Lautlos zieh’n die Fledermäuse aus dem Mondenschein herbei –
man hört nicht ihren Flügelschlag und auch nicht ihr Geschrei,
mit dem sie ihre Zeit und uns‘re Zeit erfüllen,
um unser’n Hunger nach Romantik froh zu stillen.
Geh nicht bei Nacht hinaus und unter’s weite Sternenzelt,
denn dabei ändert sich wohl deine Sicht auf eine Welt,
wo wir, unter Schwärmen von geheimnisvollen Geistern,
das ganz und gar nicht gut Verständliche noch meistern…
Hör nur nicht auf die Fledermäuse und folge nicht dem Flug,
sei einfach fein gestimmt und schau auf deinen Bug,
der dir voraus den Lebens-Ozean mit Macht durchpflügt –
wobei der Lebenswille in der Lebensfülle stets obsiegt.
Betrachte nicht den Mondschein und die Flut des dunklen Seins
und werde mit den unverschämten Leidenschaften eins,
die dich, durch all die Mäuse in der Luft so liebevoll bewegen,
um die Verbindung zwischen dir und deinem Urgrund abzuwägen!
Kommentar:Lieber Alf,
deine wertvollen Zeilen erinnern mich an eine Vollmondnacht, in der ich auf der Straße von Fledermäusen (Vampire) attackiert wurde; und das in Rumänien ...
Liebe Grüße Wolfgang
wer den Flug der Fledermäuse erlebt hat, wie sie im Dämmerabendlicht ganz knapp über die Wasserfläche der Donau fliegen um gelegentlich Wasser aufzunehmen, so hat man wohl eine andere Einstellung als Furchtsamkeit diesen faszinierenden Wesen gegenüber.
In deinen Text, der mir überaus gefällt mit all den schönen Metaphern, bin ich gerne eingetaucht, beinahe so wie die Fledermäuse, wenn sie Wasser aufnehmen knapp über der Oberfläche... Den Lebensozean zu durchpflügen mit all den Wogen die so oft so hoch gehen, nicht immer eine leichte Aufgabe denke ich, von dir bravourös vertextet!
Ein Name fällt ins flimmernde Licht,
getragen von Stimmen, doch kennt man ihn nicht.
Ein Flüstern wird lauter, ein Schatten wird groß,
und plötzlich erscheint etwas völlig [ ... ]
Noch hielt mich nicht der erste äußre Drang,
der mich beständig vorwärts treiben hieß;
im Takt der Pflicht verging mein früher Gang,
dem fremden Maß ich folgte, [ ... ]
Der Treppe fehlt eine Stufe.
Die eine Stufe zum Leben. Die
eine Stufe zur Erkenntnis. Die
eine Stufe zur Kunst. Die eine
Stufe zur Liebe. Morgens
war die Stufe einfach weg.
Und keiner weiss [ ... ]
Wenn Lebenslinien sich kreuzen
Fallen Sterne in einen tiefen süßen Schlaf
Hand in Hand gemeinsam sein, solange beide Herzen brennen
Glück ist nicht planbar
Unglück auch nicht
Das Selbst [ ... ]
Der Geier singt ein Lied.
Der Löwe fliegt zur Post.
Der Bär kauft ein Klavier.
Und die Sonne scheint.
Und die Welt spielt. Und
jeder Traum findet Gold.