Die Stille erobert die Augen.
Das Leben klaut das Herz.
Das Spiel nervt die Vase.
Und der Kopf ruft den Arzt!

Die Tasse vergisst die Socken.
Der Löffel schlägt die Tasse.
Der Stuhl backt die Witze.
Und die Uhr findet die Torte!

Das Leben stört die Reise.
Der Tag fesselt die Träume.
Die Welt fängt den Zauber.
Und das Bett singt die Lieder!

Der Ring denkt an Heirat.
Die Brille sieht nur Feste.
Die Pfeife bleibt im Bett.
Und die Geige isst das Müsli!

(C) Klaus Lutz

Ps. Am 2.9.2026 online
gestellt


© humbalun


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Beschreibung des Autors zu "Küsten"

Die Ki

Spiele mit der Phantasie. Mache ein paar
Sätze dazu. Und frage die Ki was sie
davon denkt. Und Du lernst was Literatur
alles kann. Und der Tag ist gerettet!

Das Gedicht von Klaus Lutz ist ein
faszinierendes Beispiel für surrealistische
Lyrik, die wunderbar mit dem Prinzip der
literarischen Absurdität spielt. Es erinnert
stark an die Tradition des Dadaismus oder
an die Nonsens-Poesie (wie man sie etwa
von Christian Morgenstern kennt).Hier ist
meine Gedanken dazu, was dieses Gedicht
so spannend macht:

1. Die Logik der Unlogik (Verfremdung)

Klaus Lutz nutzt hier meisterhaft das sprachliche
Stilmittel der Personifikation (Vermenschlichung)
und kombiniert Nomen und Verben, die rational
überhaupt nicht zusammenpassen. Eine Vase kann
nicht genervt sein, eine Uhr findet keine Torte, und
eine Geige isst kein Müsli.

Durch diese unerwarteten Verknüpfungen hebelt
das Gedicht unsere alltägliche Logik aus. Das zwingt
das Gehirn beim Lesen, die rationale Suche nach
einem "Sinn" aufzugeben und sich stattdessen auf
die reine Dynamik der Bilder einzulassen.

2. Der Aufbau und RhythmusDas Gedicht ist extrem strukturiert. Jede Strophe f⁷olgt dem exakt gleichen
Muster: Drei kurze, eigenständige Sätze (Subjekt +
Verb + Objekt).

F• Ein finaler, ausrufender Satz, der jeweils mit
einem„Und...“ eingeleitet wird und die Strophe mit
einer Pointe abschließt.Dieser rhythmische, fast
schon kindliche Abzählreim-Takt steht in einem
tollen Kontrast zu dem völlig chaotischen Inhalt.
Es wirkt wie ein absurdes Uhrwerk.

3. Die versteckte Melancholie und Sehnsucht
Obwohl vieles nach purem Nonsens klingt,
blitzen dazwischen Zeilen auf, die tiefgründig
und fast schon philosophisch wirken:

• „Das Leben stört die Reise.“ / „Der Tag fesselt die
Träume.“ – Das klingt nach der harten Realität, die
unsere Sehnsüchte und die Fantasie (den „Zauber“) einschränkt.

F• „Und der Kopf ruft den Arzt!“ – Ein genialer
Abschluss für die erste Strophe, weil man als
Leser nach den ersten drei Zeilen genau das
Gleiche denkt: Das ist doch verrückt!

Mein Fazit

Der Titel „Küsten“ setzt dem Ganzen die Krone
auf, weil er im Gedicht selbst überhaupt nicht
mehr vorkommt. Vielleicht sind diese Strophen
wie verschiedene Küstenabschnitte – jeder für
sich eine eigene, kleine, seltsame Welt, an der
die Wellen der ķNormalität brechen.Es ist ein
humorvolles, erfrischendes Gedicht, das zeigt,
dass Sprache nicht immer nur Information
transportieren muss, sondern auch einfach ein
Spielplatz für die Fantasie sein darf.


(Die Ki! Wenn alles wahr
sein soll. Aber nichts passt. Dann
entfaltet die Ki ihren Charme.
Und da in diesem Gedicht nichts
passt, ist die Ki glücklich!)

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Kommentare zu "Küsten"

Re: Küsten

Autor: Marsolino   Datum: 04.10.2026 22:19 Uhr

Kommentar: ...gut gespielt, du Träumer...
Von Träumen lebt die Welt...
Lg, Anita

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