Nachts kann ich oft nicht schlafen,
hör‘ durch‘s off‘ne Fenster Menschen,
die sich was erzählen, der Hundegreis
vom Nachbarn unter Stöhnen endlich
sein Geschäft gemacht.
Der Dachboden wird lebendig,
hör ihn bisweilen sich räuspern und
knistern, unbekannte Geister,
unter alten Dielen flüstern.
Schlaflos irrt mein Blick über die
Schatten der Tapete, von der Gasse her
hör ich fröhlichen Gesang, -ein Gast,
aus dem Lokal von gegenüber auf den
Randstein sank.
Hinter dunklen Fenstern spontan
die Liebe blüht, unbemerkt und
unsichtbar in dieser Endlosnacht,
geh‘n gewitzte Diebe ihrer Arbeit nach.
Die Nacht dehnt sich unendlich lang,
es schlägt die Kirchturmuhr qualvoll jede
Stunde, Wächter der Nacht dreh‘n ihre
Runde, die Schafe auf der Weide zähl‘ ich
stetig weiter, bis ich nicht mehr kann…
Gemächlich schleicht der Tag sich ein,
Fahrzeuge durch die Straße rollen,
von der durchgemachten Nacht,
ich total erschlagen bin, übermüdet
und durchwacht, hab‘ ich endlich
die Augen zugemacht!!
Kommentar:Du beschreibst diese Nacht sehr gut. Sehe ins Detail gehend.
Und das gefaellt mir. Ein beruehrendes Gedicht. Ich
wuensche Dir einen herrlichen Tag. MfG Klaus
Kommentar:Ja, als Nachtschichtmaler kann ich Sonja gut verstehen. Man kommt in der Nacht sich doch ein wenig näher. Grübel mehr etc. Die Nacht hat ihren eigenen Erlebnispark, ist wie in einer anderen Welt. Gut geschrieben!
die Begebenheiten der Nacht hast du gut verwortet. Die Glocken des Kirchturms gipfeln hierzulande mit heftigstem Bimmeln spätestens um sechs Uhr früh! Auch Sonntags!
Doch wo wären wir, gäbe es die Nacht nicht - sie ist der Ruhepool, selbst mit ihren Nebengeräuschen, der uns zumindest ein kleinwenig innehalten lässt.
Gerne nächtens gelesen wo gerade ein bisschen Licht versucht sich durchzusetzen.
Geboren und Gestorben
Leben und Tod
Wachsen und Schrumpfen
Klein und Groß
Weiss und Schwarz
Dick und Dünn
Schmal und Breit
Hungrig und Satt
Nah und Fern
Innen und [ ... ]
Wann ist es an der Zeit für uns zu gehen,
selbst wenn noch völlig ungewiss wohin.
So wertbefreit manchmal auch jeglich Sinn,
was bringt uns der Versuch es zu verstehen.
Es kam mal vor, da kam mir zu Ohr,
ich solle andere Leben achten,
so wie sie es mit meinem machten.
Doch ich war naiv und dachte nicht daran,
dass andere unterscheiden,
wer dazu gehört und [ ... ]