Das Nachhaltigkeitsprinzip, einfach erklärt...

© Michael Dierl

Manchmal hat Onkel Lutz,
Schweineschenkel abends weggeputzt.
Danach wollt er noch 'nen zweiten,
daraufhin begannen sie zu streiten.

Weil Ilse sich um seine Tiere sorgte,
er immer nur ein Bein von „borgte“.
Nachhaltigkeit war auch bei Tieren sein’s,
und wenn sie standen auf nur einem Bein!

Und weil es manchmal doch nicht schickte,
er noch für ein paar Krötenschenkel tickte.
Ja, er stand auf kräftig Futtern,
und Wurschte-Brot ging auch nie ohne Butter.

Er war stets in voller Sorge,
iss Dich lieber heute satt als morgen!
Denn die Zukunft verhieß nix Gutes,
die innere Stimme sprach, „Dann tu es!“

Denn die Welt geriet aus den Fugen,
darüber konnten auch andere fluchen.
Deswegen gab es jeden Tag 'nen Braten,
und das konnte er nur jeden raten.

Egal was auf vier Läufen unterwegs,
es war immer besser als ein trockener Keks.
Fallenstellen war auch eine Leidenschaft,
doch seine Tiere standen mehr im Saft.

Seine Frau die Gemüse-Ilse,
sie war mehr für vegetarisch, aß auch Pilze.
Alles was in Grün so in der Gegend sprießte,
gab’s bei ihr zum Mittagstische.

Obst, Gemüse und auch Nüsse,
verarbeitete sie in ihrer großen Küche.
Reinste Kunstwerke waren die Salate,
ja, die waren einfach erste Sahne.

X Stunden dekorierte sie die Speisen,
bevor es galt, sie zu verspeisen.
Ihr Motto war „Das Aug isst mit“,
auch der Magen hielt hier gerne Schritt.

Chili war ihr Lieblingsding,
das kam einfach in alles rinn.
Auch im selbstgemachten Gemüseeis,
wurde Dir sogar beim Schlecken heiß.

Oft auch noch mit 'ner Knoblauchknolle,
das fand ihr Mann aber gar nicht tolle!
Chilieis mit Knoblauch drin,
für sie war‘s der reinster Lustgewinn.

Doch der allergrößte Hit beim Schlemmen,
waren Seetangstangen in Bitterlemon.
Dazu Bärlauchblätter fein gehackt,
auf diese Dröhnung man so toll „entschlackt“.

Fast mörderisch war diese Darm-Tortur,
doch hinterher man drauf gern schwor.
In einer Woche 10 Kilo runter,
und man fühlte sich dabei putzmunter.

Ihre Freunde waren voll geplättet,
sie hätten damit nie gewettet.
Einer nahm sogar 20 Kilo ab,
der aß 5 Mal das Zeug am Tag!

So hatte jeder seine eigene Methode,
Hauptsache es passte wieder die alte Garderobe!
Schlank wie eine Tanne wollten manche werden,
und dazu keine Bauchbeschwerden.

Eines Tages probierte ihr Mann davon,
der sich aufblähte wie ein Luftballon.
Statt entschlacken an einem Stück,
spielte nun der Darm verrückt.

Hochrot-bis-blaugefärbt war sein Schädel,
sein Blick trübte plötzlich dicker Nebel.
Tja, und dann war er plötzlich übermannt,
und ist noch schnell auf’s Klo gerannt.

Er rülpste und furzte überaus rasant,
wurde plötzlich so dick wie ein Elefant,
Das war nicht gerade surreal,
niederschmetternd dieser Zustand war.

Vornüber kippte er wie ein Bagger,
und machte sich ganz schnell vom Acker.
Sein Arzt stellte wenig später fest,
ein Pilz gab ihm wohl den letzten Rest.

Wäre er beim Fleisch geblieben,
würde er jetzt noch weiterleben.
3 Särge würden wohl sein Körper füllen,
daran sah man wohl den „Eigenwillen“.

All die Tiere aber im Stall freuten sich,
Weg! Ausgelöscht hat sich nun der Bösewicht!
Der Ilse sei ein riesen Dank,
von Nachhaltigkeit hat sie auch Verstand!


© Michael Dierl


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Beschreibung des Autors zu "Das Nachhaltigkeitsprinzip, einfach erklärt..."

Nachhaltigkeit bedeutet laut Lexikon, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Der Bogen der Interpretationsmöglichkeiten ist allerdings relativ offen! Man kann das auch anders betrachten! :-)

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Kommentare zu "Das Nachhaltigkeitsprinzip, einfach erklärt..."

Re: Das Nachhaltigkeitsprinzip, einfach erklärt...

Autor: Wolfgang Sonntag   Datum: 08.07.2025 21:35 Uhr

Kommentar: Hi Michael,
köstlich. Lustige Gedichte sind immer willkommen; und lustige Karikaturen auch.
Liebe Grüße Wolfgang

Re: Das Nachhaltigkeitsprinzip, einfach erklärt...

Autor: Alf Glocker   Datum: 09.07.2025 7:26 Uhr

Kommentar: Amüsante Gruselstory...

LG Alf

Re: Das Nachhaltigkeitsprinzip, einfach erklärt...

Autor: Sonja Soller   Datum: 09.07.2025 15:03 Uhr

Kommentar: ... das ist wirklich irgendwie gruselig!! Auf die Idee muss man erstmal kommen!!

Herzl. Grüße aus dem Norden, Sonja

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