Ich spreche nicht von dem, was war,
die Vergangenheit wiegt viel zu schwer.
Was uns verband, ist nicht mehr klar,
Gemeinsamkeit trägt keine Spuren mehr.

Wir gaben alles, Stück für Stück,
bis selbst das Hoffen leise ging.
Was blieb, war nur ein Blick zurück
auf das, woran mein Herz noch hing.

Ich glaubte, Nähe machte mich stark,
dass Bleiben Schutz und Heimat sei.
Doch meine Seele wurde still und karg,
die alte, vertraute Wärme war vorbei.

Die Zeit erklärt nichts – sie vergeht
und wendet sich, ganz ohne Grund.
Wer zweifelt oder sich versteht,
dem bleibt die Seele wund.

Erinnerungen halten leise stand,
wenn Misstrauen in dir spricht.
Ich habe dich im Traum erkannt,
auch wenn mein Innerstes zerbricht.

Ich weiß, du gehst und das genügt.
Kein Flehen hält dich länger bei mir.
Was zwischen uns nun übrig bleibt,
ist Stille – und sie verweilt in mir.


© Max Vödisch


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Kommentare zu "Wo Stille bleibt"

Re: Wo Stille bleibt

Autor: akilegna   Datum: 04.01.2026 15:10 Uhr

Kommentar: Ein trauriges Gedicht aber ein schönes und starkes
Liebe Neujahrsgrüße
Angelika

Re: Wo Stille bleibt

Autor: Max Vödisch   Datum: 04.01.2026 20:40 Uhr

Kommentar: Angelika, danke für die Bewertung des Gedichtes. Ich wünsche Dir ebenfalls ein schönes neues Jahr.

Liebe Grüße
Max

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