Nebel liegt still über dem Tal,
die Nacht neigt sich hinter den Bergen,
Erste Strahlen glänzen zumal
auf schneebedeckten Zinnen und Fergen.
Tief unten, verhüllt in rauchigem Weiß,
klingt fern das Geräusch eines Zuges,
vermischt sich mit Leben der frühen Stunde leis,
vom Dorf aus brausend in Schwung und Genuges.
Die Häuser eingemummelt, der Morgen erwacht,
bereiten sich Menschen für Taten,
für Schule, für Arbeit, der Tag nimmt Macht,
wie’s immer die Frühen taten.
Voll Ruhe, voll Harmonie
betrachte ich diese Welt,
in der ich lebte wie noch nie,
die sich neu vor mir erhellt.
Ein kurzer Blick zurück im Wind,
zu meinem Platz hier oben,
den ich nach langer Strecke find,
von Stille rings umwoben.
Ich zog mich lange, früh zurück
an diesen einsamen Ort,
stieg aus der Dunkelheit, Stück für Stück,
die Letzten schliefen noch dort.
Getrieben, doch ohne Zwang,
stieg ich den steilen Hang,
ohne nach Sinn zu denken,
ließ mich vom Unbekannten lenken.
Der Weg war morastig, voll Geröll,
Bäume entwurzelt, gefallen,
kreuzten den Pfad, beschwerlich und grell,
kein Stoppen ließ sich gefallen.
Nur aufwärts, vorwärts gehn,
kein Blick ins Tal zurück,
Lichter erloschen, niemand zu sehn,
niemand trug mich zum Glück.
Kein Strahlen des Mondes,
Sterne erloschen,
Finsternis drohend,
mein Weg unerschlossen.
Geschunden, doch ohne Unterlass,
verfolgend ein unbekanntes Ziel,
nur nach oben, bergauf im Nass,
doch wo endet dies Spiel?
Geblendet vom lockenden Stern,
ohne scheinenden Verstand,
geirrt, gefehlt, und doch so fern,
geführt von unsichtbarer Hand.
Bezirzt von süßem Duft,
verwirrt von finstrer Stimme,
stieg ich weiter voller Kraft
und tat es aus eigenem Sinne.
Kleider zerfetzt und verschwitzt,
verdreckt aus Morast und Nacht,
verkratzt, vernarbt, doch nie verjüngt,
ging mit mir meine Seele sacht.
Nach selbstauferlegten Plagen,
die letzten Meter im festen Schritt,
auf dieser Bank an der Bergesspitzen,
schaue ich zurück, im Licht.
Erkenne nach dem Erklimmen nun
den Blick in die Tiefe geschärft,
ich kann mir nicht entrinnen,
wohin auch mein Weg mich zerrt.
Nebel liegt still über dem Tal,
die Nacht neigt sich hinter den Bergen,
Erste Strahlen glänzen zumal
auf schneebedeckten Zinnen und Fergen.
Voll Ruhe, voll Harmonie
betrachte ich diese Welt,
in der ich lebte wie noch nie,
die sich neu vor mir erhellt.
Kommentar:Hallo und guten Morgen,
ich bin an Deiner Seite etwas mitgewandert. Hat Spass gemacht! Wenn der Morgen anbricht ist schon eine tolle Sache, weil man dann wieder voll Kräften ist und beinahe Berge versetzen könnte. Schöne Sache so eine Wanderung über Stock und Stein. Als älterer Mensch nicht so gut zu empfehlen, denn ein Sturz kann übelst ausgehen wie ich selbst mal erfahren habe. Seither bin ich da vorsichtiger. Lieber langsam als überhastet. Die Zeit von Raserei ist vorbei bei mir!
lieben Dank für ein Stück gemeinsamen Weges. Wenn eine Wandern im Außen beschwerlich erscheint, gehe ich den Weg im inneren und verweile, wenn ich Rast verlange.
Sonnigen Grüße - herzlichst Harald (Tom)
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