Es gibt Herzen,
die gehen leise durch die Zeit,
als trügen sie ein Licht,
das niemand ihnen jemals gab
und das doch niemals erlischt.
Sie kennen den Regen
nicht nur vom Fenster,
sie gingen unter ihm,
bis ihre Kleider
den Geruch der Erde annahmen
und ihre Augen lernten,
auch im Grau
den ersten Schimmer des Morgens zu erkennen.
Jede Narbe
ist ihnen ein stilles Blatt geworden,
auf das das Leben
mit unsichtbarer Hand
sein tiefstes Lied geschrieben hat.
Darum lächeln sie anders.
Nicht,
weil ihnen das Leid erspart geblieben wäre,
sondern weil sie wissen,
wie kostbar ein freundlicher Blick sein kann,
wenn die Welt
den Mut verloren hat.
Sie haben Sterne gesehen,
die keinen Namen tragen,
und Nächte,
in denen selbst die Hoffnung
kaum noch den Weg nach Hause fand.
Doch irgendwo,
unter der Asche der Stunden,
blieb ein Funke.
Er war klein genug,
um übersehen zu werden,
und groß genug,
um eine Seele
durch die Dunkelheit zu führen.
Vielleicht
ist wahre Stärke
niemals laut.
Vielleicht wächst sie
wie ein Baum,
dessen Wurzeln
gerade dort am tiefsten reichen,
wo der Boden
am trockensten war.
Denn Liebe
entsteht nicht fern der Wunde.
Sie wird geboren,
wenn ein Herz,
das allen Grund hätte,
sich zu verschließen,
dennoch offen bleibt.
Dann verwandeln sich Tränen
in Flüsse,
die das dürre Land
wieder zum Blühen bringen.
Dann wird aus Schmerz
kein Gefängnis,
sondern ein Tor.
Und aus jedem Fallen
eine tiefere Erde,
auf der Hoffnung
lernen darf,
erneut zu gehen.
Vielleicht
ist das größte Wunder
nicht,
niemals zu zerbrechen.
Vielleicht besteht es darin,
dass ein Mensch
mit den Scherben seines Herzens
ein Fenster baut,
durch das andere
wieder Licht sehen können.
So bleiben nicht
die Makellosen
in Erinnerung.
Es bleiben jene,
deren Güte
größer war
als ihre Bitterkeit.
Jene,
die den Winter kannten
und dennoch
den Frühling
im Herzen bewahrten.
Und wenn eines Tages
die Welt
ihren Glauben
an das Gute verliert,
wird vielleicht
ein einziges stilles Herz genügen,
Allein ist das Herz im Lebensgestöber.
Der Wind kennt deinen Namen schon, er flüstert ihn mir leise zu.
Das Herz ist voller alter Narben,
es sehnt sich so sehr
nach einem neuen [ ... ]