Loslassen, dich,
Geliebter meiner Seele,
tut mir unendlich gut.
Ich fühle mich leicht,
kann wieder atmen
und werde stärker als vorher.
Wie konnte ich mich so verlieren?
In dir, in einer Liebe
die gar nicht existierte,
die ich mir einbildete,
wünschte, herbeisehnte,
weil sie so sehr fehlte in
meinem Leben.
Was zog uns zueinander?
Was hat uns aneinander
festhalten lassen,
länger, als es gut für uns war?
Ich hätte schon
viel früher gehen sollen.
Schon nach dem ersten Kuss,
als du mir offenbartest,
dass deine Gefühle
nicht den meinen entsprachen.
Aber ich blieb, wie festgeklebt.
Auch du wolltest, dass ich bleibe.
Zu deinen Bedingungen,
in deiner Gefühlswelt,
in der doch kein Platz für mich war.
Deine Nähe war wie ein fester Griff,
der mein Inneres umklammerte.
Ich bildete mir ein, ich sei geborgen,
du würdest mich lieben,
und merkte nicht,
welchem grausamen Spiel
ich mich ausgeliefert hatte.
Du warst mir nahe,
doch dein Herz und deine Seele
waren unerreichbar.
Eine Mauer aus Kälte umgab dich.
Ein eisiger Schutzwall,
den ich nicht durchbrechen konnte,
und hinter dem eine Welt lag,
die ich nicht betreten durfte.
Als ich es versuchte,
verzweifelt versuchte,
zu dir zu kommen,
beendetest du unsere Beziehung
in einem Wutanfall.
Das war die Energie
die ich brauchte, um loszulassen.
Mich abzustoßen, und mich
mit ausgebreiteten Armen
ins Leere zu stürzen.
In dieser Leere
schwebe ich
immer noch…
und am Horizont breitest du
vorsichtig deine Flügel aus.
Kommentar:Hallo Liebe Susanne, und danke für deinen Text. Menschen, die meine Geschichten kommentieren, interessieren mich immer besonders, und deshalb habe ich natürlich gleich nach deinen eigenen Texten gesucht. Ich freue mich wirklich, jetzt auf dich aufmerksam geworden zu sein.
Dein Gedicht hat mich sofort berührt. Es trägt eine stille, klare Ehrlichkeit in sich – ohne Bitterkeit, ohne Vorwurf, nur dieses leise, reife Erkennen: dass Loslassen manchmal nicht Verlust bedeutet, sondern Rückkehr zu sich selbst.
Die Bilder, die du verwendest – der feste Griff, die Mauer aus Kälte, das Schweben in der Leere – sind stark, aber nie überzogen. Man spürt, dass du nicht einfach Schmerz beschreibst, sondern einen Prozess: das Erwachen aus einer Liebe, die mehr Wunsch als Wirklichkeit war.
Und gerade das macht den Text so wertvoll. Er zeigt, wie viel Mut es braucht, sich aus etwas zu lösen, das man sich so sehr gewünscht hat. Und wie viel Kraft darin liegt, wieder atmen zu können.
Ein wirklich schönes, ehrliches Gedicht. Ich freue mich darauf, mehr von dir zu lesen.
Herzliche Grüße
Johann
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