Die Stille atmet

Die Stille atmet durch den Raum,
sie webt aus Schatten ihren Saum.
Kein Laut, der ihre Grenzen rührt,
nur was im Innern sich verliert.

Das Feld, aus dem die Stille quillt,
hat jede Form in sich gehüllt.
Ein Punkt, der sich im Nichts verfängt,
sich selbst im eignen Spiegel fängt.

Der Klang, der aus der Stille bricht,
zerbricht die Ordnung, findet nicht
zurück in jenen stillen Grund,
der einst der Laute Ursprung wund.

So bleibt der Atem, leicht und weit,
gefasst in Zeit, befreit von Zeit.
Die Stille spricht in jedem Wort –
und fließt durch unsre Seelen fort.


© 2025 Johann Grafeneder . Alle Rechte vorbehalten.


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