Novemberkind

Novemberkind

Der November legt Schatten
über die Gewässer.
Die Weltenseele trägt Narben –
das Gedächtnis unserer Zeit,
voller Brüche.

Im Nebel verschwindet die Welt.
Ein Kind ruft:
»Ich bin allein!«
Der Nebel antwortet:
»Ich auch.«

Geboren im Monat der Schatten
trägt es November ein Leben lang –
Schwere und Klarheit zugleich.

Doch unter Eis und Dunkel
ruht ein unsichtbarer Same.
Die Weltenseele bewahrt
ihr stilles Versprechen:

jedes Ende birgt Anfang,
und selbst die Kälte
nährt das Licht.

© J.Laß
…………………………………………………………………………………………………….
Für den November,
der mich geprägt hat –
mit seiner Schwere,
seiner Klarheit,
seinem stillen Licht.


© Joachim Laß


2 Lesern gefällt dieser Text.




Beschreibung des Autors zu "Novemberkind"

Dieses Gedicht entstand aus meiner eigenen Verbindung zum November – meinem Geburtsmonat. Es ist ein Versuch, die Melancholie, die Stille und die verborgene Hoffnung dieser Zeit in Worte zu fassen.

Diesen Text als PDF downloaden




Kommentare zu "Novemberkind"

Re: Novemberkind

Autor: akilegna   Datum: 05.12.2025 15:01 Uhr

Kommentar: Eine sehr schöne Idee, dem Monat ein Gedicht zu widmen. Ich mag die Wintermonate auch sehr, da ich im Dezember geboren bin. Mich hat der Nikolaus gebracht ;-)
Alles Gute nachträglich
Angelika

Kommentar schreiben zu "Novemberkind"

Möchten Sie dem Autor einen Kommentar hinterlassen? Dann Loggen Sie sich ein oder Registrieren Sie sich in unserem Netzwerk.