Die Made

Hinter eines Baumes Rinde
Wohnt die Made mit dem Kinde
Sie ist Witwe, denn der Gatte
Den sie hatte, fiel vom Blatte
diente so auf diese Weise
einer Ameise als Speise.

Eines Tages sprach die Made:
Liebes Kind, ich sehe gerade
Drüben gibt es frischen Kohl
Den ich hol' so leb' denn wohl
Eines noch: denk' was geschah,
Geh' nicht aus, denk' an Papa.

Made Junior aber schlich aus
Dem Hause und entwich
Dieses sah ein großer Specht
Und verschlang die arme kleine
fade Made ohne Gnade schade.

Hinter eines Baumes Rinde
Ruft die Made nach dem Kinde.


© Heinz Erhardt


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Beschreibung des Autors zu "Die Made"

Ein lustiges Gedicht von dem unnachahmbaren Heinz Erhardt.

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Kommentare zu "Die Made"

Re: Die Made

Autor: possum   Datum: 23.05.2019 3:40 Uhr

Kommentar: Ja der gute altbekannte Heinz brachte uns so manches feine Werk zu Gehör ... Danke dafür, liebe Grüße!

Re: Die Made

Autor: Verdichter   Datum: 23.05.2019 23:37 Uhr

Kommentar: Ja, die Made war schon immer eines meiner Lieblingsgedichte und ich freue mich über jede Gelegenheit, bei der sie mir begegnet. Auch heute wieder bereitet das Lesen pures Vergnügen.
Gruß, Verdichter

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