Was Schreckliches gescheh'n ist heut,
Die Mutter weint, die Mutter schreit.
Auf dem belebten Rummelplatz,
Ging ihr verlor’n ihr Herzensschatz.

Sie ruft "Wo bist du?" und „Hallo!“,
Wo steckst du, Junge? Wo nur? Wo?
Sie irrt und sucht in allen Ecken,
Wo könnt er sein? Wo sich verstecken?

Schon naht sich ihr ein Herzversagen,
Schnell ruft man einen Krankenwagen,
Der kommt mit „Tütata!“ sogleich.
Der Mutter schwankt und ist schon bleich.

Die Menschenmenge spielt verrückt,
Die Mehrzahl gleich ihr Handy zückt,
Man möcht’ zu Hause noch mal seh’n,
Was hier Besond’res ist geschehn.

Zwei Sanitäter fluchend zwängen
Sich durch die dichten Menschenmengen.
Da dröhnt es laut mit einem Schlage
Aus einer Box: „Wicht’ge Durchsage!

Ein Bub von schätzungsweis zwei Jahren
Ist hier bei uns und möcht’ erfahren
Wo seine liebe Mama steckt,
Er hat sie nirgendwo entdeckt.

Er konnte uns auf unsere Fragen
Noch nicht mal seinen Namen sagen.
Auch Mamas Namen er nicht kennt.
Wie sie denn dann der Papa nennt?

Was sagt’ das Bübchen uns dazu?
Der Papa nennt sie „Blöde Kuh!
Drum blöde Kuh, kommen Sie schnell!
Ihr Bub ist hier beim Karussell“.

So fand das Ganze schnell ein End’,
Weil man den richt'gen Namen kennt!


© Peter Heinrichs


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Kommentare zu "Vom verloren gegangenen Bübchen"

Re: Vom verloren gegangenen Bübchen

Autor: Karl Hausruck   Datum: 30.06.2020 8:03 Uhr

Kommentar: Gefällt mir. Sehr lustig!
K.H.

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