Das Wasser nagt am morschen Steg,
der Rost frisst stumm am Eisen.
Ein Möwenschrei verliert den Weg
im Grau vergangner Reisen.
Ein Kranarm beugt sich müd und schräg,
als wollte er schweigend weisen.

Der Diesel singt ein müdes Lied,
die schweren Ketten tragen
den Takt, in dem ein Schatten zieht
und spricht von alten Tagen.
Ich spüre, wie die Zeit verriet,
was blieb von unsren Fragen.

Die Stadt verschluckt das letzte Licht,
die Konturen sinken sachte.
Ich halte dein Gesicht – es bricht –,
das uns einst Wärme brachte.
Das Dunkel kennt uns, weicht doch nicht —
und du warst der Sturm, der uns bewachte.


© Max Vödisch


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Kommentare zu "Hafentakt"

Re: Hafentakt

Autor: Perry   Datum: 28.04.2026 18:25 Uhr

Kommentar: Hallo Max,

eine dunkle Hafenstimmung, die vermutlich dem "Gedicht das bricht" geschuldet ist.
Besonders stimmig finde Ich

"Ein Kranarm beugt sich müd und schräg,
als wollte er schweigend weisen!"

LG
Manfred

Re: Hafentakt

Autor: Max Vödisch   Datum: 29.04.2026 11:08 Uhr

Kommentar: Hallo Manfred,

danke für deinen Kommentar.

Gerade dieser Kranarm war für mich ein Schlüsselbild, um die Müdigkeit des Hafens zu fassen. Schön zu hören, dass es bei dir Resonanz findet.

Liebe Grüße
Max

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