Ich sitze einfach da
und beobachte
die Herren der Schöpfung.
Reine Wissenschaft.
Schließlich verlangt jede gute Feldstudie
nach gründlicher Beobachtung.
Da gibt es jene,
die mit stolzgeschwellter Brust
durch die Welt marschieren,
als hätten sie persönlich
die Evolution vorangebracht.
Andere wiederum
tragen ihren Bauch
mit einer solchen Gelassenheit,
dass man fast meinen könnte,
es handle sich um ein offizielles
Statussymbol.
Bis ihnen plötzlich
eine Frau entgegenkommt.
Dann geschieht etwas Faszinierendes:
Der Bauch
wird eingezogen.
Die Brust
streckt sich nach vorn.
Und der Gang
verwandelt sich
in eine Mischung aus
Athlet und Gentleman.
Manchmal hält diese Haltung
erstaunliche
zwölf Sekunden.
Dann übernimmt wieder
die Realität.
Es gibt auch die
Hofierer und Schwadronierer.
Die reden,
komplimentieren,
gestikulieren –
und streuen Charme
wie Konfetti.
Andere wiederum
beherrschen die Kunst
des gepflegten Schleimens
in einer solchen Perfektion,
dass man fast glaubt,
sie hätten darin
ein Diplom.
Und dann gibt es noch
die mit den lüsternen Blicken.
Der Blick wandert.
Die Augen glänzen.
Und ganz unauffällig
schleicht sich manchmal
eine kleine Bewegung
über die Oberlippe –
als hätte die Zunge
kurz nachgesehen,
ob noch alles
an seinem Platz ist.
Ein besonders faszinierendes Kapitel
dieser Feldstudie
sind allerdings
die Rivalen.
Zwei Männer.
Eine Frau.
Und plötzlich
verwandelt sich die Szene
in ein Naturdokument:
Zwei Hähne
beim Kampf.
Brust raus.
Stimme tiefer.
Worte größer.
Und jeder versucht
unauffällig
noch ein wenig
größer zu wirken.
Auch die Frisurenlandschaft
der Herren
ist ein eigenes Kapitel.
Da gibt es
die mit der Ponyfrisur,
die mit der ehrwürdigen Tonsur,
die mit der perfekt gestylten
Topfrisur.
Andere wiederum
tragen ihre Haare lang,
manchmal sogar
in würdevollen Zöpfen.
Kurz gesagt:
Die Auswahl ist beeindruckend.
Für uns Frauen
bedeutet das schließlich:
Wir haben die Wahl.
Blond,
schwarz,
kahl –
oder
wallendes Flatterhaar.
Doch zwischen all dem
männlichen Theater
gibt es auch sie.
Die ruhigen.
Die, die nicht kämpfen müssen.
Die nicht imponieren wollen.
Die einfach da sind.
Mit einem ehrlichen Lächeln.
Mit einem freundlichen Blick.
Mit einer Gelassenheit,
die sofort den ganzen Raum
entspannt.
Und dann merkt man:
Die Natur
hat wirklich Humor.
Sie verteilt Charme
auf sehr unterschiedliche Weise.
Aber manchmal
reicht bei einem Mann
ein gutes Herz,
ein warmes Lachen
und ein wenig Selbstironie –
um plötzlich
der angenehmste Mensch
im ganzen Raum zu sein.
Danke für Deine vielseitige, vielschichtige Wahrnehmung der Kreatur, welche der liebe Gott mit keiner bedeutenden Aufgaben versehen hat und sie deshalb auf Erden herum irrt und nach ihr eigenen Bestimmung sucht und sich so oft ver- und irrt.
Mit warmen Herz und grauem dünnen Haar eingefühlt.
Kommentar:Kleine eigene ego-Fallstudie: Ich bin lang und tief verheiratet, ohne Interesse an fremden Frauen. Nichtsdestoweniger bin ich aber ein sehr höfliches Mensch. Jetzt will ich, nur um mein bitte-beachtet-mich hungriges weibliches Umfeld nicht zu beleidigen, meine Muskeln spielen lassen, meinen Bauch einziehen und gut geschmierte Worte verschmeicheln. Aber oh je, da sind mehr Sehnen als Muskeln, mein Bauch existiert nur in der Einbildung meiner Frau und mein Mund ist schleimfrei, weil ich vorgestern das letzte Mal getrunken habe. Wie nur kann ich jetzt noch einer der ach so geltungsbedürftigen Frauen gegenübertreten..."
Gruß mit einem "lustig.de" von der Saar!
Kommentar:Bleibt am Ende die leise Hoffnung, dass ein gutes Herz, ein echtes Lachen und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, letztlich doch das Einzige sind, was wirklich bleibt
LG Johann
Kommentar:......und trotz der menschlichen Eigenarten beeindrucken sie uns doch immer wieder mit ihrer Liebenswürdigkeit, liebe Angelique. LG gehen in Deinen Abend, Helga
Kommentar:Au ja, liebe Angélique, auch ich bin ein fleißiger Beobachter des menschlichen Verhaltens und hinterfrage oft ihre Gründe. Ihm Stillen dann bin ich froh, zu sein, wie ich bin und lerne, wie das Leben so spielt, auch von den Anderen.
Liebe Grüße von Jens
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