ich bin eine überlebende,
du warst meine bewegende.
jeder stoß in mich ein kampf,
ich ließ zurück den ganzen dampf.
gewährt hab ich mich –
doch was interessierte es dich?
ich habe geschrien,
heute fahr ich wieder allein nach wien.

du nahmst mir meine erste paarung,
ich nehme sie heut als erfahrung.
ich kämpfe jeden tag aufs neue,
nicht für mich, sondern für andere als treue.
du nahmst mir meinen letzten seelenfrieden,
doch ich habe mich fürs leben entschieden.

ich steckte deine stöße ein,
denn du dachtest, ich sei dein.
du dachtest, ich wehre mich nicht aus lust,
doch in wahrheit hielt ich nur meinen atem bewusst.
mein nein war dir zu wenig,
doch du dachtest, ich sei gnädig.

heute erhebe ich mich,
meine stimme stark, meine schritte frisch.
kein schatten kann mehr über mich bestimmen –
ich wähle mein leben, ich wähle mich.
meine wunden sind jetzt meine kronen,
mein weg erstrahlt in hellen tonen.
ich gehe aufrecht, stark und klar,
niemand hält mich auf, ich bin schon da.

ich atme frei, ich brenne hell,
mein herz schlägt laut, mein geist ist schnell.
die narben sind mein siegel, mein gericht,
mein leben ist mein kampf, mein licht.
wer mich suchte, fand mich nicht,
denn ich bin meine eigene sicht.


© zwischenzeilen


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