Mach dir doch nichts mehr vor,
schon längst stehst du vor diesem großen Tor.
Die Augen weit auf, mit all deiner Kraft,
drückst du dagegen – mit wilder Macht.
Doch rührt es sich keinen Millimeter,
die Zeit verrinnt, wird immer später.
Und andere gehen beschwingt vorbei,
als wären sie federleicht und frei.
Sie schauen zurück, mit leisem Verdacht,
manch einer mit mitleidigem Blick bedacht.
Sie gleiten hindurch, fast schwerelos,
durch einen Spalt – für dich verschlossen bloß.
Du schlägst mit Fäusten, bis Blut sich zeigt,
doch nichts sich bewegt, nur dein Zorn der steigt.
Dein Leben scheint dir hier bestimmt,
dass deines Weges Ende hier beginnt.
Ein trostloses Tor, kein Schritt mehr voran,
rechts ein Abgrund, links fauliger Wahn.
Und während dein Herz im Tosen versinkt,
die Hoffnung leise nach Atem ringt -
Da zupft dich ganz sanft, kaum spürbar, kaum klar,
ein Wesen, das wie aus Träumen gebar.
An deines Gewandes zartem Saum,
so leicht wie ein Hauch aus fernem Raum.
„Was tust du hier, so schweißgebadet,
vor dieser Tür, die dich so schadet?“
Es fragt dich still und bleibt bei dir,
als kenne es längst dein innerstes Wirr.
„Halte doch inne, nur einen Moment,
spür, was dein Innerstes wirklich kennt.
Greif nach dem Griff, der vor dir liegt,
und zieh ihn sanft – sieh, was geschieht.“
Mit einer Bewegung, schwebend und leicht,
die keiner Gewalt auch nur annähernd gleicht,
öffnet sich lautlos, fast wie von selbst,
die stählerne Tür – die du dir verstellst.
Keine Moral liegt in dieser Geschicht
nur einige Minuten für ein kurzes Gedicht.
Ein Name fällt ins flimmernde Licht,
getragen von Stimmen, doch kennt man ihn nicht.
Ein Flüstern wird lauter, ein Schatten wird groß,
und plötzlich erscheint etwas völlig [ ... ]
Noch hielt mich nicht der erste äußre Drang,
der mich beständig vorwärts treiben hieß;
im Takt der Pflicht verging mein früher Gang,
dem fremden Maß ich folgte, [ ... ]
Der Treppe fehlt eine Stufe.
Die eine Stufe zum Leben. Die
eine Stufe zur Erkenntnis. Die
eine Stufe zur Kunst. Die eine
Stufe zur Liebe. Morgens
war die Stufe einfach weg.
Und keiner weiss [ ... ]
Wenn Lebenslinien sich kreuzen
Fallen Sterne in einen tiefen süßen Schlaf
Hand in Hand gemeinsam sein, solange beide Herzen brennen
Glück ist nicht planbar
Unglück auch nicht
Das Selbst [ ... ]
Ein Wort – ein Stein, ins Wasser gesetzt,
kaum fällt er, zieht er flüchtige Ringe,
die Zeit verwischt, was er verletzt,
verliert sich leise im Grund der Dinge.