Herzritzen in wunde Spalten treiben
Verliebtsein: wodurch and‘re leiden!
beginnt bemalen fremder Wände
mit der Steinschleuder im Gelände

eingeführt mit der Chinaschnecke
haust seit kurzem eine Meerschaumzecke
hinter Blattwerk und leiht ihr Ohr
dem Künstler, welcher oft verbohrt…

dahinter: die geliebte Person!
freudig erregt, als Rinden fallen
ungestüm, herzhaft belohnt
sich plumpe Male ausmalen

das gibt ‘ne feine Vibration!
herab vom Buchenblatt, hinter‘s Ohr
spuckt ein Weberknecht elegant
und wiegt zum heißen Hals

sein Spucknapf ist die Schenkelsenke
zwischen Kopf- und Sprunggelenke
verfestigt der gespie‘ne Sprühschaum
in der Luft ein Weihnachtstraum!

weißer Rauschebart! man glaubt es kaum!
die Bewunderin erstarrt
dreht sich mancher weg vom Baum
tropft vom Kinn der schlaffe Quark

jetzt rennen sie und hinter ihnen
sieht man Nikoläuse fliegen:
allesamt mit weißen Bärten
fast wie bei den sieben Zwergen!

eine Düsendrüse voller Feengrüße
schuf aus Feinstaub Minitropfen
von innen: Schaumstoff ohne Süße
außenrum: harter Korken!

Monate, bis der verzärtelte Kokon
die Hauptschlagader verschont
erneut – trotz läppischer Lachfalte
Spinner aufzog, aus vollem Halse



© j.waldeck 2018
Alle Rechte sind dem Autor vorbehalten.


© j.waldeck 2018


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Beschreibung des Autors zu "Achtung, Schlaffhals-Spinner!"

Dieses Gedicht entstand im Auftrag des RWE Konzerns,
welches sich gegen die Gefahren einsetzt, die von Urwäldern ausgehen
wie etwa dem Hambacher Forst oder dem Mispelwispelreich.




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