Gedicht: Die Sprache der Stille

Ich möchte nicht nur hören, was du sagst,
ich möchte verstehen, was du nicht sagst,
die ungeschriebnen Worte deiner Seele,
die stillen Gedanken, die du hege.

Ich möchte nicht nur sehen, was du zeigst,
ich möchte erkennen, was du versteckst,
die zarten Ängste, die du verbergst,
die stillen Hoffnungen, die du nährst.

Denn zwischen dem Gesagten und Gemeinten,
da liegt die Wahrheit, ungefasst,
und zwischen deinen Blicken und den meinen,
da wird die Liebe zuletzt erfasst.

Lass uns nicht reden, lass uns schweigen,
und in der Stille uns verstehn,
die Worte, die wir nicht mehr brauchen,
werden dann zwischen uns aufgehn.

Denn Liebe ist nicht lautes Sprechen,
sondern das stille Verstehn,
wenn zwei Seelen, ohne Worte,
sich endlich begegnen und sehn.


© 2025 Johann Grafeneder . Alle Rechte vorbehalten.


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