Leicht, sanft und langsam, leis erklingt vom Piano ein Ton,
der warm in Moll durch meine Stille zieht,
mich wie ein ferner, weicher Atem wiegt
und mich umhüllt, als wär die Nacht sein Thron.
Im Flackerschein der Bienenwachskerze
sitzt still mein Ich und lauscht der Dunkelheit;
ich öffne meine Seele dieser Zeit
und lege Wort für Wort frei, was ich schmerze.
Die Launen dieses Tages, Glück und Fragen,
die ungeordnet noch im Innern ruhn,
beginnen sich im Schreiben aufzutun
und werden schwarz auf weiß zu dem, was sie mir sagen.
Auf seidenweißem Grund entsteht Gestalt,
wo eben noch Gedanken formlos waren;
ein jedes Wort lässt mich ein Stück erfahren,
was tief in mir verborgen lag und hallt.
Und wie aus vielen Teilen eines Ganzen
fügt sich ein kleines Stück Bewusstheit ein;
was gestern dunkel war, beginnt zu sein,
und lässt in meinem Innern etwas tanzen.
So wird aus Fühlen langsam ein Verstehen,
aus Schweigen wird ein leises Gegenüber;
ich sehe, was mir selbst zuvor verborgen war,
und kann ein Stückchen tiefer in mich sehen.
Doch während meine letzten Worte stehen,
wird auch der Ton im Raum allmählich sacht;
die Flamme beugt sich müde in die Nacht
und scheint mit ihrem Licht dahinzugehen.
Das Piano schweigt. Die schwarze Tinte ruht.
Der letzte Ton verliert sich fern im Raum.
Doch was in mir erwachte, bleibt bestehen –
wie stilles Licht in einem dunklen Traum.
So endet nicht, was Worte sichtbar machten;
es ruht nur dort, wo keine Worte sind.
Die Nacht schließt leis die Tür zu ihren Schatten,
während in mir ein neues Licht beginnt.
dein Gedicht hat mir beim Lesen "Gänsehaut" beschert weil es so schön ist.
Das Schreiben ist für mich Ruhe und gibt mir Kraft mit vielem ins reine zu kommen.
Ich liebe die Momente auf meinem Balkon...mit Musik über Kopfhörer bin ich in meiner eigenen Welt.
Dann kann ich loslassen und die Buchstaben tanzen aufs Papier.
Kommentar:...ja die Buchstaben tanzen auf dem Papier und die Gedanken werden sichtbar...ich liebe und genieße es...und es freut und berührt, Deine Zeilen zu lesen, liebe Steffi...
Ganz lieben Dank für Dein Sein...
Wünsche Dir einen schönen Abend und viele Tänze auf dem Papier, beim Sein und Loslassen...
Herzliche Grüße
Harald (Tom)
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