnt. Ihre Schlagfertigkeit und Intelligenz machten Sie zu einer grandiosen Gesprächspartnerin. Ihre zweideutigen Anspielungen konnte man schon als raffiniertes Flirten einordnen. Aber seit ihre nackten Füße unterm Tisch tanzten, konnte ich dem Gespräch nicht mehr folgen.
Die Tische neben uns leerten sich. Der Kellner räumte die Gläser weg, wischte die Tische feucht ab und kümmerte sich müde um zwei Männer an der Bar. “Letzte Runde”, ließ er uns wissen.
Wir bestellten Gin Tonic und tranken zum wiederholten Mal aufs Leben, aufs Retten, auf … Auf diesen Abend! Unsere Finger berührten sich flüchtig zwischen den gekühlten Kristallgläsern. Wohl kaum zufällig. Nur Augenblicke später spürte ich etwas an meinem Bein. Ihr Blick war plötzlich intensiver. Sie setzte ihr Glas an ihre Unterlippe, befeuchtete es, aber trank nicht daraus. Ihre nackten Zehen kletterten an meinem Hosenbein entlang. Ich war sofort erregt. Zentimeter für Zentimeter kam ihr Bein, ihre Fessel, ihre Zehen meinem Schritt näher. Mein Schwanz wurde fest. Bald würde sie die Beule spüren. Irgendwie war es mir peinlich, so schnell so steif zu werden und trotzdem konnte ich die Berührung nicht erwarten.
Sie spielte. Genau wie vor Gericht. Und sie wusste, ich war ein schwacher Gegner, der sich immer noch am Gin Tonic festklammerte.
“Machst du das öfter, dich zu fremden Frauen an die Bar zu setzen?” Sie fragte mich das, als würde sie gerne hören, dass sie eine von vielen sei. Eine, die kämpfen will. Eine, die den Wettbewerb liebt.
“Hin und wieder”, log ich, denn so etwas wie in diesen Minuten war mir noch nie passiert.
Da war es: Ihre Zehen erforschten die Beule in meiner Hose. Mein Schwanz war hart und eingepfercht. Ich konnte es nicht erwarten, aus diesem Anzug raus zu kommen. Trotzdem genoss ich ihr vorsichtiges Tasten. Sie rieb zärtlich, bald fordernd, meinen Schwanz. Nur Stoff dazwischen... Ich stellte mir vor, wie sie mit ihren geschickten Zehen meinen Gürtel öffnete. Dann die Hose.
“Ich hab doch was gut bei dir.” Jetzt pokerte ich hoch. Ich beugte mich zu ihr über den Tisch. Der Druck auf meinen Schwanz wurde intensiver und mir entkam ein leises Stöhnen, das aber in der Umgebung wohl niemand hören konnte: “Greif dir selbst zwischen die Beine. Zumindest solange ich hier noch von dir festgehalten werde”.
Ein Schmunzeln umspielte ihre Mundwinkel. Sie nahm ihre Hand vom Glas, nicht ohne davor noch daran auf und ab zu gleiten. Dann strich sie langsam über die Tischkante und ließ ihre Hand im Dunkel unterm Tisch verschwinden. Die ganze Zeit über ließ sie meinen Blick nicht eine Sekunde von ihr abweichen.
Ich spürte beide Füße an meinem Schwanz. Sanfter Druck, zärtlich rieb sie durch den Stoff hindurch, trippelte an der Eichel, bis ich am Stuhl zurück wich. Lange hielt ich das nicht mehr aus.
“Du bist eine knallharte Juristin, zugegeben. Aber deine Methoden sind etwas unfair”, beschwerte ich mich und sie entgegnete, “Aber du hast auch echt harte Argumente”.
Wahrscheinlich war meine Hose vor lauter Sehnsucht schon ganz nass. Wie gut, dass es in der Bar so dunkel war.
“Was meinst du, Tom, sollen wir diesen juristischen Wettstreit am Zimmer fortsetzen?” Mein Ständer war zu hart um aufzustehen. “Bitte. Unbedingt. Gib mir eine Sekunde”, flehte ich sie an. Sie wusste, dass sie gewonnen hatte und trotzdem fühlte ich mich schon jetzt als Sieger.
Kommentar:Hi, ich finde es immer zu komisch, dass sich unter solchen "Gute-Nacht-Geschichten" so viele unregistrierte Besucher einfinden. Selten mal ein Name, aber ich finde, wenn der Autor seinen Namen nennt, darf es der Leser auch.
Mein Kompliment auch für die Story, die nicht zu weit geht und dem Leser auch noch genügend Platz lässt, die Geschichte im Kopf weiterzuschreiben - oder auch nicht.
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