In staubigen Archiven, zwischen Namen und Jahreszahlen,
flüstert Geschichte aus brüchigem Papier.
Alte Zeitungen berichten von fernen Tagen
und von Leben, die längst vergangen sind.
Wir suchen nach Spuren unserer Ahnen.
Nach Gesichtern, die niemand mehr genau kennt.
Nach Schritten, die einmal durch Häuser gingen,
durch Flure, über Treppen, durch offene Türen.
Wir fragen uns, wie sie wohl ausgesehen haben.
Vielleicht waren sie schön.
Vielleicht mutig und voller Energie.
Sportlich, klug –
oder sogar von altem Adel.
Die Fantasie füllt die Lücken der Geschichte.
Sie zeichnet Gesichter,
erfindet Stimmen
und lässt vergangene Leben für einen Moment auferstehen.
Manchmal sehen wir sie in unseren Träumen.
Doch dann fragen wir uns auch:
Wer waren sie wirklich?
Vielleicht war unter ihnen ein Ganove.
Vielleicht Menschen mit großen Familien,
Kinderlachen in kleinen Stuben.
Haben sie geliebt?
Haben sie gelitten?
Haben sie gehofft, gezweifelt
und dieselben Fragen gestellt wie wir?
Und irgendwo, zwischen all diesen unbekannten Leben,
verläuft eine unsichtbare Linie,
die schließlich zu uns geführt hat.
Vielleicht liest jemand unseren Namen
in einer alten Zeitung,
auf der Rückseite eines Bildes
oder unter einem alten Gedicht.
Und stellt sich vor,
wer wir gewesen sind.
Und auch wir
werden einmal
zu einer Erinnerung werden.
Vielleicht sitzt dann jemand
in einem staubigen Archiv,
zwischen Namen und Jahreszahlen,
und sucht nach Spuren —
in der Linie der Ahnen.
Kommentar:Hallo, guten Abend!
Ja, das Leben kann eine Spurensuche sein. Wer und wie waren die vor uns? Wir suchen nach Antworten im Staub der Zeit. Nicht zuletzt, um sich ein Bild von sich selbst machen zu können.
Den Text finde ich sehr gelungen. Habe gerne mit Neugier vorbei geschaut.
LG Herbert
Dein Bildnis der "Linie" führte mich, beim Eintauchen in die meine und jedes Wort gab mir Gelegenheit einer vielfältigen Betrachtung...ein Blumenstrauß mit frischen noch verschlossenen, in voller Blüte und vergilbt vertrocknenden Blumen...
Kommentar:Hallo,
ich habe mal vor zig Jahren einen Fußboden neu machen dürfen. d.h. das alte Linoleum musste raus, weil es brüchig war. Als ich die ersten Stellen rausgebrochen hatte sah ich uraltes Zeitungspapier darunter. Tja, die habe ich erst mal kurz überflogen und man fühlte sich gleich in die alte Zeit zurück versetzt. So habe ich die meisten Seiten erst mal gesichert die noch zu lesen war. Es war irgendwie für mich ein komisches Gefühl, so als wenn man ein spannendes Buch aufschlägt.
Kommentar:Hallo Angélique,
Ich denke auch, irgendwann sind wir Teil der Linie und die Nachkommenden fragen sich vielleicht, wer wir waren!
Sie haben es eventuell leichter etwas zu finden, was Ihnen Auskunft gibt, denn Schreiber wie wir sind z. B. im www präsent.
Das Problem wird eher sein, ob sie überhaupt in der erstickenden Flut der Mutimedia-Schwemme noch dazu in der Lage sind.
Meine Moral von der Geschicht ist, lebe dein Leben so gut es geht und mach Dir über das was kommt keine Gedanken, denn das liegt nicht in unserer Hand!
Gern mit "geahnt" und LG
Manfred (Perry)
PS: Kann es sein, dass wir schon mal in einem anderen Forum Kontakt hatten (Literat Pro etc.)?
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