Asphaltierter Platz, der Abgang zur U-Bahn neben mir. Doch ich ging nicht runter. Noch nicht. Ich stand da und sah ihr hinterher. Ihrem Hintern im sommerlichen Stoff. Der Wölbung ihrer Brust; von hinten nur angedeutet zu erkennen. Ihr Haar, vom Wind getragen. Sie dreht sich noch einmal um, lächelt zum Abschied. Das Lächeln brennt sich in mein limbisches System. Ich lächle zurück.
Drei Stunden zuvor: im Hugendubel bei einem Café sitze ich und brütete über einer Geschichte. Ich hatte noch etwas Zeit, bevor wir uns trafen und wollte diese nutzen. Doch ich war aufgeregt. Ich dachte, ich wäre gelassen, doch das war ich nicht. Ich konnte mich nicht konzentrieren und brachte die Geschichte nicht voran. Dachte an sie. Ich gab auf, klappte den Laptop zu. Sie taucht auf, mich in Gedanken versunken vorfindend, lächelte. Es war warm draussen und die kurze Kleidung stand ihr gut. Verdammt, ich wusste wieder, warum sie mir gefiel.
Wie immer, wenn sie um mich war, verlor ich jegliches Gefühl für Zeit und Ort.
Wären wir durch die dreckigsten Gassen, durch Morast und Fischabfälle am Hamburger Hafen gelaufen, es wäre mir nicht aufgefallen. Doch wir liefen durch den Englischen Garten in München. Die Sonne brachte das Grün der Bäume zum leuchten. Die Gräser glitzerten wiegend im Wind. Im Nordteil treffen wir nur vereinzelt auf andere Menschen. Ein idyllisches Plätzchen am Bach, Mandarinenenten und wir.
Wir hätten über ernste Themen reden können. Philosophieren und in die Tiefe gehen, doch der Tag lud zur Leichtigkeit ein. Sie lachte gerne und viel. Manchmal über mich, meistens mit mir. Ein mal so intensiv, dass ich dachte, sie müsse aus Atemnot gleich zusammenbrechen. Ihr Gesicht wird so schnell rot; wenn sie lacht, wenn sie verlegen ist...
Einzelne Strähnen ihres Haares verfingen sich im Mundwinkel, wenn der Wind zu kräftig blies, streiften mein Gesicht. Ausversehen berührte mein Arm den ihren, ihren Bauch, auch ihren Po. Begehren von mehr. Von ihrer Haut auf meiner. Perfekte Stunden mit einer perfekten Frau...
Asphaltierter Platz, der Abgang zur U-Bahn neben mir. Nach Sekunden?, nach einem Leben?, verabschiedeten wir uns, umarmten uns und als sie sich noch einmal umdrehte sagten unsere Blicke, was wir aus Leichtigkeit und Verlegenheit nicht zu sagen wagten.
Sie mag mich. Ich mag sie.
Ich liebe sie. Sie liebt mich nicht.
Eine Erkenntnis die zurück gerannt kam und mir in die Arme lief, während sie im Trubel der Einkaufsstraße untertauchte.
Erstaunt verweile ich im Lauf der Zeit,
betrachte still, was Menschen wichtig nennen;
wofür sie kämpfen, woran sie sich erkennen,
und fordern Anteilnahme, weit und [ ... ]
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