Was mir die Ferne nicht gab…

© Harald (Tom) Gressel

Was mir die Ferne nicht gab…

Sah ich Schuhmacher in Kreisen fahrend in Shanghai,
die Twin Towers in Kuala Lumpur
um Mitternacht mit leuchtenden Augen,
sah Hiroshima in der Frühlingssonne erstrahlen,
den Lotustempel in Delhi andächtig begehend –

so schenkt mir heute
ein freundliches Lächeln von außen,
ein Augenblick, kaum mehr als ein Blick,
mehr Wärme und Zufriedenheit im Sein
als all die Reisen, die ich einst unternahm.

Und plötzlich begreife ich:
Ich suchte die Ferne,
um etwas zu finden,
das manchmal ganz nah
vor mir steht.

Denn all die Wege,
die mich durch die Welt führten,
waren schön –
und doch fehlte stets ein kleines Stück.
 
Vielleicht war es nur dies:
ein Lächeln,
das nichts wollte
und mir dennoch
für einen Augenblick
die ganze Welt schenkte.


© Harald (Tom) Gressel


5 Lesern gefällt dieser Text.

Unregistrierter Besucher


Unregistrierter Besucher
Unregistrierter Besucher




Kommentare zu "Was mir die Ferne nicht gab…"

Re: Was mir die Ferne nicht gab…

Autor: humbalun   Datum: 03.10.2026 12:32 Uhr

Kommentar: Das Gedicht trifft ins Schwarze.
Alles was Du suchst ist gsnz nah von Dur. Oder in Dir. In die Ferne zu reisen ist interessant. Um andere Kulturen kennen zu lernen. Aber wenn Du etwas wertvolles für Dein Leben finden willst. Dann ist das unnötig. Das Gedicht hat eine wunderbare Sprache! MfG Klaus

Re: Was mir die Ferne nicht gab…

Autor: Harald (Tom) Gressel   Datum: 03.10.2026 13:30 Uhr

Kommentar: Lieber Klaus,
...ganz herzlichen Dank für Deine betrachtenden Worte zu meinen..

...was es nicht sollte, war treffen und dann auch noch ins Schwarze... eher Begegnung im bunten Farbenspiel des Lichtes... ;-)...

Wünsche Dir einen herrlichen Tag mit Sonne im Innen und Außen...

Herzlichst gegrüßt

Harald (Tom)

Kommentar schreiben zu "Was mir die Ferne nicht gab…"

Möchten Sie dem Autor einen Kommentar hinterlassen? Dann Loggen Sie sich ein oder Registrieren Sie sich in unserem Netzwerk.