Recht der Stille

© Harald (Tom) Gressel

Recht der Stille

Erstaunt verweile ich im Lauf der Zeit,
betrachte still, was Menschen wichtig nennen;
wofür sie kämpfen, woran sie sich erkennen,
und fordern Anteilnahme, weit und breit.

Folg ich dem Ruf nicht, regt sich Widerstreit,
man tadelt ungefragt mein fernes Denken;
will meinem Blick die eigne Richtung schenken
und greift nach meiner Aufmerksamkeit.

Doch meine Gedanken wohnen nur in mir,
kein fremdes Wort darf über sie gebieten;
drum kehr ich manchmal von dem Lärmen hier

zur Stille heim, die Frieden kann behüten.
Wenn Liebe nicht auf dieser Erde siegt –
wer hat das Recht, den andern zu verurteilen?


© Harald (Tom) Gressel


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