Auf ein Wort…

© Harald (Tom) Gressel

Auf ein Wort…

Ein Wort, geboren aus der Leere,
getragen sacht aus fernem Wehe,
aus feiner Schwingung still gemacht,
und in die tiefe Ruh gebracht.

Ein jeder Laut: ein Stück der Zeit,
getragen durch die Unsichtbarkeit,
auf Wellen, die sich sanft berühren,
wie Töne, die durchs Dunkel führen.

Der Mensch, ein Hüter, flüchtig nur,
bewahrt den Klang auf kurzer Spur
und gibt ihn frei in diese Welt,
die ihn empfängt – und wieder hält:

Gehaucht wie Staub im ersten Licht,
geflüstert dort, wo Enge spricht,
geschrien, als risse hell entzwei
das Licht in seiner Flüchtigkeit.

Nur dieses Sehnen treibt sie fort:
ein Ankommen im fremden Ort,
in Ohren, die ihr Klingen tragen,
in Augen, die das Hören wagen.

Doch Worte tragen nicht die Wahrheit,
sie sind nur Form, ein Schein von Klarheit,
nur Hülle, Echo ihrer selbst,
das leise in sich selbst zerfällt.

Und wenn kein Blick sie je erreicht,
kein Ohr sich ihrem Klang vergleicht,
wenn Lippen leer ins Nichts sich neigen
und ihre Töne sanft verschweigen –

was bleibt von ihnen, wenn sie gehen,
im leeren Raum verweht, verwehen?

Vielleicht nur dies: ein stilles Sinken,
ein tiefes, innerliches Blinken,
zurück ins Unausgesprochene,
ins leise, nie Zerbrochene.

Wo Schweigen nicht die Leere ist,
doch sammelt, was verloren ist,
und selbst die Not, so tief und schlicht,
am Ende still in Ruhe bricht.


© Harald (Tom) Gressel


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Kommentare zu "Auf ein Wort…"

Re: Auf ein Wort…

Autor: Max Vödisch   Datum: 07.04.2026 20:52 Uhr

Kommentar: Hallo Tom,

ein sehr gutes Gedicht!

Liebe Grüße
Max

Re: Auf ein Wort…

Autor: Groti   Datum: 08.04.2026 20:10 Uhr

Kommentar: Worte haben eine gewaltige Macht, Tom, sie können einen konstruktiv aufbauen aber auch tief verletzen, manchmal sind sie das Fenster zum Verständnis, dienen aber auch als Mauer zur Abwehr. Auf jeden Fall brechen sie das Schweigen. LG Helga

Re: Auf ein Wort…

Autor: Harald (Tom) Gressel   Datum: 11.04.2026 8:17 Uhr

Kommentar: Moin Max, Danke für Deine geschriebenen Worte.

Herzliche Grüße in eine feinen Tag.

Harald (Tom)

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