Vollstreckerin

© Santos-Aman

Aus Deinen Händen quoll flüssiges Lava
und so wurde ich eben dies, unter Deinen Händen.
Sag, wie lasse ich sie erstarren?

Es geschieht nichts von selbst.
Kann nichts mehr essen,
nicht schlafen oder weinen,
nur heißer fließen noch.

Einmal möchte ich rufen:
Nimm Deine Küsse wieder von meinem Leib,
Du, die Vollstreckerin;
lichtest über all Deine pechbestrichene Fackel,
Kuss über Kuss, Schmerz über Schmerz, –
nun, mein Körper selbst die Fackel ist.

Weithin, weithin duckt sich das Land.
Dann folgt atemlose Stille.

Ohne Klage nur verrichten die Schergen ihr
mühevolles Handwerk, ihre Herzen verbrannten mit.
In diese Gesichter hat keiner zu schauen gewagt.
Mancher folgt ihnen vielleicht aus der Ferne,
lauscht wie der Hammer tönern klingt, pfeifend die Seile,
und einer meinte, aus dem letzten züngeln,
flöge eine kleine weiße Taube.


© Santos-Aman


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Kommentare zu "Vollstreckerin"

Re: Vollstreckerin

Autor: Karlo   Datum: 10.03.2018 8:56 Uhr

Kommentar: Hallo Santos,
sehr ansprechend und starke Bilder, sehr gut gelungen!
LG
Karlo

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