Stunden der Stille

© Harald (Tom) Gressel

Stunden der Stille

Es gibt Stunden,
die kommen ohne Ruf.
Sie legen sich still
an den Rand des Herzens,
und die Welt wird weit.

Dann spricht die Seele
mit einer Sprache,
die keine Worte braucht.
Erinnerung und Sehnsucht
gehen schweigend nebeneinander,
wie zwei Wanderer
auf demselben Weg.

Aus solcher Stille
wachsen meine Zeilen.
Nicht weil ich Neues suche,
sondern weil ich finde,
was längst in mir lebte.

Jedes Gedicht
ist eine leise Spur
durch Licht und Schatten,
durch Verlust und Hoffnung,
bis das Herz erkennt,
dass beides zusammengehört.

Und wenn ein Mensch
in diesen Worten
seinem eigenen Schweigen begegnet,
dann hat die Wanderung
ihr Ziel erreicht.


© Harald (Tom) Gressel


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