Bevor ich gehe, bleibe ich kurz stehen,
auf einem Fuß mich langsam drehen,
werfe in Deine Augen meinen Blick –
nein, ich komme nicht zurück.
Wild entschlossen, der Herzschlag schwer,
weiß noch nicht, wohin, erschöpft und leer.
Umkehr ausgeschlossen, bodenlose Tiefen –
dies schrieb ich in Gedanken, in endlosen Briefen.
Bevor ich gehe, bleibe ich kurz stehen,
auf einem Fuß mich langsam drehen.
Wie oft stand ich vor Dir, wischte meine Träne
und Verantwortung trug die Migräne.
Tränen verborgen hinter dunklem Glas,
Hilflosigkeit, die sich in mich fraß.
Die Briefe, die ich nie schrieb, habe ich verbrannt,
ich gab sie Dir nie in Deine Hand.
Bevor ich gehe, bleibe ich kurz stehen,
auf einem Fuß mich langsam drehen.
Was hat meine tiefe Liebe zu Dir geraubt,
die mich ewig mit Dir verbunden geglaubt?
Wo ging sie verloren? Wann verlor ich den Mut,
an uns zu glauben? Wann entstand die Wut
gegen Dich, der mich auf Händen trug?
Wie konnte ich mich so blenden?
Bevor ich gehe, bleibe ich kurz stehen,
auf einem Fuß mich langsam drehen.
In diesem letzten Augenblick
richte ich keine Worte an Dich –
still kamen keine zurück.
Nächtelang im stillen Schrei
teilte ich meinen Schmerz.
Keine Worte fanden Dich im Schlaf,
sie trafen nur mein Herz.
Bevor ich gehe, bleibe ich kurz stehen,
auf einem Fuß mich langsam drehen.
Noch ein letztes Aufbäumen in mir – das war’s.
Ich decke meine Augen hinter dunkles Glas,
hob die Hand zum Abschied in den leeren, kahlen Flur,
um Empathie auszustrahlen
auf etwas, das vorhanden schien.
Ich drehte mich um und ließ es ziehn.
Bevor ich ging, blieb ich nicht wirklich stehen,
ließ alles liegen, warf den Schlüssel weg beim Gehen.
Ließ alles zurück und nahm doch alles mit,
fand nie die lauten Worte, nie die stillen,
nur Gedanken, keine Kraft und keinen Willen,
keinen Mut, Dir gegenüberzustehen
und in mein Spiegelbild zu sehen.
In staubigen Archiven, zwischen Namen und Jahreszahlen,
flüstert Geschichte aus brüchigem Papier.
Alte Zeitungen berichten von fernen Tagen
und von Leben, die längst vergangen sind.
Wem gehört die Fantasie?
Seepferdchenkuschelig dehnt sich mein Geist in den Raum hinein.
Mein Geist sitzt am blaumuschelfarbigen Ozean.
Mein Körper sitzt sanft ruhend am kurkumazitronengelben [ ... ]
Ob beim Schreiben, beim Malen, beim Musizieren, beim Spazieren gehen...
Dann, wenn ich ganz "leer" bin, meine Gedanken still stehen,
wenn ich irgendwo in einem "freien Raum" bin,
undefinierbar [ ... ]