Der Kater im Januar

Ein Kater lief durch tiefen Schnee,
sein Atem weiß, die Pfoten weh.
Er trug kein Ziel, er trug kein Haus,
nur einen Blick, der ging hinaus.

Der Wald stand schwarz, der Himmel grau,
die Stille fiel wie kalter Tau.
Ein Rabe rief, ein Zweig zerbrach,
die Nacht trug ihren Atem nach.

Er folgte nicht dem Wasserlauf,
er nahm die Kälte willig auf.
Er wusste nicht, wohin er ging,
doch wusste: nichts, woran er hing.

Am Morgen stand ein rotes Licht,
da sah er sich im Eis – und nicht.
Er schüttelte den Schnee vom Fell,
und vor ihm lag die Welt, so hell.

Er ging hindurch, kein Schritt zurück,
ein kleines, stilles, wildes Glück.
Die Spur verwehte, leise, sacht,
doch etwas in ihm blieb und wacht.


© 2025 Johann Grafeneder. Alle Rechte vorbehalten.


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