Ein Topfen saß auf einem Tuch
und hielt das Tropfen für Besuch.
Er sprach zur Molke: „Geh nur fort!
Ich bleibe hier. Das ist mein Ort.“
Die Molke tropfte, tropfte sacht
und hatte sich dabei gedacht:
„Wer immer nur zusammenbleibt,
weiß nicht, was Trennung alles treibt.“
Der Topfen wurde fest und runder
und hielt sich selbst bereits für Wunder.
„Nun bin ich Käse!“, rief er froh.
Die Milch sprach streng: „Das warst du so.“
Denn Quark ist Käse, frisch und jung,
noch ohne große Wanderung.
Ein andrer aber, wohlgesalzen,
muss ruhen, wenden, reifen, altern.
Da wirken Kulturen still im Haus,
sie holen Duft und Würze raus;
und Zeit, die sonst nur Falten macht,
hat manchen Käse fein gemacht.
Der eine bleibt ganz mild und weiß,
der andre riecht – nun ja – recht heiß.
Manch Käse stinkt mit solcher Kraft,
dass selbst die Nase Urlaub schafft.
Doch Bruch und Molke wissen schon:
Aus Trennung wächst Transformation.
Was tropfen darf, wird konzentriert,
was reifen darf, wird kultiviert.
So ward aus Milch und Menschenhand
der Käse vielerorts bekannt;
und selbst der Quark sagt nebenbei:
„Auch Frische zählt zur Käserei.“
Nur eines lernte unser Topfen:
Man muss nicht immer weiter tropfen.
Denn wer zu lange alles lässt,
wird irgendwann erstaunlich fest.
Wenn es keine Torte mehr gibt. Und
keinen Sekt mehr. Und auch das Fleisch
ausverkauft ist. Und es keine Grillorgien
mehr gäbe. Und kein Mensch mit
Übergewicht. Und es nur Schönheit und [ ... ]
Niemals werde ich dich hassen,
oder dir an die Gurgel fassen,
du,Neger,Edeljude oder Ultrachrist,
weil du mein ewiger Bruder bist;
Sie wollen,dass wir uns bekriegen,
und das wir für sie mordend [ ... ]