Ein Mann steht am Abgrund, er ist allein,
tief unten braust Wasser über Gestein.
Es strudelt und gurgelt mit voller Wucht,
kein Steg führt über die tosende Schlucht.
Die Tiefe will er jedoch überwinden,
eine Brücke muss sich doch finden!
Der Mensch geht weiter, am Rand entlang,
das Herz wird ihm schwer, auch ist ihm bang.
Der Tag geht zu Ende, es schwindet das Licht,
langsam verliert er die Zuversicht.
Doch plötzlich, er traut seinen Augen kaum,
spannt eine Brücke sich über den Raum!
Vertrauensvoll stellt er sich auf die Planken,
bedenklich sie schaukeln, schwingen und schwanken.
Der Mensch greift entschlossen nach den Tauen
und – ohne in die Tiefe zu schauen –
setzt er bedächtig seine Schritte,
erreicht auch bald darauf die Mitte.
Weiter geht er mit Bedacht –
die Überquerung ist vollbracht!


© Sabine


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Kommentare zu "Die Brücke"

Re: Die Brücke

Autor: humbalum   Datum: 11.10.2021 10:10 Uhr

Kommentar: Stimmt! Anscheinend gibt es immer eine Brücke. Es kommt eben im Leben darauf an weiter zu gehen. Dann zeigt sich diese Brücke auch. Eine gute Idee. Eine interessante Geschichte. Ein herrliches Gedicht! Ich wünsche Dir eine herrliche Woche. Mit den besten Grüßen Klaus

Re: Die Brücke

Autor: Michael Dierl   Datum: 13.10.2021 8:46 Uhr

Kommentar: Hallo Sabine, ja echt toll gemacht! Gute Idee mit der Brücke und erinnert mich an meine - Du weißt was ich meine!

lg Michael

Re: Die Brücke

Autor: Sabine   Datum: 13.10.2021 13:55 Uhr

Kommentar: Ja, es gibt immer eine Brücke. Nach meiner Erfahrung immer dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Oft kommt sie von einer Seite, an die man nicht gedacht hat.

Sabine

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