Sie beugt sich über den Tisch und fischt nach dem Stapel mit den Moderationskärtchen. Ein paar Minuten noch, bis zur Pausen-Moderation.
Schnelle, schwere Schritte nähern sich. Sie stören den Takt des Orchesters und ihre Konzentration. Am Staccato seiner Schuhe erkennt sie seinen Gang.
Sie ahnte schon, dass er als Eventtechniker an einem Tag wie diesem im Haus sein würde. Seine Schritte stoppen.Ihr Herz schlägt so fest, dass man es wohl auf der Bühne auch noch hören würde. Die Garderobentür fällt ins Schloss. Sie muss nicht in den Spiegel sehen, um ihn hinter sich zu wissen.
Seine Hand streicht am Hals entlang. Er kann so sanft sein und so fordernd. Er streichelt, nimmt ihren schlanken Hals in seine große Hand, krallt sich in ihr Haar. Er küsst ihren Nacken mit einem Raunen, das seine Erregung erahnen lässt, als sie ihr Becken seinem entgegendrückt. Unter ihrem Kleid pulsiert es. Ihr Körper kann nicht leugnen, dass er seine Forderung schon eine Weile vermisst hat.
Seine warme Hand umfasst ihr Knie, streicht an ihrem Oberschenkel entlang und schiebt ihr Kleid hoch. Sein steifes Glied drückt ihr in den Rücken. Ja, er darf sich an ihr reiben.
Wissend und gierig gleiten seine Finger an ihrem Bauchnabel den Saum entlang. Das Nylon ihrer Strumpfhose hält seinen ungeduldigen Händen nicht stand. Er schiebt seine Finger am Rücken entlang, am Steißbein hinab, zwischen ihren Beinen hindurch, in ihren Slip. Spreizt ihre Lippen. Nur kurz lässt er einen Finger zurück gleiten, bevor er gleich mit mehreren in sie dringt. Ihr Unterleib wölbt sich seiner Hand entgegen. Feucht, pochend, …
Die Streicher setzen zum letzten Satz an. Die Bläser steigen ein. Finale furioso.
Er weiß genau, was sie braucht, um schnell und nass zu kommen. Er hält sie hin, genießt, dass es für beide hier und jetzt kein Zurück mehr gibt. Er presst seine flache Hand gegen ihre Scham und stößt mit seinen gleitenden Fingern dagegen, ... solange, bis sie aufstöhnt und ihr Becken zuckt. So zuckt sie nur, wenn sie kommt.
Nur langsam gibt der beschlagene Spiegel ihre Gesichter frei. Sie bindet ihre Haare mit einem schnellen Handgriff zum Zopf. Die Wimperntusche ist etwas verronnen, unpräzise. Zu spät, um nochmal zum Makeup zu greifen.
Sie streicht die Moderationskarten glatt und nimmt die letzten Treppenstufen zur Bühne.
Für diese Art von Auftritt würde sie sich revanchieren dürfen ...
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Beschreibung des Autors zu "Besuch in der Garderobe (1)"
Lust auf ein Wiedersehen?
Unter "Hilfe unter Bekannten" gibts ein neues Zusammentreffen der beiden.
https://www.schreiber-netzwerk.eu/de/2/Geschichten/103/Erotische+Geschichten/100950/Hilfe-unter-Bekannten/
Kommentar:Hmm, ein Leckerli. Ganz ehrlich gefällt mir das besser, als gleich die Sahnetorte ins Gesicht geschleudert zu bekommen.
Und ganz ehrlich, nicht allein die Thematik, sondern auch und gerade deine Art zu schreiben,
hat mich neugierig werden lassen.
Es ist nicht einfach, mit einem solch kurzen Text, Thema hin oder her, den Kopfkinoprojektor anzuwerfen.
"Die Streicher setzen zum letzten Satz an. Die Bläser steigen ein. Finale furioso." Dieser eine Satz, an genau der richtigen Stelle, macht das Bild perfekt, ebenso der Schluss mit dem Spiegel.
Ich liebe auch einen solchen Abspann. Wirklich gut. Die angekündigte Revanche wäre nicht unbedingt nötig ... oder doch! Weil sie neugierig auf mehr von dir macht.
Kommentar:Nun, ich bin neugierig und ich mag deine Geschichten. Und ich verrate dir auch, warum.
Nun, das Thema ist delikat, aber du schreibst in einer Art, die mir vertraut ist. Ich kann das schwer erklären, aber das Ende deiner Geschichte, wie sie sich die Haare zusammenbindet, der beschlagene Spiegel, die Stimmung, alles zusammen hat eine feine Melancholie und eine Sehnsucht nach mehr. Auch wenn du es Revanche nennst. Das ist ein Wort, aber ich spüre deine Geschichte, und das ist etwas, dass ich immer wieder suche, aber nur selten finde.
Ich bin ganz ehrlich, ich mag erotische Geschichten, aber das ist nur eine Seite, die andere finde ich in deiner Art zu schreiben. Und beides zusammen zu finden, ist schon außergewöhnlich.
Und danke im Übrigen auch, dass du dir die Zeit nimmst, auf Kommentare, oder auf meinen Kommentar zu antworten. Das hat hier auch Seltenheitswert. Aber was ich spüre, ist, dass du eine Liebe zum Schreiben hast. Das spricht mich an. Erotik allein ist nicht alles.
Kommentar:Ich muss gestehen, deine Kommentare sind wirklich sehr schmeichelhaft - da fällt das Antworten und Schreiben leicht. Ja, ich hab tatsächlich große Freude am Schreiben – zumindest im Moment. Aber noch mehr Freude macht es natürlich, wenn ein Text auch bei jemand anderem etwas auslöst. Egal ob erotisch oder nicht.
Die beiden aus der Garderobe trafen sich übrigens wieder. ("Hilfe unter Bekannten") Bin gespannt, ob dir ihr Wiedersehen zusagt.
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