Grad geboren,
das Leben frisch gemalt,
bekümmert von Doktoren,
das Gesicht von Furchen eingeschalt-
so kommen wir zur Welt
und haben doch etwas von Greisen,
als hätte Er den Zug bestellt
um in uns´ren Masken zu entgleisen.

Das Schiff legt ab von seiner Pier.
Ein Schatten fährt vom Anfang mit
der sehend und als Passagier
noch jede Nabelschnur durchschnitt.

Die erste Liebe,
gerade auf dem Boden aufgeschlagen,
zerbröckelt lautstark im Geschiebe
ohne Umweg durch den Magen.
Ein schmerzverzerrtes Ich
beginnt sekundenschnell zu altern,
Geist und Körper krümmt sich fürchterlich,
vergeblich suchen wir nach Schaltern.

Auf diesem Ritt
führt Er den Schritt,
egal wie Kunze oder Schmidt
ihm auch entgegentritt.

Mit 50 ist dann plötzlich
der Arbeitsplatz Geschichte.
Das ist deshalb so entsetzlich,
weil der Mensch gebraucht sein möchte.
Die Grubenränder die sind glitschig
und von oben wird noch nachgeschlagen.
Das Leben - es wird aufstiegshitzig,
und im Speziellen schlecht vertragen.

Er landet wieder einen Hit,
der Tod singt leise mit,
ohne das er dem Chor beitritt,
in strengem Metronomenschritt.

Ein viertel Jahrhundert weiter nur,
kaum entdeckt und schon vergessen,
verliert sich unsr´e Lebensspur,
bedeutungslos, was wir besessen.
Er spielt in jeder Überlegung mit,
hat fürs Leben immer mehr das Sagen,
ist endzeitfitt
und erwartet unser Klagen.

Bei jedem Schritt-
der Tod lebt mit.
Schritt für Schritt
Der Tod lebt mit.

Bei Ihm angekommen
kann es so schlimm gar nicht sein.
Ganz klar haben wir gewonnen,
durch das Ende dieser Welt aus Schein.
( Wir werden wissen:)Flieh´n ist menschlich, aber sinnentleert,
und weil wir alle es so machen,
ist es nicht weniger verkehrt,
Ihn nicht öfter an zu lachen.


Bei jedem Schritt-
der Tod lebt mit.
Schritt für Schritt
Der Tod lebt mit.

©Andreas Timm
11.5.2015


© Andreas Timm


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Beschreibung des Autors zu "Der Tod lebt mit"

Wir kümmern uns zu wenig, solange wir noch könntten, um das was später nicht mehr geht !

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