Es ist so laut,
so furchtbar laut geworden,
dass mir das Leise immer mehr
abhanden kommt.
Ich suche es, heimlich, auf meine Weise,
ertaste es, von Abendrot zu Morgenrot.

Es ist so schnell,
so furchtbar schnell geworden.
Die Hast verkleidet sich schamlos als Rast.
Legt Feuer unter meine Sohlen,
sodass ich laufend rennen muss,
denn auf der Strecke bleiben, hieße verbrennen.

Es ist so hell,
so furchtbar hell geworden.
Gleißendes Licht verblendet regungslos den blickschützenden Schatten.
Laut, schnell, verblendet-
Wie lange kann ich dieses Spiel noch spielen,
bevor ich, als Relikt, in der Vitrine lande?


© Ella Sander


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Kommentare zu "Wie lange?"

Re: Wie lange?

Autor: ulli nass   Datum: 18.08.2018 10:13 Uhr

Kommentar: das ist gut gelungen!
lG
ulli

Re: Wie lange?

Autor: Evia   Datum: 18.08.2018 15:15 Uhr

Kommentar: STOPP schreit‘s da in mir ... manchmal muss man verbrennen um neu aufzuerstehen.

Intensiv.

LG Evia

Re: Wie lange?

Autor: Ella Sander   Datum: 20.08.2018 18:06 Uhr

Kommentar: Vielen Dank, liebe Evia und lieber Ulli! Über Eure Kommentare freue ich mich sehr, ebenso, dass Euch das Gedicht gefällt :)
Dankeschön an alle, die "Gefällt mir", gedrückt haben!

Lieben Gruß,
Ella

Re: Wie lange?

Autor: mychrissie   Datum: 29.08.2018 11:54 Uhr

Kommentar: Sahr schönes Gedicht, liebe Ella!

Das erinnert mich an Rilke, der war auch so extrem lärmempfindlich und hat jeden Salon sofort verlassen, wenn ein wenig zu laut gesprochen wurde.

Re: Wie lange?

Autor: Ella Sander   Datum: 29.08.2018 18:51 Uhr

Kommentar: Vielen Dank für den schönen Kommentar, lieber Peter!
Ich freue mich sehr, dass Dir das Gedicht gefällt.

Ja, der große Rilke, ich mag ihn sehr!
Und Deine Werke mag ich auch sehr gerne!

Lieben Gruß,
Ella

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