Ich ging hinauf, dem alten Wege nach,
wo hinter mir die Welt in Stille lag.
Die Straßen wurden schmal, der Himmel weit,
und jeder Schritt verlangsamte die Zeit.
Die Farben wurden blasser mit der Höh,
der Wind erzählte leise von dem Schnee.
Gebetsfahnen tanzten bunt im Wind,
als wüssten sie, wohin die Wege sind.
Blau, Rot und Gelb, dazu das reine Weiß,
getragen von dem Wind, vom Berg, vom Eis.
Om Mani Padme Hum – ein stiller Klang,
der über Fels und tiefe Täler drang.
Ich ging, soweit die müden Füße trugen,
und lernte, mit dem Atem mich zu fügen.
Denn jeder Schritt verlangte seinen Preis,
und jeder Atemzug machte mich leis.
Da stand ein alter Sherpa vor mir still,
sein Lächeln sagte mehr, als Sprache will.
Er reichte mir den warmen Tee und ging,
während sein Schatten zwischen Felsen hing.
Kein großes Wort, kein Abschied, kein Verstehen –
nur dieses kurze Lächeln im Vorübergehen.
Und doch blieb etwas davon bei mir zurück:
Ein kleiner Augenblick von stillem Glück.
In kalten Nächten lag ich unter Sternen,
so nah am Himmel und so fern den Fernen.
Kein Lärm, kein Licht, das meine Sinne störte,
nur Wind und Eis und das, was ich dort hörte:
mein eigener Atem, langsam, klar und rein –
und plötzlich schien die Welt nicht groß zu sein.
Die Berge nahmen alles Überflüssige fort
und ließen nur mich selbst an diesem Ort.
Dann stand ich auf dem Pass und sah hinaus:
Die Gipfel ragten weiß ins Licht hinaus.
Die Täler lagen tief im Nebelmeer,
und über allem schwieg der Himmel schwer.
Ich fühlte mich so klein vor dieser Welt –
doch nie war Kleinsein schöner, nie so hell.
Denn was ich dort im Angesicht der Weite sah,
war nicht, wie fern ich war –
sondern, dass ich da war.
Vielleicht ist Freiheit nicht, wohin man geht,
nicht, was noch hinter jenem Berge steht.
Vielleicht beginnt sie dort, wo man versteht,
dass man nicht weiter muss, wenn man schon steht.
Ich schloss die Augen. Atmete. War still.
Und wusste plötzlich, was das Leben will:
Nicht immer suchen.
Nicht immer fort.
Manchmal genügt ein Atemzug –
und man ist angekommen
an einem Ort,
Kommentar:...es erinnert mich an früher als ich mit meinen Eltern immer Urlaub in Südtirol machte.Am Anfang fand ich alles schrecklich,aber der letzte Urlaub blieb mir in Erinnerung.
Mein Vater und ich sind viel gewandert.
Und ich sah immer den Langkofel aus meinem Fenster.
Das hat sich eingebrannt und die Sehnsucht danach.
Leider ist es mir nicht mehr möglich gewesen dorthin zu reisen....darum traf es mich mitten ins Herz und die Erinnerungen kamen zurück.
Grüße Steffi
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