Mutter sag…

Mutter sag, was ist der Krieg?
Man spricht von Kampf und Sieg,
Und jeder leidet, der am Leben blieb.

Mutter sag, was brennt denn dort?
Der Urwald, er ist bald schon fort,
Wächst an keinem andern Ort.

Mutter sag, was macht der Bär?
Das Eis, das gibt es bald nicht mehr,
Dann bleibt sein Magen immer leer.

Mutter sag, was wollen die Fremden?
So vielen sollen wir Obdach geben,
Wo wir selbst am Rand der Armut leben.

Mutter sag, was macht die Luft?
Nun, weit und breit kein Blumenduft,
Vergeblich man die Reinheit sucht.

Mutter sag, was kann man essen?
Man hat im Fleisch die Hormone vergessen,
Des Menschen Gier zeigt sich vermessen.

Mutter sag, müssen wir Masken tragen?
Mein Kind, Corona hat das Sagen,
Gehört wohl zu den sieben Plagen.


© Herbert Kaiser


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Kommentare zu "Mutter sag..."

Re: Mutter sag...

Autor: Alf Glocker   Datum: 07.10.2020 7:30 Uhr

Kommentar: Die Plagen werden immer mehr...
Bald ist die Erde von uns leer...

LG Alf

Re: Mutter sag...

Autor: Bluepen   Datum: 07.10.2020 8:34 Uhr

Kommentar: Lieber Herbert,

hervorragend geschrieben und trifft es verdammt gut!

LG - Bluepen

Re: Mutter sag...

Autor: agnes29   Datum: 07.10.2020 13:30 Uhr

Kommentar: Lieber Herbert,

die Mutter muß ihrem Kind die Antwort schuldig bleiben.
Das Kind wird nachdenken…und traurig sein.

Liebe Grüße Agnes

Re: Mutter sag...

Autor: Herbert Kaiser   Datum: 07.10.2020 17:33 Uhr

Kommentar: Freunde, besten Dank für eure Wortmeldungen.
Kinder stellen in der Tat großartige Fragen... Da kann man ins Staunen kommen.

LG Herbert

Re: Mutter sag...

Autor: Jens Lucka   Datum: 07.10.2020 22:01 Uhr

Kommentar: Wohl wahr, lieber Herbert.Ich stocke auch, wenn Kinder besagte Fragen stellen. Sie antworten dafür gerade heraus, ohne sich um zu schauen. Ein sehr gutes Werk.

Re: Mutter sag...

Autor: Michael Dierl   Datum: 20.10.2020 18:13 Uhr

Kommentar: Bei der momentanen Geschehnissen weltweit wollte ich keine Kinder mehr in die Welt setzen. Es ist kein Ort von Freundlichkeit so wie wir es noch erfahren haben in den 70er Jahren. Wer weiß was in 10 Jahren schon ist. Die Welt rast mir zu schnell ehrlich gesagt. Was damals 10 Jahre dauerte dauert nun nur noch 3 Jahre so habe ich das Gefühl! Ob es in 10 Jahren noch Eis gibt auf dem Nordpol? Wohl nicht! Und somit verändert sich auch radikal das Leben von uns allen. Sind wir dann auch als Flüchtlinge unterwegs um eine neue Heimat zu finden? Kann sein dann aber ohne mich!!!

Macht mich sehr Nachdenklich dein Gedicht. Sehr schön geschrieben. Sehr gehaltvoll an Beispielen die sich jeder schon mal gefragt hat.

Gruss Michael

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