Der Lenz tritt ein nach sicherem Gesetze,
nicht Zufall führt sein leuchtend Regiment;
aus Keim und Kraft, nach wohlgefügter Kette,
erhebt sich Form, die sich zur Blüte kennt.
Was schlummernd war, wird folgerichtig Leben,
kein Sprung zerreißt der Ursachen Verband;
die Wärme steigt, die Säfte aufwärts streben,
und Maß regiert des Werdens stilles Land.
Doch in der Brust, wo Trieb und Freiheit ringen,
bricht mehr als bloße Ordnung sich hervor:
ein Drängen will das enge Maß durchdringen,
und sprengt das bloß Gedachte kühn empor.
So eint der Frühling, was sich sonst bestreitet:
Gesetz und Drang, die Kraft, die Form verleiht.
Was klar gedacht, wird fühlend ausgeweitet –
und Ordnung wird zur gelebten Möglichkeit.
Ein Name fällt ins flimmernde Licht,
getragen von Stimmen, doch kennt man ihn nicht.
Ein Flüstern wird lauter, ein Schatten wird groß,
und plötzlich erscheint etwas völlig [ ... ]
Noch hielt mich nicht der erste äußre Drang,
der mich beständig vorwärts treiben hieß;
im Takt der Pflicht verging mein früher Gang,
dem fremden Maß ich folgte, [ ... ]
Der Treppe fehlt eine Stufe.
Die eine Stufe zum Leben. Die
eine Stufe zur Erkenntnis. Die
eine Stufe zur Kunst. Die eine
Stufe zur Liebe. Morgens
war die Stufe einfach weg.
Und keiner weiss [ ... ]
Wenn Lebenslinien sich kreuzen
Fallen Sterne in einen tiefen süßen Schlaf
Hand in Hand gemeinsam sein, solange beide Herzen brennen
Glück ist nicht planbar
Unglück auch nicht
Das Selbst [ ... ]
Der Geier singt ein Lied.
Der Löwe fliegt zur Post.
Der Bär kauft ein Klavier.
Und die Sonne scheint.
Und die Welt spielt. Und
jeder Traum findet Gold.