Erinnerungen an ihre Jugend.
Zermahlene Bitterkeit
Ätzend den Rachen runterkriechend.
Die Zähne knirschend.
Fruchtigen Kaugummi in den Mund,
Sonnenbrille an
Welt aus
Ertränkt in bunten Lichtern
Und krächzender Musik.

Der Bass rollt schnell.
Schneller als die Hand
Ihrer alkoholisierten Mutter
Über ihre Wange.
Tag für Tag.

Erinnerungen an ihre Jugend.
Nachts schlich sie raus
Durch das mondscheinumrahmte Fenster.
Nachts wurde es zum Exit,
Tagsüber starrte sie hindurch
Und fühlte, mit Rasierklingen gerüstet,
die Macht eines Stacheldrahtes,
welcher nur durch Worte existierte.

War sie erst mal draussen
wusste sie:
Die Substanz,
welche sie
durch die dünnen Visitenkärtchen
der Kapitalisten
In ihr Gehirn befördert,
Zerfrisst ihre Lebensspanne.
Doch sie mochte den "Schnee".
Er kühlte die Hölle,
in welche Gott sie hineinnisten liess.


© Z.J


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Kommentare zu "Columbien"

Re: Columbien

Autor: humbalum   Datum: 16.03.2019 6:05 Uhr

Kommentar: Dieses Land kommt auch nie zur Ruhe: Drogen Farc Chaos und das schon seit fünfzig sechzig Jahren. Der Wahnsinn. Du erfasst das Leben sehr gut. Du kannst mit Sprache richtig gut umgehen. Ein beeindruckendes Gedicht. Ich meine Du weisst über was Du schreibst. Und das gibt dem ganzen Gewicht. Echte Poesie. Klaus

Re: Columbien

Autor: Jürgen Skupniewski-Fernandez   Datum: 16.03.2019 7:38 Uhr

Kommentar: Es gibt leider zu viele Kolumbiens auf dieser Welt.
LG Jürgen

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