Da saß diese Frau. Sie war so wunderschön, wie keine Frau, die ich je zuvor gesehen hatte. Ihre Haare waren dunkelbraun mit helleren Strähnchen. Ihre Haut war blass, aber nicht so blass, dass man ihre Adern sehen konnte. Sie war groß, aber vielleicht lag das auch an ihren Schuhen. Ihre Augen waren blau, strahlend blau. Und ihre Lippen waren voll und sahen so sanft aus, dass man sie gleich küssen wollte. Sie hatte eine wunderbare Figur. Sie war einfach absolut perfekt. Zumindest in meinen Augen.
Ich rüttelte mich wieder wach.
"Du bist verheiratet, reiß dich zusammen", dachte ich. Aber ihre Schönheit riss mich in ihren Bann. Außerdem hatte mich mein Mann vor 5 Jahren aus dem nichts verlassen, da war das doch nicht so schlimm. Naja, nicht wirklich verlassen, er war aufgebrochen, weil er sich zu etwas Höherem berufen fühlte. Er versprach mir zurück zu kehren, doch bis heute war er verschwunden.
Unsere Ehe hatte schon lange zuvor einen Knacks weg gehabt. Wir hatten uns wohl irgendwie auseinander gelebt. Auch wenn wir uns noch liebten, wir funktionierten kaum noch als Paar. Wir stritten jeden Tag wegen den blödesten Kleinigkeiten. Wir logen uns gegenseitig an. Wenn nicht etwas besonderes passiert wäre, hätten wir uns vermutlich scheiden lassen. Aber von jetzt auf gleich, war Adam wie ausgewechselt. Er hätte etwas geträumt und nun wisse er, was er zu tun habe.
Er packte seine Sachen und verschwand ohne sich groß zu erklären. Und ich hoffte jeden Tag, dass er zurückkehrte. Aber er tat es nicht.
Nach so vielen Jahren hatte ich diese Hoffnung aufgegeben. Also konnte ich doch eigentlich auch offen für etwas neues sein. Ich konnte doch endlich anfangen nach vorn zu sehen. Ich musste mich nicht schämen, wenn ich jemanden attraktiv fand.
Also stand ich auf und ging auf sie zu. Ich hatte ja nichts zu verlieren.
Ein Name fällt ins flimmernde Licht,
getragen von Stimmen, doch kennt man ihn nicht.
Ein Flüstern wird lauter, ein Schatten wird groß,
und plötzlich erscheint etwas völlig [ ... ]
Noch hielt mich nicht der erste äußre Drang,
der mich beständig vorwärts treiben hieß;
im Takt der Pflicht verging mein früher Gang,
dem fremden Maß ich folgte, [ ... ]
Der Treppe fehlt eine Stufe.
Die eine Stufe zum Leben. Die
eine Stufe zur Erkenntnis. Die
eine Stufe zur Kunst. Die eine
Stufe zur Liebe. Morgens
war die Stufe einfach weg.
Und keiner weiss [ ... ]
Wenn Lebenslinien sich kreuzen
Fallen Sterne in einen tiefen süßen Schlaf
Hand in Hand gemeinsam sein, solange beide Herzen brennen
Glück ist nicht planbar
Unglück auch nicht
Das Selbst [ ... ]
Der Geier singt ein Lied.
Der Löwe fliegt zur Post.
Der Bär kauft ein Klavier.
Und die Sonne scheint.
Und die Welt spielt. Und
jeder Traum findet Gold.